Im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ informierte die Heilbronn Business School über Studiengänge und Zugangsvoraussetzungen. Hier lernen Studierende neben ihrer Berufstätigkeit in zwei Jahren, was eine Führungskraft können sollte.
Wer Führungskraft werden will, muss früh anfangen, sich auf den Weg zu machen. Das gilt besonders für jene 28 jungen Leute, die an diesem Morgen im obersten Stockwerk des Neckarturms versammelt sind. In diesen Logenplatz ihrer Räumlichkeiten hat die Heilbronn Business School (HBS) eingeladen - zum Tag der offenen Tür, um ihr Studienangebot vorzustellen.
Das heißt aber nicht, dass einfach so zwanglos mit den Dozenten und Studenten geplaudert werden kann. Das geht natürlich auch, hinterher, aber die Hochschulleitung um Professor Wolrad Rommel hat zuvor ein straffes 90-minütiges Programm vorgesehen - so steht es jedenfalls auf der „Agenda“, wie die Tagesordnung im Business-Deutsch heißt.
Los geht es mit Rommel selbst, der die Grundidee der HBS vorstellt: „Wir suchen nicht die, die einmal den Nobelpreis gewinnen - sondern die, die Führungstalent haben.“ In kleinen Gruppen von höchstens 25 Studierenden erlernen sie in zwei Jahren an der Stiftungshochschule - sie wird von der Dieter-Schwarz-Stiftung finanziert, die auch zwei Drittel der Studiengebühren übernimmt - neben ihrer Berufstätigkeit, was eine Führungskraft können sollte. Angeboten werden dabei für deutsche Universitätsabsolventen fremd klingende Abschlüsse wie MSc, MBA und LL.M - international allerdings geläufige und vergleichbare Qualifikationen. MSc steht für den „Master of Science“ und stellt die zweite Stufe des üblichen Hochschulabschlusses in angloamerikanischen Universitäten dar. MBA steht für „Master of Business Administration“ und richtet sich vor allem an Nicht-Wirtschaftswissenschaftler, die sich auf Führungsaufgaben in der Wirtschaft vorbereiten wollen. LL.M steht schließlich für den „Master of Laws“ (eigentlich Legum Magister, wobei das doppelte L den Plural verdeutlicht). „Sie haben den Riesenvorteil, dass sie gleichzeitig arbeiten und studieren - dass Sie also das Erlernte mit ihrer täglichen Praxis vergleichen können“, sagte Rommel.
Wer Führungskraft werden will, muss aber erst einmal die Eingangsvoraussetzungen schaffen. In Englisch müssen die Bewerber den so genannten Toefl-Test bestehen - und in der HBS selbst die Auswahlgespräche, im Business-Deutsch „Assessment Center“ genannt. Einige scheinen sich heute schon darauf eingerichtet zu haben: Kaum einer der jungen Männer unter den 28 Interessenten trägt Pullover, dafür haben einige Anzug und Krawatte angelegt. Auch bei den jungen Frauen dominiert business-tauglicher Dress.
„Ich will mir einfach mal ein Bild machen, was hier geboten wird“, erzählt ein 24-jähriger Maschinenbau-Ingenieur, der bereits bei Bosch in Abstatt arbeitet. „Ich möchte gerne ein Zweitstudium dranhängen und vergleiche zurzeit, was wo in Deutschland möglich ist. Die Vielfalt ist groß; es ist wahnsinnig schwierig, die richtige Wahl zu treffen.“
Es ist vor allem die Wissbegierde der mittlerweile 180 Studenten, die Dozenten und HBS-Mitarbeiter begeistert. „Die sagen nicht, man solle mal langsam machen mit dem Stoff, die wünschen das volle Programm“, erzählt ein Mitarbeiter des Studiengangs Business Law. „Und das als Nichtjuristen - das ist schon beeindruckend, was die auf sich nehmen.“
Vielleicht gehören die 28 Interessenten an diesem Morgen ja bald zum kleinen Kreis der wissbegierigen HBS-Studenten. Reichlich gefüttert mit Informationen machen sie sich nachmittags auf den Heimweg.
Quelle Heilbronner Stimme vom 29. Januar 2007 von Heiko Rotze www.stimme.de
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