Zelthersteller Losberger verzeichnet dieses Jahr starkes Wachstum
Die Fußball-WM war mit das Größte, was bei Losberger in diesem Jahr zu bewältigen war. Der Bad Rappenauer Zelthersteller und -vermieter stattete fünf Stadien mit Zelten für den VIP-Bereich aus, baute die Pressezentren in Berlin und Stuttgart auf und lieferte zahlreiche Kleinzelte für Fanmeilen und Public-Viewing-Veranstaltungen. Und mitten im Trubel, erst während der Vorrunde, kam noch ein Eilauftrag herein: Ein konkurrierender Vermieter brauchte dringend eine zweistöckige Leichtbauhalle für das Stadion in Gelsenkirchen. Innerhalb von zehn Tagen hatte Losberger auch diese Aufgabe bewältigt.
„Die WM ist für uns sehr gut gelaufen“, zieht Geschäftsführer Friedrich Losberger nun Bilanz. „Wir haben von vielen sehr positive Reaktionen erhalten.“ Für das Image des Bad Rappenauer Familienunternehmens sei die Beteiligung am sportlichen Großereignis sehr wertvoll gewesen. Und trotz der Hektik und zahlreicher Über-Nacht-Aktionen sei alles nahezu geräuschlos über die Bühne gegangen, erzählt der Geschäftsführer. „Es hat alles perfekt geklappt.“
Unter dem Strich wird in diesem Jahr ein dickes Umsatzplus stehen, berichtet Friedrich Losberger. 120 Millionen Euro würden sicherlich erreicht - nach 97 Millionen im Vorjahr. Mittlerweile beschäftigt Losberger etwa 550 Mitarbeiter, davon 220 am Stammsitz in Bad Rappenau, und gilt als der größte Zelthersteller Europas. Die Gründe für den Erfolg sind vielfältig: Neben der Fußball-WM gab es einen weiteren Großauftrag - fast ein Jahr lang werden mehrere Großhallen für den Flughafen von Doha in Qatar vermietet. Außerdem wurde zu Jahresbeginn der französische Spezialhallen-Hersteller Bachmann übernommen, der sich auf die Ausstattung von Militärbasen konzentriert. Etwa zehn Millionen Euro Umsatz kommen alleine dadurch hinzu, sagt der Geschäftsführer. Und schließlich profitiert das Unternehmen von der allgemein guten Konjunktur.
Die in den vergangenen Jahren stark gewachsene Firmengruppe wird weiter neu strukturiert: Nach der Losberger Raumkonzept, in der die Hallenvermieter zusammengefasst sind, wird gerade die Gründung der Losberger RDS vorbereitet. In ihr werden die Hersteller von aufblasbaren Hallen und Zelten vereinigt, unter anderem die französische Firma TMB sowie AIS (Autoflug Inflatable Structures), ansässig nordwestlich von Hamburg. Die Buchstaben RDS stehen dabei für Rapid Deployment System, also rasch aufbaubare Systeme. Vor wenigen Wochen ist auch ein Joint Venture in den USA gegründet worden, das sich auf diese aufblasbaren Produkte konzentriert. „Wir machen damit nicht unserer Vertriebstochter in den USA Konkurrenz, das wird Zusatzgeschäft“, erläutert Friedrich Losberger. „Unser Produktportfolio hat sich eben inzwischen in Bereiche entwickelt, an die wir vor fünf Jahren noch gar nicht dachten.“
Von Heiko Fritze
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