Zwei lang gehegte Träume der Region nähern sich ihrer Verwirklichung: Der dreispurige Ausbau der Autobahn 6 zwischen Sinsheim-Steinsfurt und dem Weinsberger Kreuz ist ebenso im gestern vorgestellten Investitionsrahmenplan des Bundes enthalten wie die Verlängerung der Neckarschleusen zwischen der Rheinmündung und Plochingen auf 135 Meter. Für beide Projekte hatte die Region jahrelang gekämpft.
Für beide Vorhaben zusammen veranschlagt Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) Investitionskosten von etwa 280 Millionen Euro. 130 davon entfallen auf die Verbreiterung der A6, 150 Millionen auf die Neckarschleusen. Der Autobahnausbau ist in der Planung bereits weit fortgeschritten. Der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt zwischen Sinsheim-Steinsfurt und Bad Rappenau steht seit Dezember. Auch zwischen Heilbronn-Untereisesheim und dem Weinsberger Kreuz sind die Vorarbeiten weit fortgeschritten.
Anders ist die Sachlage bei den Neckarschleusen: Die Planungsarbeiten können jetzt erst aufgenommen werden; ein Planfeststellungsbeschluss wird frühestens in drei bis fünf Jahren stehen. „Fünf Jahre werden bis zum Baubeginn sicherlich noch ins Land gehen“, meinte gestern Salzwerke-Vorstand Ekkehard Schneider. Dennoch ist die Nachricht aus Berlin für ihn „ein riesiger Fortschritt. Das ist ein Durchbruch, der mich unheimlich freut.“ Der regionale Arbeitgeberpräsident hatte sich nicht nur wegen seines Unternehmens, das 2005 knapp 1,9 Millionen Tonnen Salz verschifft hatte, schon seit Jahren vehement für die Schleusenverlängerung eingesetzt. „Wenn wir nichts tun, ist die Binnenschifffahrt auf dem Neckar in zehn Jahren tot“, hatte er vor einem Jahr gewarnt.
Positiv hat nun offenbar der Besuch der Parlamentarischen Staatssekretärin Karin Roth bei der Taufe der MS Stadt Heilbronn im Frühjahr gewirkt. Die Schleusenverlängerung ist eines von 14 Projekten, die neu in den Rahmenplan aufgenommen wurden. „Sie hat bei der Taufe versprochen, sich für uns einzusetzen - jetzt müssen wir ihr danken“, meinte daher gestern Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach. Als einen „wesentlichen Schritt zur Sicherung der Wasserstraße Neckar“ bezeichnete IHK-Sprecher Achim Ühlin die Entscheidung. Die Heilbronner Kammer hatte sich vergangenes Jahr mit einer Resolution für den Ausbau stark gemacht.
Die Finanzierung muss allerdings noch konkretisiert werden. Der Bund hat 50 Millionen Euro mehr veranschlagt, als Schneider vor einem Jahr erwartet hatte. Allerdings waren in seiner Rechnung Ausgleichsmaßnahmen und Grunderwerb nicht enthalten. „Das Land Baden-Württemberg muss sich an der Finanzierung beteiligen“, stellte Staatsekretärin Roth gestern bereits klar.
Quelle Heilbronner Stimme vom 28. Oktober 2006 von Heiko Fritze www.stimme.de
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