| KWO Kunststoffteile hat in einem Jahr das Personal um 50 Prozent aufgestockt. Ein Dutzend Maschinen ist hinzugekommen, die Hallen mussten längst erweitert werden. Parallel geht es mit der technischen Fortentwicklung vorwärts. Eigene Innovationen gehören dabei dazu.
Vor einem Jahr sind Michael Jauss und Matthias Wendler hier eingestiegen. Seitdem geht es bei der KWO Kunststoffteile GmbH rasant aufwärts: 90 Mitarbeiter hatten die beiden Jungunternehmer übernommen, inzwischen sind daraus 130 geworden. Stark aufgestockt wurde auch bei den Auszubildenden - in zwei Jahrgängen lernen zehn Jugendliche einen Beruf. Und in diesem Jahr wird ein Umsatzwachstum von wenigstens 20 Prozent auf mehr als 12 Millionen Euro erwartet.
Grund genug für die Juroren, das Offenauer Unternehmen und seine neuen Eigner mit dem Preis für die beste Betriebsübernahme beim Landespreis für junge Unternehmen auszuzeichnen. Die Auszeichnung wurde an diesem Wochenende in Stuttgart übergeben.
Das Geheimnis ihres Erfolgs liegt für Wendler und Jauss in ihrer akribischen Planung. Kennen gelernt haben sich der 39-jährige Kaufmann und der 34-jährige promovierte Kunststoff-Ingenieur bei der Unternehmensberatung Boston Consulting. „Was wir all die Jahre gelernt hatten, wollten wir in der Praxis umsetzen“, erzählt Wendler. Es fehlte nur noch das passende Unternehmen.
Das fanden die beiden Freunde in der KWO GmbH. Die Inhaber des 1981 gegründeten Kunststoff-Präzisionsspritzgießers - das Kürzel steht für Kunststoffwerke Offenau - wollten sich zurückziehen und suchten Nachfolger. Zur Firma zählte auch der schon 1971 unter dem Namen Nachbar & Schramm gegründete Werkzeugbau. Gut ein Jahr brauchte es vom ersten Kontakt, bis die Übernahme abgeschlossen war.
„Heute kann man die Firma kaum noch wiedererkennen“, sagt Wendler mit einem gewissen Stolz. Zum Beispiel beim Maschinenpark: Ein Dutzend Maschinen ist hinzugekommen, die Hallen mussten längst erweitert werden. Ausgeklügelte Anordnungen sorgen dennoch für reibungslosen Ablauf in der Produktion. Im Drei-Schicht-Betrieb sind mittlerweile 130 Mitarbeiter beschäftigt. Tendenz: weiter steigend.
Noch fertigt KWO vor allem Teile für Autozulieferer. Doch die beiden jungen Geschäftsführer planen weiteres Wachstum. Einige prominente Zulieferer fehlen noch auf der Kundenliste, andere Branchen wie etwa Medizin- oder Elektrotechnik sollen in den nächsten Jahren hinzukommen. In den bestehenden Gebäuden wird es dabei allmählich wieder zu eng. „Wir werden unsere Kapazitäten ausbauen“, kündigen Wendler und Jauss bereits an.
Parallel soll es mit der technischen Fortentwicklung vorwärts gehen. Werkzeugtechnik und -herstellung, Spritzgießen und Produkte sollen ständig auf dem neuesten Stand sein - eigene Innovationen gehören dabei dazu. Wie zum Beispiel eine neuartige Werkzeug-Konstruktionsmethode, die zusammen mit dem Lauffener Spann- und Greiftechnik-Hersteller Schunk entwickelt worden ist. Sie wurde soeben auf der Fachmesse Fakuma in Friedrichshafen präsentiert. Dort zeigten die Offenauer auch einen selbst entwickelten, Reinigungsflüssigkeit sparenden Konkaktlinsenbehälter.
„Bei uns ist erhebliche Dynamik drin“, ist Wendler zufrieden. „Inzwischen arbeiten wir schon so kostengünstig und präzise, dass wir wieder Fertigung aus Italien und Polen zurückgeholt haben.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 31. Oktober 2006 www.stimme.de
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