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Noch nie verarbeitete Offenau so viele Rüben am Tag

     
 
 

20.12.06


 

Bilanz bei Südzucker nach erfolgreicher Kampagne: Den dicken Feldfrüchten mangelte es etwas an Süße. 13 400 Tonnen Rüben wurden am Tag verarbeitet - das gab’s noch nie. 2005 hatte der Schnitt bei 13 048 Tonnen gelegen.

Werkleiter Dr. Arnd Reinefeld lehnt sich sichtlich zufrieden in seinem Chefsessel zurück. Seine erste Kampagne im Offenauer Südzuckerwerk war erfolgreich. 13 400 Tonnen Rüben wurden am Tag verarbeitet - das gab’s noch nie. 2005 hatte der Schnitt bei 13 048 Tonnen gelegen. Natürlich ist der gebürtige Niedersachse eigentlich ein alter Kampagne-Hase. „Ich habe bestimmt schon mehr als 30 Kampagnen betreut“, sagt der Chemiker, der auch die Südzuckerfabriken in Groß-Gerau und Offstein leitet.

Nicht nur die tägliche Verarbeitung lag in Offenau auf Rekord-Niveau, auch das Wetter meinte es bei der Ernte gut mit den Bauern. „Es gab keinen Frost, es hat wenig geregnet, so dass auch kaum Erde an den Rüben hing“, fasst Reinefeld zusammen. „So eine ideale Kampagne gibt es selten.“ 50 000 Tonnen Erde sind von 27. September bis Mitte Dezember trotzdem zusammengekommen, als rund eine Million Tonnen der Feldfrüchte auf dem Südzuckergelände mit schwerem Wasserstrahl vom Hänger gespritzt und gesäubert wurde. Erde, die jetzt in werkseigenen Sedimentationsteichen ausgebracht wird und hier erst einmal trocknet. Nach vier Jahren kann sie dann wieder auf die Äcker verteilt werden.

Nicht ganz so glücklich macht hingegen der Zuckergehalt der Rüben. Dick und groß sind sie zwar geworden, an den inneren Werten hapert es aber doch ein wenig. Lag der Zuckergehalt 2005 noch bei 18,4 Prozent, schrumpfte er jetzt auf 16,8 Prozent. „Das ist schon etwas enttäuschend niedrig“, sagt Reinefeld. Schuld ist der Regen im August, der für Fülle sorgte. Um ein richtig süßes Früchtchen zu werden, hätte die Rübe mehr Sonne vertragen können.

153 000 Tonnen Zucker gewannen die Offenauer. Da sind die 42 000 Tonnen bereits mitgerechnet, die in den Tanks lagern und ab April bei der Dicksaftkampagne erst in kristalline Form umgewandelt werden. 153 000 Tonnen Zucker, das sind rund 30 000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Dass insgesamt weniger verarbeitet wurde, liegt an der Quotenkürzung um 15 Prozent der EU im Rahmen der neuen Zuckermarktordnung. „Die quantitativ gute Ernte hat die Kürzung etwas kompensiert“, sagt Reinefeld. „Wir müssen abwarten, wie sich die Dinge im Rahmen der Zuckermarktordnung im kommenden Jahr entwickeln und ob es wieder eine Quotenkürzung gibt.“ Auswirkungen hatte das auch auf die Dauer der Kampagne. 76 Tage zuckelten die Transporter über die B 27, um ihr Gut abzuladen. 2005 hatte die Verarbeitungszeit 87 Tage betragen. Für eine der kürzesten Kampagnen der Vergangenheit war 2003 der Jahrhundertsommer mit 71 Tagen verantwortlich gewesen.

Nach dem obligatorischen Großputz können die Mitarbeiter in eine ruhige Vorweihnachtswoche starten. „Nach Ende der Kampagne wird die Fabrik von vorne bis hinten sauber gemacht, Hallen ausgespritzt, Maschinen gereinigt, damit nichts korrodiert. Außerdem müssen Rohre entwässert werden, nicht dass sie bei Frost platzen“, erklärt Reinefeld. Noch bevor die Angestellten die dritte Kerze am Adventskranz anzünden, hatten sie diese Arbeit hinter sich. Am gestrigen Freitag war das Reinemachen beendet.

Quelle Heilbronner Stimme vom 16.12.2006 von Petra Halamoda Foto Ralf Seidel www.stimme.de

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