Der Automobilzulieferer Textron aus Schrozberg erzielt mit Neuentwicklungen 15 Prozent seines Umsatzes. Der Werkleiter sieht in der kontinuierlichen Personalentwicklung den Schlüssel zum Erfolg. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 320 Mitarbeiter.
Die Firmengeschichte des Schrozberger Werkes der Textron Fastening Systems beginnt 1968. Heute produzieren dort 320 Mitarbeiter jährlich rund 310 Millionen hochwertige Kleinteile vorrangig für die Automobilindustrie.
Die Zahlen für das Schrozberger Textronwerk klingen gut: 45 Millionen Euro Umsatz im laufenden Jahr. Dafür wurden 10000 Tonnen Stahl zu Kleinteilen verarbeitet. Die bedeutendsten Kunden der Firma sind Automobilbauer in Deutschland. Das Plus des Schrozberger Werkes liegt für Werkleiter Klaus Timmermann im Innovationspotenzial: "Wir machen jedes Jahr ein Siebtel unseres Umsatzes mit Neuteilen." Der Entwicklungsabteilung, hier tüfteln elf Mitarbeiter, gelingt es mit pfiffigen Produkten die Konkurrenten in Schach zu halten. Mit Zahlen, die in dieser Branche keinen Vergleich scheuen müssen. "Heute gehören wir zu den kompetentesten Massivumformern in Europa", freut sich der Diplom-Ingenieur.
Als Voraussetzung für diese Konkurrenzkraft nennt Klaus Timmermann 320 "hoch qualifizierte und sehr motivierte Mitarbeiter". Darunter 27 Auszubildende. "Wir haben klare Vorgaben hinsichtlich der Qualifikation. Jeder Mitarbeiter muss sich mindestens einmal jährlich weiterbilden. Zudem führen wir jährlich Qualifizierungsgespräche, bei denen wir uns auf individuelle Ziele für jeden Mitarbeiter verständigen", gibt Timmermann der Weiterbildung verbunden mit "einem gut ausgestatteten Budget" hohe Priorität. "Die Produktion von Sicherheitsmuttern ist auf Dauer zu simpel. Das machen billige ausländische Produzenten auch", urteilt Timmermann . Nur die Produktion komplexer Komponenten für Türscharniere, Sitzverstellungen, Stoßdämpfer oder Komponenten für Commonrail-Diesel Einspritzanlagen sicherten den Vorsprung. Dies gelte auch für Nabenschaltungen von Fahrrädern oder komplizierte Schaltnocken, die etwa bei Krankenhausbetten die Höhe regulieren.
"Für ein innovatives Bauteil, etwa mit Innenverzahnung, benötigen wir bis zu 18 Monate Entwicklungszeit", nennt der Werkleiter ein Beispiel. Dieser Zeitraum hat seine Ursache auch in der verlangten prozesssicheren Produktion. Mit anderen Worten: Die hohe Qualität muss ohne Ausschuss gelingen. Das garantiert weltweit konkurrenzfähige Preise.
"Unseren Hauptumsatz machen wir mit jährlich etwa 500 ,lebenden Teilen", also mit Teilen, die in laufende Serien verbaut werden. "Dabei ist die Produktion dünnwandiger Hohlteile eine unserer Stärken. Daneben produzieren wir einige tausend unterschiedliche Ersatzteile", erläutert der Ingenieur.
Firmengeschichte
Angefangen hat alles 1923 mit der Süddeutschen Kolbenbolzenfabrik, kurz "Süko", in Eislingen. 1955 wurde das Sortiment um Sicherheitsmuttern erweitert. 1968 erfolgt die Verlagerung von "Sükosim" nach Schrozberg. 1998 erwirbt der amerikanische Konzern Textron das Werk. Diesen Sommer kauft der Konzern Platinum Equity die Unternehmen von Textron Fastening Systems. Die innovative Ausrichtung wird sich laut Timmermann durch den Verkauf keinesfalls ändern.
Quelle Haller Tagblatt vom 7.12.2006 von Roland Schulz
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