Nach einem erfolgreichen Jahr 2006, fünf Modellanläufen und einer Rekordproduktion beim A6 rüstet sich der Audi-Standort Neckarsulm für die nächste schwere Aufgabe. Die Produktionsdrehscheibe zwischen Ingolstadt und Neckarsulm soll Ende 2007 starten. Dann werden auch A4-Modelle in Neckarsulm vom Band laufen.
Rund 150 Millionen Euro werden insgesamt in die Drehscheibe investiert. 2008 werden dann rund 1200 Audianer den A4 bauen. Diese Mitarbeiter werden zum Teil aus der A6- und A8-Produktion abgezogen. Werksleiter Jürgen Lunemann: „Auch das Personal für den A4 generieren wir durch eine höhere Produktivität.“ Neue Stellen entstehen nicht. Betriebsratschef Norbert Rank versteht die Bereitschaft zu Produktivität und Flexibilität als Garant für eine langfristige Beschäftigungssicherung.
Stabile Beschäftigung
Mit ihrer erfolgreichen Modelloffensive hat Audi in Neckarsulm Arbeitsplätze gesichert, wie Lunemann betont. Im November waren laut Personalleiter Martin Rosik 13 436 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Dazu kommen 200 junge Facharbeiter, die derzeit ihre so genannten Wanderjahre in Ingolstadt verbringen.
Damit liegt die Beschäftigung auf Vorjahresniveau, obwohl die Tagesstückzahlen deutlich gesteigert wurden. Eine Folge der Produktionssteigerung, die die Audi-Werker geschultert haben. Kein leichtes Unterfangen, wie Rank betont. Vom A6 entstehen derzeit mehr als 800 Einheiten am Tag, rund 20 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Auch der A8 ist mit 110 Autos pro Tag gut unterwegs. Beim Supersportwagen R8 „fahren wir im Moment die Produktion hoch“, so Lunemann.
Mobilität
Eine hohe Mobilitätserwartung stellt der Vorstand ans Personal für Qualifizierungsmaßnahmen, die nicht nur am Standort, sondern auch in Ingolstadt vonstatten gehen sollen. Daher werden Neckarsulmer Mitarbeiter auch den Anlauf des neuen A4 und des Ablegers A5 in Bayern begleiten.
Die dort gewonnenen Erfahrungen werden später in der A4-Produktion im Unterland genutzt. Das bedeutet, dass in der ersten Jahreshälfte 2007 viele Neckarsulmer an den VW- und Audi-Standorten unterwegs sein werden. Nach den Sommerferien wird sich das ändern, dann braucht Neckarsulm selbst das Personal. Schließlich soll rund vier Monate nach Beginn des A4-Baus bereits der Dreischicht-Betrieb kommen.
Die Vorbereitungen dazu werden auch über die Feiertage vorangetrieben. Von kommenden Mittwoch an bis Dienstag, 9. Januar, ruht der Betrieb. In dieser Zeit erfolgen dringende Umbaumaßnahmen. Vor allem die Vorbereitung der Drehscheibe erfordert noch viel Arbeit, die sich aber lohnt, wie Rank glaubt, schließlich beginnt dann „eine neue Epoche für den Standort Neckarsulm“.
Quelle Heilbronner Stimme vom 15.12.2006 www.stimme.de
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