| Als kleine Überraschung gilt die Verleihung des Sterns an den erst 35 Jahre alten Ralf Pitsch von der Klosterstube aus Eppingen. Seinen Gästen serviert er französische und schwäbische Küche und er setzt auf regionale Produkte wie das schwäbisch-hällische Landschwein.
Den Köchen verschlug es die Sprache, dafür läuft den Feinschmeckern das Wasser im Mund zusammen. In der neuen Ausgabe des Michelin-Führers sind weitere fünf Restaurants im Südwesten in den Sternehimmel aufgerückt. Zwischen Main und Bodensee können die Gourmets nunmehr in 55 ausgezeichneten Lokale mit insgesamt 60 Sternen tafeln.
Neu im Kreis der Sterneköche sind Harald Derfuß vom Adler in Asperg (Kreis Ludwigsburg), Armin Röttele vom Restaurant im Schloss Neuweier in Baden-Baden, Mathias Schormann vom Schloss Eberstein in Gernsbach (Kreis Rastatt) und Alexander Schöler vom Grissini in Mannheim. Dagegen verlor Frank Oehler vom Restaurant Erbprinz in Ettlingen (Kreis Karlsruhe) nach nur einem Jahr seine Auszeichnung.
Keine Änderung Als kleine Überraschung gilt die Verleihung des Sterns an den erst 35 Jahre alten Ralf Pitsch von der Klosterstube aus Eppingen. „Eine solche Auszeichnung wünscht sich natürlich jeder Koch“, freut er sich. Pitsch will seiner Linie mit regionalen und saisonalen Produkten treu bleiben will. „Wir sind für das ausgezeichnet worden, was wir machen. Da wäre es falsch, etwas zu ändern.“ Was der Stern für sein Restaurant bedeutet? „Viel, viel Arbeit“, glaubt Pitsch, der sich nun auf höhere Gästezahlen einstellt. In der Michelin-Ausgabe 2006 war das Lokal von Pitsch, der acht Jahre lang beim Drei-Sterne-Koch Joachim Wissler gewirkt hat, nicht einmal aufgeführt. Seinen Gästen serviert er französische und schwäbische Küche: „Mit viel Trallala habe ich nichts am Hut. Ich brauche kein Pyrenäenlamm, denn schwäbisch-hällisches Schwein ist auch gut.“
Nach 16 Jahren hat der Adler in Asperg den Stern zurück geholt. Armin Röttele war im vergangenen Jahr bereits Anwärter auf einen Stern. Seit drei Jahren kocht Alexander Schöler im Grissini. Nun, mit erst 27 Jahren, ist er im erlauchten Kreis der 204 deutschen Spitzenköche angekommen. „Wir hatten schon mal den Stern, ihn dann aber Ende der 90er-Jahre leider verloren“, sagte Grissini-Chef Gianfranco Melideo.
Bester Koch im Lande bleibt Harald Wohlfahrt; der Küchenchef der Traube Tonbach in Baiersbronn (Kreis Freudenstadt) bekam abermals die höchste Auszeichnung von drei Sternen, die er seit 1992 hält. Erneut mit zwei Sternen dekoriert wurden Claus-Peter Lumpp (Restaurant Bareiss Baiersbronn), Martin Öxle (Speisemeisterei Hohenheim Stuttgart) und Hans-Paul-Steiner (Hirschen in Sulzburg). Dahinter folgen 51 Chefs de cuisine mit einem Stern.
Quelle Heilbronner Stimme vom 20. November 2006 von Wolf Günthner und Alexander Hettich www.stimme.de
Hintergrundinformationen zum „Michelin-Führer“:
Der renommierte Michelin-Führer Deutschland kommt am 23. November in der überarbeiteten Auflage 2007 für 29,95 Euro in den Handel. Die jüngste Ausgabe des traditionsreichen Hotel- und Gastronomieführers enthält 7.221 Adressen in allen Komfort- und Preiskategorien. 149 Hotels und 108 Restaurants sind neu hinzugekommen. Insgesamt 21 Häuser zeichneten die fest angestellten und unabhängigen Michelin Inspektoren erstmals mit einem der begehrten Michelin Sterne aus. Außerdem listet der 1.632-seitige Band ein neues Zwei-Sterne-Restaurant. 660 Hotels und 122 Restaurants wurden gestrichen. Zusätzliche Karten erleichtern die Suche Um die Suche nach ausgewählten gastronomischen Adressen zu erleichtern, erscheint der Michelin- Führer 2007 erstmals mit zwei doppelseitigen Karten, auf denen die Sterne-Restaurants sowie die Häuser mit einem „Bib Gourmand“ aufgeführt sind. Mit diesem Prädikat zeichnet Michelin solche Restaurants aus, die eine sorgfältige Küchenleistung zu günstigen Preisen anbieten. Insgesamt erhielten 346 Gastronomiebetriebe den „Bib Gourmand“. Hinzu kommen 274 Adressen mit dem „Bib Hotel“, dem Qualitätszeichen für gute und preiswerte Übernachtungen. Als weiteres Novum ist in der Ausgabe 2007 der Überblick über die Weinregionen und wichtigsten Rebsorten Deutschlands um eine zusätzliche Karte mit den Anbaugebieten erweitert. Ebenfalls neu ist eine übersichtliche Auflistung der Häuser, die wegen ihrer schönen, ruhigen Lage, der nicht alltäglichen Einrichtung und Atmosphäre sowie ihres außergewöhnlichen Services als „besonders angenehm“ eingestuft sind. Insgesamt umfasst dieses Verzeichnis 149 Hotels und 85 Restaurants.
„Hoffnungsträger“ in Rot
Zudem erleichtern rot gedruckte Namen im Hauptteil das Auffinden der so genannten „Hoffnungsträger“. Hierbei handelt es sich um Restaurants, die bei weiterhin konstant hoher Küchenleistung darauf hoffen können, in Zukunft mit einem Michelin Stern ausgezeichnet zu werden oder in den nächst höheren Sterne-Rang aufzurücken. Der Michelin-Führer trägt damit der positiven Resonanz auf die im vergangenen Jahr eingeführte Kategorie Rechnung.
Zum schnellen Auffinden der Hauptstadt erscheinen die Seiten zu Berlin erstmals mit rotem Rand. Der Michelin-Führer Deutschland kommt am 30. November auch in Luxemburg und Belgien in den Handel.
|