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Deutschlands größte thermische Solaranlage

     
 
 

7.12.06


 

Die größte thermische Solaranlage Deutschlands entsteht derzeit in Crailsheim. Aus einer Vision wird Wirklichkeit. 10000 Quadratmeter Kollektorfläche versorgen einen ganzen Stadtteil. Die Energie-Zukunft hat hier längst begonnen.

Der Leuchtturm, den die Bundesregierung versprochen hatte, strahlt zwar noch nicht, aber er ragt schon kräftig in die Höhe. Das Crailsheimer Leuchtturmprojekt in den Hirtenwiesen, die mit 10 000 Quadratmetern größte deutsche Solaranlage, kommt zügig voran.

Geschäftsführer Josef Wagner brachte es kürzlich auf den Punkt: "Wenn Putin verrückt spielt, Klima-Studien Schrecken verbreiten und beim Klimagipfel in Nairobi verbissen um Treibhausgase gerungen wird, ist Crailsheim gerüstet." Die Stadtwerke nämlich bauen derzeit die größte thermische Solaranlage Deutschlands. Vor zwei Jahren wurde das Projekt noch unter die persönliche Obhut von Kanzler Schröder gestellt. Von dieser Ehre könne man sich zwar nicht viel kaufen, gestand Wagner, doch es habe geholfen, zusammen mit der Steinbeis-Stiftung als einzige deutsche Maßnahme in ein neues EU-Projekt einzusteigen. Dort ist also künftig Crailsheimer Know-how gefragt.
 
Das wiederum könnte in Berater-Dienstleistungen münden, "denn warum sollen wir unsere Erfahrungen anderen Kommunen vorenthalten?", fragt Michaela Schopf. Die Versorgungstechnikerin ("und begeisterte Bauleiterin", wie sie gesteht), leitet seit vier Jahren das Aufsehen erregende Projekt am Lärmschutzwall, der das neue Wohngebiet Hirtenwiesen vom Industriegebiet trennt. Rund 10 000 Quadratmeter Kollektorfläche wird dort dereinst den 2000 Menschen im Wohngebiet zur Verfügung stehen und ihnen gut die Hälfte der Energiemenge liefern, die sie für Warmwasser und Heizung benötigen - drei Millionen Kilowattstunden jährlich aus Sonnenenergie also. Etwa denselben Wert an Wärmeenergie wird ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 90 Prozent beisteuern. "Diese mit Abstand größte thermische Solaranlage Deutschlands erspart der Umwelt pro Jahr rund 1000 Tonnen Kohlendioxid", verdeutlicht Stadtwerke-Chef Josef Wagner.
 
Sonnenwärme zu ernten, ist seit langem kein Problem mehr. Schwierig wird es dagegen, sie nicht sofort zu verbrauchen. Die in Crailsheim erstmals eingesetzte Speichertechnologie ist der Schlüssel für die ökologisch sinnvolle und zudem bezahlbare Energiezukunft. Meilensteine in technischer Hinsicht sind zwei bereits gebaute Kurzzeit-Wärmespeicher - ein 100 000-Liter-Turm am Lise-Meitner-Gymnasium sowie der 4,8 Mal größere Wallspeicher, quasi ein

Konkret sind die Planungen für den riesigen Erdsonden-Langzeitspeicher, der seinen endgültigen Wirkungsgrad übrigens erst nach vier bis fünf Jahren erreicht haben wird. Dazu werden 80 Bohrungen bis auf 60 Meter Tiefe gebracht. In 15 Zentimeter starken Kunststoffrohren gelangt das 75 Grad heiße Wasser in den Oberen Muschelkalk. Das Gestein dient als Speichermedium.
 
Die Speicherfähigkeit: zirka 20 Millionen Liter pures Wasser. Das bedeutet: Die Energie-Zukunft hat in Crailsheim längst begonnen.

Quelle Hallertagblatt vom 27.11.2006 von MATHIAS BARTELS www.hallertagblatt.de

 
         
         
 
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