Der Güglinger Reinhold Moser ist ein Tüftler und setzt große Hoffnungen auf sein neuestes Produkt: die kleinste und stärkste Wäscheklammer der Welt.
Erfinder sein ist ganz schön anstrengend. „Ich bin wochenlang nicht mehr aus der Werkstatt gekommen“, sagt Reinhold Moser. „Tausend Versuche hab’ ich gebraucht.“ Umso zufriedener ist der 59 Jahre alte Güglinger mit dem Ergebnis. Vor ihm auf dem Tisch liegt die, nach seiner Einschätzung, „kleinste, vielseitigste und stärkste Wäscheklammer der Welt“.
Jetzt muss das Produkt nur noch den Markt erobern. Wobei dieses „muss“ durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn Reinhold Moser hat nach eigenen Worten „sehr viel Geld in die Geschichte gesteckt“. Aber er ist vom Erfolg überzeugt, hat längst Verbindungen geknüpft. Seit er seine Klammer vor einigen Wochen auf der Nürnberger Erfindermesse vorgestellt habe, gebe es „viele Anfragen“.
Moser ist gelernter Kaufmann, aber im Grunde, sagt er, „wäre ein technischer Beruf das Richtige gewesen“. Das Tüfteln liegt dem Güglinger, der auch im Erfinderclub Neckar-Odenwald mitmischt, einfach im Blut. Vor zwei Jahren hat er schließlich ein Geschäft angemeldet: „Entwicklung und Patentverwertung“. Das Wort „entwickeln“ mag er ohnehin lieber als „erfinden“.
Die Idee mit der Wäscheklammer kam ihm, wie das so oft ist bei Tüftlern, im häuslichen Umfeld. Drei Kinder sind im Haushalt groß geworden. Wie oft wusste man da nicht, wem welche Strümpfe gehören. Und wie oft fehlte, kaum erklärlich, das Gegenstück. „Und wenn die Frau dann abends einen Puzzleabend macht mit der Strumpfkiste“ - ja, dann hält sich der Spaß in Grenzen.
„Du machst doch so viele Sachen, bring’ mir doch mal ’ne brauchbare Klammer“, hat ihm seine Frau eines Tages genervt gesagt. Also hat sich Reinhold Moser den Kopf zerbrochen über eine Klammer, die vielseitig ist, die man zum Sortieren und Aufhängen benutzen kann, die man - und das geht nur ohne rostende Feder - auch in der Waschmaschine mitwaschen kann. Er hat sich Kunststoffteile besorgt, hat gesägt, gebohrt und geklebt, hat probiert und probiert. „Allein an der Feststellachse hab ich ein Jahr rumgeschafft“, sagt er. Dann war die „Wasch- und Sortierklammer“ irgendwann perfekt - mit gezacktem Unter- und Oberteil, mit einem Klemmhaken, der in zwei Richtungen arretiert und zum Öffnen und Aufhängen dient. Klar, dass es die Klammer in zig bunten Spielarten gibt - so kann die Wäsche der Familienmitglieder nach Farben sortiert werden.
Reinhold Moser hat ein Gebrauchsmuster eintragen lassen, hat seine Entwicklung patentrechtlich abgesichert. Er hat eine Firma gesucht, die ihm die Werkzeuge baut und die Einzelteile auch spritzt. Und er hat sich nach Geldgebern umgeschaut und ist jetzt dabei, eine Vertriebsfirma, die „Collect-Fix-AG“, eintragen zu lassen. Über sie möchte er den Großhandel beliefern. „Wir wollen auf dem internationalen Markt operieren.“ Auch übers Internet soll die Klammer erhältlich sein. Als Erfinder, sagt er, müsse man heute auch Manager sein: „Sie müssen sich um alles selber kümmern.“ Schwer enttäuscht ist er von den heimischen Banken. Keine war bereit, sich auf seine Geschäftsidee einzulassen, einen Startkredit zu gewähren.
Mit der Klammer hofft Moser Geld zu machen, „Geld für meine anderen Patente“. Er hat schon einige angemeldet: die Zapfboxen zum Beispiel, die die Getränkelogistik revolutionieren sollen, die Rastersteine, die beim Klinkerbau genutzt werden können, die römische Heizung für Wände und Fußboden, die sich ans Hippocaustum-Prinzip anlehnt... Er hat noch andere Sachen, aber über die „darf ich nicht reden“, sagt Moser. Nicht dass ihm einer die Idee wegschnappt.
Wer sich für Reinhold Mosers Entwicklungen interessiert: Kontakt gibt es über Telefon 07135/4202 und per E-Mail an die Adresse moser-g@t-online.de.
Quelle Heilbronner Stimme vom 28.12.2006 von Thomas Dorn www.stimme.de
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