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Denken für Airbus und Porsche

     
 
 

9.12.06


 

Die Bertrandt AG hat nach Umstrukturierungen das Ergebnis ungewöhnlich stark gesteigert. Der Entwicklungsdienstleister für die Automobil- und Luftfahrtindustrie hat im Geschäftsjahr 2005/2006 (30. September) das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um beeindruckend klingende 687,7 Prozent gesteigert.

Selten war das Wort Gewinnsprung so treffend wie für den Jahresabschluss der Bertrandt AG. Der Entwicklungsdienstleister für die Automobil- und Luftfahrtindustrie hat im Geschäftsjahr 2005/2006 (30. September) das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um beeindruckend klingende 687,7 Prozent gesteigert - von 1,8 auf 14,3 Millionen Euro. Allerdings kommt die „überproportionale Steigerung“, wie der Vorstandsvorsitzende Dietmar Bichler gestern bei der Bilanzvorlage in Stuttgart sagte, nicht von ungefähr.

Neue Strukturen

Der Konzern ist in den vergangenen Jahren massiv umstrukturiert worden und hat sich von unrentablen Investments - vor allem im Ausland - getrennt. „Allein durch die veränderten Strukturen“, sagte Bichler, „haben wir drei Millionen Euro an Kosten gespart.“ Das habe beim Vorstand angefangen, der von fünf auf zwei Personen verkleinert wurde, und habe sich durch alle Abteilungen gezogen. Zudem sei die Auslastung im Geschäftsjahr 2005/2006 deutlich besser worden. Aufgrund der positiven Zahlen will die Geschäftsleitung der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 30 Cent je Aktie vorschlagen, nachdem die Anteilseigner im Vorjahr leer ausgegangen waren.

Bertrandt hat dabei auch von der Belebung der Automobilbranche profitiert und den Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum um elf Prozent von 217 auf 241 Millionen Euro gesteigert. Gleichzeitig wurden mehr als 500 neue Arbeitsplätze geschaffen, so dass der Konzern mit Standorten in fünf europäischen Ländern sowie den USA derzeit fast 3600 Mitarbeiter beschäftigt. Auch am Standort Neckarsulm seien einige neue Stellen entstanden. „Hier haben wir eine stabile Größe erreicht“, sagte Bichler.

Gleichwohl ist Bertrandt immer noch auf der Suche nach Mitarbeitern und hat derzeit 200 Stellen ausgeschrieben. Den auch von der Maschinenbaubranche beklagten Ingenieurmangel bekommen die Autozulieferer ebenfalls zu spüren.

Neben dem Automobilbereich sieht Bertrandt weiteres Potenzial im Luftfahrtsektor. Der Anteil dieser Branche liege momentan bei sechs Prozent, erklärte Bichler. „Unser Ziel sind zehn Prozent - das ist realistisch.“ Die Probleme beim Kunden Airbus hätten sich jedoch nicht auf Bertrandt ausgewirkt. Der Ingenieurdienstleister ist am Innenausbau des A380 im Werk Hamburg beteiligt. Potenzial sieht Bichler beim jüngst beschlossenen Neubau des A350.

Projekt Panamera Ein „Umfeld mit guten Chancen“ ist für Bichler auch die Beteiligung von Porsche an VW. Der Zuffenhausener Sportwagenbauer hält 25,01 Prozent der Bertrandt-Anteile und greift verstärkt auf die externen Ingenieure zurück. Eingebunden ist das Ehninger Unternehmen vor allem in die Entwicklung des neuen Panamera, der 2009 auf den Markt kommen soll.

Quelle Heilbronner Stimme vom 8.12.2006 von Jochen Mayer www.stimme.de

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