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Vom Lehrerpult zum Wohlfühlklassenzimmer

     
 
 

11.1.07


 

Die Öhringer Firma Schaffitzel  profitiert vom Trend zu Ganztagesschulen. Bereits seit 1879 werden hier Schulmöbel produziert. Heute arbeiten rund 300 Mitarbeiter in diesem traditionsreichen hohenloher Familienunternehmen.

Politiker debattieren über die Ganztagsschule, Pädagogen planen fleißig. Aber ohne die passende Einrichtung lässt sich kein vernünftiges Ganztagskonzept planen. Für das Hohenloher Spezialmöbelwerk in Öhringen ist das eine ganz neue Herausforderung.

Das Unternehmen richtet schon seit 1879 Schulen ein und hat dabei schon viele pädagogische Entwicklungen mitgemacht. So zählte vor 100 Jahren noch das Lehrerpult zu den Verkaufsschlagern der Öhringer, der den Schulmeister mittels Podest höher stellte. Doch die Zeiten haben sich geändert. "Tisch und Stuhl reichen in der Ganztagesschule nicht mehr aus", sagt Hohenloher-Vertriebsleiter Jochen Zeuch. In Zusammenarbeit mit Pädagogen ist das Unternehmen dabei, Schulmöbel neu zu erfinden. Denn: "In der Ganztagesschule kann der Lehrer nicht immer nur der Vorturner sein."
 
Ein modernes Klassenzimmer müsse neben dem Frontalunterricht auch selbstständiges Arbeiten und Phasen von Gruppenarbeiten zulassen. Das Ergebnis: die Lernwerkstatt mit unterschiedlichen Bereichen, mit flexiblen Raumteilern und speziell entwickelten Themenschränken und Thementischen. "Eine Lernwerkstatt muss allerdings größer sein als ein normales Klassenzimmer", sagt Zeuch.
 
Vielfältig nutzbar
 
Nicht nur im Klassenzimmer warten neue Herausforderungen auf die Schuleinrichter. Auch das Mittagessen zwingt sie ans Zeichenbrett. Denn: Raum ist teuer - und zu schade dafür, die meiste Zeit leer zu stehen. "Es ist entscheidend, dass eine Mensa nicht nur für das Mittagessen genutzt werden kann", erklärt Zeuch. Für die Möbelbauer heißt das: Tische und Stühle müssen möglichst flexibel sein und schnell zur Seite geschoben werden können, damit der Raum einen Mehrfachnutzen bekommt.
 
"Wenn Ganztagspädagogik erfolgreich sein soll, dann muss man eine Atmosphäre schaffen, in der sich alle wohlfühlen können", glaubt Jochen Zeuch. "Und zwar Lehrer und Schüler." Ein wichtiges Thema ist für den Schulausstatter deswegen auch die Frage des Lehrerzimmers. Sollen die Pädagogen länger in der Schule präsent sein, dann brauchen sie bessere Bedingungen: "Lehrer brauchen einen ordentlichen Arbeitsplatz." Aus dem Lehrerzimmer wird nach Zeuchs Vorstellungen ein "Coffice". Also eine Mischung aus Caféteria und Office.

Quelle Haller Tagblatt vom 11.01.2007 von Manfred Stockburger www.hallertagblatt.de

300 Leute arbeiten für die Firma Schaffitzel

Die Hohenloher Spezialmöbelwerk Schaffitzel GmbH & Co. KG in Öhringen geht auf die Firma Kottmann zurück, die 1879 mit der Produktion von Schulmöbeln begann. Heute beschäftigt das Unternehmen etwa 300 Mitarbeiter, rund 200 davon in Öhringen. Weitere Produktionsstätten sind in Ilmenau, in Obersontheim und in Ungarn. Das Familienunternehmen ist auch im Ausland aktiv. Das Thema Ganztagsschule sorgt seit 2003 für steigende Umsätze.
 
Das Unternehmen Schaffitzel in Öhringen hat geschäftlich nichts mit dem Unternehmen Schaffitzel in Sulzdorf zu tun, gleichwohl bestehen familiäre Verbindungen: Die Großväter von Jürgen Schaffitzel, Geschäftsführer der Schaffitzel Holzindustrie in Sulzdorf, und Eckart Schaffitzel, Geschäftsführer Öhringen, waren Brüder

Quelle Haller Tagblatt vom 11.01.2007 SEL

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