Diesen Augen entgeht nichts. Automobilhersteller wie DaimlerChrysler setzen auf die optischen Prüfsysteme aus Öhringen. Das Land Baden-Württemberg würdigt diese beispielhafte Leistung mit dem Innovationspreis.
Wenn bei Audi, BMW oder DaimlerChrysler neue Autos vom Band laufen, haben sie eines gemeinsam: die Qualität wird penibel geprüft. Weil das menschliche Auge zu schwach ist, die Präzisionsteile auf Fehler zu untersuchen, müssen Maschinen ran. Genauer: modernste Kameras, die bis in die kleinsten Ritzen sehen und das fertige Produkt mikrometergenau mit digitalen Vorgaben vergleichen können. Die Öhringer Firma HGV Vosseler baut solche elektronischen Augen, die dreidimensionale Formen mit äußerster Genauigkeit erkennen und messen können. Und sie ist mit dieser neuen, patentierten Technik bei den Automobilherstellern auf großes Interesse gestoßen. Daimler-Chrysler setzt seit 2005 bei der neuen C- und E-Klasse auf 3D-Sensoren made in Öhringen - für die Qualitätssicherung im Karosseriebau. Auch mit Audi und BMW will Firmenchef Hans-Günter Vosseler noch stärker ins Geschäft kommen.
Die Referenzen sind gut. Und seit gestern noch viel besser. Schließlich wurde die Firma am Dienstag im Stuttgarter Haus der Wirtschaft für ihr ganzheitliches Messkonzept, man könnte auch sagen: für ihre jüngsten Bildverarbeitungsanlagen, mit dem Innovationspreis 2006 des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Und das will was heißen im Land der Erfinder. Der Preis wird an kleine und mittlere Unternehmen für beispielhafte Leistungen bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren und bei der Anwendung moderner Technologien verliehen. Er ist benannt nach dem ehemaligen Wirtschaftsminister Dr. Rudolf Eberle (1972 bis 1984) und wurde zum 22. Mal vergeben - diesmal an vier Unternehmen, die aus 74 Bewerbern ausgewählt wurden und jeweils 7500 Euro erhielten.
Wirtschaftsminister Ernst Pfister überreichte die Urkunde an Hans-Günter Vosseler, der meinte: „Das ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit“. Es ist aber zugleich Ansporn, nicht nachzulassen und die Messanlagen immer weiter zu verbessern - so, wie es der Öhringer immer getan hat, seit er 1983 seine erste Firma gründete.
Hans-Günter Vosseler ist eine Kämpfernatur. Auch als sein Unternehmen 2002 und 2003 unter herben Umsatzverlusten litt, gab er nicht auf, sicherte sich die Lizenzen einer Schweizer Firma, stellte deren Messkonzept um und passte es den Bedürfnissen der Automobilindustrie an. Seitdem laufen die Geschäfte gut, und die Ideenschmiede an der Öhringer Lehmgrube läuft auf Hochtouren.
A propos Ideen: Hans-Günter Vosseler sprüht geradezu vor Einfällen. Doch gute Ideen allein genügen nicht, um erfolgreich zu sein. Was zählt, ist die marktgerechte Umsetzung. Genau dafür wurden Hans-Günter Vosseler und sein Team gestern geehrt.
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