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Zeitarbeiter sind gefragt wie nie

     
 
 

15.12.06


 

Wirtschafts-Boom beschert arbeitslosen Fachkräften wieder Jobs.
Wenn man Gerhard Wach beim Wort nimmt, steht Hohenlohe und der Region im nächsten Jahr ein enormer Wirtschafts-Aufschwung bevor.

Der Geschäftsführer der Hohenloher Zeitarbeitsfirma Franz & Wach schöpft seinen Optimismus aus den vielen Anfragen, die Unternehmen derzeit an seine Firma für Personalüberlassung richten. 1100 Mitarbeiter verleiht Franz & Wach momentan an Firmen, die selber nicht einstellen wollen, jedoch bergeweise Aufträge abzuarbeiten haben. „Wir sind dieses Jahr um 60 Prozent gewachsen, 2007 werden es weitere 50 Prozent sein“, sagt Wach.

Ähnliche Erfolgszahlen vermeldet die Haller Zeitarbeitsfirma Bera, die für „Dekra Arbeit“ die Region Heilbronn-Franken betreut. Sie verleiht unter anderem Mechaniker, Krankenschwestern, Zollangestellte und Piloten, ist in diesem Jahr 50 Prozent gewachsen und will 2007 noch einmal so viel drauflegen. „Der Markt brummt gigantisch“, sagt Inhaber Bernd Rath.

Flexibilität zählt

Der Aufschwung der Zeitarbeitsfirmen hat viele Gründe. „Die Unternehmen wollen nicht Personal aufstocken, das sie später für viel Geld wieder loswerden müssen“, weiß Rath. Leiharbeiter zur Bewältigung des Auftragsvolumens seien daher oft erste Wahl. Zudem verlangen die weltweiten Abhängigkeiten bei Einkauf, Produktion und Absatz immer höhere Flexibilität, vor allem in der Industrie.
Elmar Zeller, Chef der Haller Agentur für Arbeit, bezeichnet die Zusammenarbeit mit den Zeitarbeitsfirmen als „vorbildlich“. Die Vermittler seien wichtige Partner seiner Behörde, um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken. Viele namhafte Unternehmen im Hohenlohekreis beschäftigten mittlerweile Leiharbeiter. „Die Zeitarbeitsfirmen nehmen den Betrieben das Risiko ab. Wenn sich ein Leiharbeiter nicht bewährt, kann er zurückgeschickt werden“, erläutert Zeller. Andererseits gebe es viele Beispiele, wo Zeitarbeiter nach bestandener Feuertaufe in ein festes Beschäftigungsverhältnis übernommen worden seien. Die Zeitarbeits-Branche, früher allseits kritisch beäugt, habe ihren Ruf aufpoliert.

Zuschüsse vom Bund

Unterdessen bauen die Zeitarbeitsfirmen ihr Angebot weiter aus. Der Dekra-Arbeit-Partner Bera aus Hall produziert für Recaro selbständig Autositze, stellt Azubis ein und bildet sie in Zusammenarbeit mit Unternehmen aus. „Es wird in den nächsten Jahren einen riesigen Fachkräftemangel geben“, glaubt Geschäftsführer Rath. „Dagegen müssen wir etwas tun.“ Mit Zuschüssen vom Wirtschaftsministerium und der Arbeitsagentur lernen junge Leute ein Jahr bei Bera einen Beruf, die nächsten zweieinhalb Jahre verbringen sie in einem Unternehmen. Lehrherr bleibt aber die Zeitarbeitsfirma. Sie soll darauf achten, dass die Azubis an ihrem Einsatzort nicht als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden.

Quelle Heilbronner Stimme vom 14.12.2006 von Hagen Stegmüller www.stimme.de

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