Die Bedeutung des Tourismus für den Landkreis Schwäbisch Hall wächst. Für 2007 erwarten die Hotels im Kreis steigende Übernachtungszahlen. Doch diese kommen nicht von alleine: Viele Hoteliers stellen sich dem Wettbewerb und modernisieren ihre Häuser.
Das "Rössle" in Rechenberg, die Meisers in Fichtenau, die "Eisenbahn" in Hessental, das "Hohenlohe" und der "Adelshof" in Schwäbisch Hall: Alle diese Hotels (sowie weitere nicht genannte) im Kreis Hall verbindet, dass sie 2006 modernisieren oder erweitern. "Der Markt verändert sich schnell, man muss schauen, wo man eine Marktlücke hat", sagt Josef Wolf, Inhaber der "Eisenbahn" in Hessental. Seine Nische: Tagungsgäste sowie Menschen, denen eine sehr gute Küche (ein Michelin-Stern) und eine entsprechende Unterkunft etwas wert sind. Vor der Konkurrenz durch Hotelketten ist ihm nicht bange: "Den Kettenhäusern fehlt das Persönliche", sagt Josef Wolf.
Dies sehen Armin Meiser vom Vital-Hotel Meiser in Neustädtlein, sowie Friedheinz Eggensperger vom "Adelshof" in Schwäbisch Hall, ebenso. Wer viel reist, hat satt, dass überall das Gleiche angeboten wird, bis hin zu den gleichen Bildern an der Wand", sagt Eggensperger. Allerdings stiegen die Ansprüche der Gäste an die Ausstattung und Qualität. "Häuser, die nicht jedes Jahr 15 bis 20 Prozent des Gewinnes investieren, sind bald weg vom Fenster", prognostiziert Eggensperger, der jetzt den Einbau einer Wellness-Etage im Hotel abgeschlossen hat.
Internationale Hotelketten punkten durch ihre Bekanntheit und feste Standards. Dagegen setzen die Inhaber-geführten Häuser aus der Region mit der Klassifizierung durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband auf die Auszeichnung durch Sterne, die den potenziellen Gästen in aller Welt Qualitätsstandards garantieren. Der "Adelshof" in Schwäbisch Hall setzt zusätzlich auf Kooperation mit der Marke "Romantik-Hotels", die international Qualitäts-Häuser vermarktet.
"Die Hotelklassifizierung wird einen immer größeren Stellenwert erreichen,die zunehmende Markenbildung entspricht dem größer werdenden Qualitäts- und Sicherheitsbewusstsein", sagt auch Manuela Kasper, Direktionsassistentin im Flair Park-Hotel Ilshofen. Sie stellte jüngst bei den Wirtschaftsjunioren die Konjunkturprognose für ihre Branche vor.
Von den Zahlen her zeichnet Manuela Kasper insgesamt eine positive Prognose für die Branche (mehr Umsatz, größere Bettenauslastung). Allerdings weist sie auch auf die Widerstände hin: Den mittelständischen Unternehmen prophezeit sie einen Verdrängungswettbewerb, angeheizt durch die Hotelketten, die steigenden Energiepreise und die erhöhte Mehrwertsteuer: "Mittelständische Unternehmen werden diesem Kosten- und Preisdruck nur mit großen Anstrengungen standhalten."
Quelle Hohenloher Tagblatt von Elisabeth Schweikert vom 19.01.2007 www.suedwest-aktiv.de
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