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Eubigheim wird Stützpunkt für Süddeutschland

     
 
 

28.12.06


 

Unternehmensgruppe Cantillana kaufte das Fabrik-Areal in Eubigheim und richtet dort ein Auslieferungslager für Baustoffe ein. Künftig wird hier die Niederlassung für Baden-Württemberg sein.

Das seit langem leerstehende Gebäude der Firma Etkus in Eubigheim bekommt einen neuen Nutzer. Die Firma Cantillana hat das Gebäude gekauft und will es zunächst als Auslieferungslager für den Vertrieb ihrer Produkte nutzen. Das italienische Unternehmen, dessen deutsche Zentrale in Essen beheimatet ist, vetreibt und produziert Putze, Mörtelprodukte, Estrich und Wärmedämmsysteme.

Eubigheim wird künftig die Niederlassung von Cantillana für Baden-Württemberg sein. "Wir haben uns natürlich gründlich umgesehen und sind letztendlich auf den Standort Eubigheim aufmerksam geworden", meinte Jürgen Michael Frischknecht, der Gebietsleiter für Süddeutschland im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Ausschlaggebend für Eubigheim seien drei Faktoren gewesen. Frischknecht: "Die Verkehrsanbindung mit der Nähe zur A 81 ist natürlich ideal." Von Eubigheim aus gelange man über die A 81 schnell auf die A 6 oder die A 3 und könne so den süddeutschen Raum ideal, weil schnell, versorgen.

Maßgeblich sei zudem gewesen, dass die Ansiedelung der Firma Cantillana in Eubigheim für die Gemeinde Ahorn von Bedeutung sei. "Hätten wir uns im Ballungsraum angesiedelt, hätte kein Hahn nach uns gekräht, so bekommen wir über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum auch noch einen kleinen Obulus, weil wir im ländlichen Raum Arbeitsplätze schaffen" so Frischknecht weiter. Als dritter Faktor komme hinzu, dass die Grundstückspreise abseits der Metropol-Regionen wesentlich günstiger und somit auch erschwinglicher sind.

Zunächst ist angedacht in Eubigheim ein Auslieferungslager einzurichten. Dafür werden wohl sieben Arbeiter benötigt. Sollte sich der Standort bewähren, sollen in Eubigheim auch Putze, Mörtelprodukte und Estrich produziert werden. Dies würde bedeuten, dass weitere zehn Arbeitsplätze hinzukommen. "Die Bevölkerung muss durch die Produktion keine Lärm- oder Schmutzbelästigung fürchten", will Frischknecht mögliche Ängste der Bevölkerung im Keim ersticken. "Die Rohstoffe werden angeliefert, mit Zusätzen versehen, gemischt und dann in Silos gelagert." Ein Schreddern oder ähnliche Arbeitsgänge werde es nicht geben. "Es ist eine saubere Produktion, kein Lärm und kein Dreck."

"Wir hoffen irgendwann in Ahorn Steuergelder zu zahlen", meinte Frischknecht. Doch das ist erstmal Zukunftsmusik. Momentan ist man dabei, das Firmengebäude zu bestücken, die Betriebsstoffe einzulagern. Bis Ende Januar will Cantillana soweit sein, dass Bestellungen von Eubigheim aus erledigt werden können. "Im Februar/März, wenn's auf dem Bau wieder losgeht, wollen wir aus dem Vollen schöpfen können", so Frischknecht.

"Für uns ist es natürlich ein Glücksfall das die Industriebrache wieder mit Leben erfüllt wird", freut sich Bürgermeister Elmar Haas im Gespräch mit den FN. Und er bestätigt Frischknechts Einschätzung, dass im strukturschwachen ländlichen Raum um den Ahornwald auch rund zehn Arbeitsplätze von Bedeutung sind. "Da ist es doch nur logisch, dass wir die Ansiedelung mit ELR-Mitteln unterstützen." Neben der möglichen Steuereinnahmen ist für Haas die Schaffung von Arbeitsplätzen ein wichtiger Aspekt.

Cantillana ist ein europäisches Unternehmen, das Fertigmörtel, Fliesenkleber, Putze, Farben und Wärmedämm-Verbundsysteme herstellt. Die bretonische Familie Cantillana gründete 1875 in St. Niklas einen kleinen Baustoffhandel. Dieser entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Produktionsstätte für gipsgebundene Produkte und mineralischen Mörtel.

Die Gruppe Stadsbader übernahm 1981 Cantillana. Sie war seit mehr als 35 Jahren in verschiedenen Bereichen der Baubranche tätig. So expandierte die Cantillana als belgisches Unternehmen zu einer europäischen Gruppe, die ihre Aktivitäten in Frankreich, Deutschland und den Benelux-Ländern ausbaute. Die Zusammenlegung der französischen Gruppe Mauer und der deutschen Gruppe Granol/Strasser unter dem Dach Catillana hat über die belgischen Produktionskenntnisse hinaus ermöglicht, die Produkte auszubreiten und zu einer integralen und hochwertigen Produktpalette weiter zu entwickeln. Cantillana bietet zur Zeit umfassende Lösungen für den Profi im Bausektor, Architekten, Ingenieurbüros, Bauunternehmer und Privatpersonen.

Die Cantillana hat den Umweltschutz als eines ihrer Unternehmensziele definiert. Der Schutz von Umwelt und Ressourcen ist im Rahmen der Qualitätssicherung (ISO 9001) der permanenten Überwachung und Verbesserung unterworfen.

Eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Unterschreitung der maximal zulässigen Lärmemission um 5 dB(A) ist nur ein Beispiel dafür. Um die Umweltbelastung zu minimieren, wird anliefernden Silofahrzeugen zur Entleerung Druckluft zur Verfügung gestellt. Durch eine Reduzierung der Dieselstaplertransporte der angelieferten Rohstoffe und die Ablösung der Dieselkompressoren der Anlieferfahrzeuge wird eine Verminderung des CO2-Ausstoßes von 35500 kg/Jahr erzielt. Stäube werden durch modernste Filtertechnik zurückgehalten und wieder der Produktion zugeführt.

Quelle Fränkische Nachrichten vom 23.12.2006 von Harald Fingerhut www.fnweb.de

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