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Im „Land der Ideen“ angekommen

     
 
 

9.12.06


 

Pilotprojekt im Nahverkehr, Fahrgastmagnet, Exportschlager: Die Karlsruher Stadtbahn ist eines der 365 nationalen Aushängeschilder im „Land der Ideen“. Gestern wurde sie von der gleichnamigen Initiative ausgezeichnet welche die Innovationskraft und das Engagement des Standorts Deutschland dokumentieren will.

 „Die Menschen steigen ungern um.“ Diese Erkenntnis hat Stadtbahn-Vater Dieter Ludwig bewogen, in Karlsruhe neue Weg zu gehen. Er ließ die Straßenbahn zur Eisenbahn umbauen, die sowohl über Land als auch mitten durch die City fährt. Mittlerweile ist das Streckennetz zwischen Wörth in der Südpfalz und dem hohenlohischen Öhringen-Cappel auf 530 Kilometer gewachsen. Stadtplaner aus aller Welt kommen, um das Modell kennen zu lernen. Inzwischen fahren Stadtbahnen in Saarbrücken, Kassel oder Chemnitz und als Tram-Train im elsässischen Mühlhausen.

„Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) steht für lebendigen und vielfältigen Unternehmergeist“, begründete Direktor Holger Stiebeling von der Deutschen Bank die Auszeichnung. Das Geldinstitut ist bei „Land der Ideen“ Kooperationspartner.

„Die Fahrgäste haben gemerkt, dass ihre Mobilität durch diese Idee deutlich zunimmt“, bescheinigte Stiebeling. KVV-Geschäftsführer Walter Casazza belegte dies anhand der vor einem Jahr in Betrieb gegangenen Stadtbahnstrecke zwischen Heilbronn und Öhringen. Mittlerweile benutzen hier pro Werktag 10 000 Menschen den Zug. „Es ist eine hohe Identifikation bei den Kunden festzustellen“, freute sich Casazza. Besonders bei Großveranstaltungen sei die neue Linie in den Köpfen der Bürger schon fest verankert.

Wenn auch die Rahmenbedingungen schwieriger geworden sind, soll das Stadtbahnnetz weiter wachsen. Am Sonntag wird die Murgtallinie, die bislang in Freudenstadt endet, um 30 Kilometer verlängert. Alle zwei Stunden fährt die S 41 dann bis nach Eutingen im Gäu. „Wir sind noch lange nicht am Ende“, ist der KVV-Chef überzeugt. Im Moment laufen die Planungen für die Strecke Wörth - Germersheim. Wenn es gut läuft, könnten hier 2010 Stadtbahnen verkehren.

Vor kurzem wurde die Kooperation mit dem benachbarten Pforzheimer Verkehrsverbund ausgedehnt. KVV-Tickets gelten ab 1. Januar auch im gesamten Enzkreis auf den Schienenstrecken und werden zum Teil deutlich günstiger.

Eine deutliche Fahrplanausdünnung wegen der vom Bund gekürzten Regionalisierungsmittel schließt Casazza aus: „Volle Züge wird es sicher nicht treffen.“ Zwar müssten die Stadtbahnkosten zum Fahrplanwechsel im Sommer reduziert werden. Doch werde das Angebot so angepasst, dass es der Fahrgast nahezu nicht bemerke. Es gebe nur Kürzungen „in geringfügigen Ausmaßen“.

Quelle Heilbronner Stimme vom 9.12.2006 von Peter Boxheimer www.stimme.de.