Heilbronner Professoren werden voraussichtlich ab Herbst 2007 an der Vietnam National University lehren. Ein Kooperationsvertrag wurde jetzt in Vietnam unterzeichnet.
Schon im nächsten Jahr sollen Professoren aus Heilbronn und von anderen baden-württembergischen Hochschulen an der Vietnam National University in Ho-Chi-Minh-City Vorlesungen halten. Kaum hat die Hochschule Heilbronn ein erstes betriebswirtschaftliches Master-Aufbaustudium aufgestellt, exportiert sie schon Masterprogramme nach Südostasien. Gemeinsam mit der Hochschule Nürtingen bietet sie für Hochschulabsolventen mit Bachelor-Abschluss, zwei Jahren Berufserfahrung und ausreichenden Englischkenntnissen drei MBA-Studiengänge an: „Tourism and Hospitality Management“, „Information Technology Management“ und „International Finance and Management“. Je 30 Studierende sollen in sechs Trimestern beziehungsweise zwei Jahren berufsbegleitend den Mastertitel erwerben können.
Zwischen 11 000 und 14 000 Dollar wird ein Vietnamese in den deutschen MBA-Titel aus Heilbronn oder Nürtingen investieren müssen, schätzt Christian Buer, Professor im Studiengang Tourismusbetriebswirtschaft und Organisator des Lehrangebots im fernen Osten. Für leitende Angestellte, die 300 Dollar im Monat verdienen und nicht von reichen Eltern unterstützt werden, ist das ein hoher Preis.
Buer macht sich jetzt auf die Suche nach Professoren, die gerne für betriebswirtschaftliche Blockseminare nach Ho-Chi-Minh-City reisen. Lehre, Qualität und Prüfungsverantwortung liegen in seinen Händen. Eine private German-Vietnam-Academy, gegründet von dem Pforzheimer Honorarprofessor Winfried Hüttl, ist in dem Master-Projekt mit Vietnam für die unternehmerischen Abläufe zuständig. Noch hat der Senat der Heilbronner Hochschule dem „MBA-Export“ nicht zugestimmt, aber Rektor Gerhard Peter sieht keine Widerstände.
Die Hochschule betritt mit dem Engagement in Vietnam ein neues Feld und steht in großer Konkurrenz zu internationalen Lehrangeboten aus den USA und Australien. Vietnamesische Studenten, die in Heilbronn studieren, haben keinerlei Nutzen von dem Programm. Christian Buer geht es vielmehr um den Aufbau eines internationalen Netzwerkes und um die Vermarktung der Lehre von Professoren. Auch sieht er in der Möglichkeit, international tätig zu sein, einen Anreiz, gute Professoren für die Hochschule Heilbronn zu gewinnen.
Quelle Heilbronner Stimme vom 6.11.2006 von Gertrud Schubert www.stimme.de
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