Wettbewerbsschwächere und Langzeitarbeitslose sollen nicht einfach abgeschrieben werden. Das Kombilohn-Impulsprogramm soll eine Beschäftigungsperspektive bieten.
„Gesellschaft und Wirtschaft müssen damit aufhören, gering Qualifizierte und Langzeitarbeitslose abzuschreiben. Wir müssen Ihnen vielmehr eine Beschäftigungsperspektive bieten. Jeder kann etwas Sinnvolles tun.“ Dies forderte Arbeitsstaatssekretär Dieter Hillebrand anlässlich der ersten Fachkonferenz „Kombilohn-Impulsprogramm für regionale Initiativen in Baden-Württemberg“ am 31. Januar 2007 in Stuttgart. Baden-Württemberg habe nunmehr bereits im siebten Jahr ohne Unterbrechung Monat für Monat die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer. Obwohl die positive Konjunkturentwicklung zunehmend weitere Früchte auf dem Arbeitsmarkt trage, gehe der Aufschwung nach wie vor an wettbewerbsschwächeren und geringer qualifizierten Arbeitslosen weitgehend vorbei. „Es muss alles getan werden, damit auch Wettbewerbsschwächere und Langzeitarbeitslose nicht dauerhaft von einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgeschlossen bleiben“, so Hillebrand weiter.
Der Staatssekretär zeigte sich zuversichtlich, dass mit KOLIPRI, dem Kombilohn-Impulsprogramm für regionale Initiativen in Baden-Württemberg, ein innovativer Anstoß zum Abbau der Arbeitslosigkeit gegeben wurde. „Arbeitslose Menschen, die geringer qualifiziert sind, in Arbeit zu bringen, ist nicht einfach. Zum einen werden Arbeitsplätze nicht in ausreichender Zahl angeboten. Andererseits bestehen bei vielen arbeitslosen Menschen Qualifikationsdefizite, die sich mit der Dauer der Arbeitslosigkeit oft weiter verschärfen. KOLIPRI stellt sich diesem Grundproblem“, erläuterte Hillebrand. Ziel sei es, mit einem Integrationsmanagement vor Ort die bestehenden Instrumente und Finanzierungsmöglichkeiten wie z.B. Qualifikation, Einkommensaufstockungen und Lohnkostenzuschüsse sinnvoll zu bündeln und zu einem erfolgreichen Förderansatz zusammenzufassen. „KOLIPRI ist der pragmatische baden-württembergische Weg, Menschen, die fast ihre Hoffnung verloren haben, wieder in Arbeit zu bringen. Damit haben wir eine Vorreiterrolle bei der Integration Langzeitarbeitsloser und gering qualifizierter Arbeitsloser übernommen.“ Erste Erfahrungen zeigten, dass einige Arbeitslose schon nach kurzem Aufenthalt in der Vorschaltphase von KOLIPRI in den ersten Arbeitsmarkt auch ohne Kombilohn vermittelt werden, sagte der Staatssekretär weiter.
Hinweis für die Redaktionen:
Die meisten KOLIPRI-Projekte (Laufzeit: 1.2.2006 bis 31.12.2007) befinden sich seit Juli 2006 in der Umsetzung, einige Projekte haben Anfang 2007 begonnen. Derzeit sind 63 regionale Projekte bewilligt, an denen rund 3.200 Arbeitslose teilnehmen. Nur in zwei Kreisen (Mannheim, Neckar-Odenwald-Kreis) findet kein Kombilohnprojekt statt. Für die Projekte hat das Land bislang rd. 7,5 Millionen Euro, die überwiegend aus dem Europäischen Sozialfonds stammen, bewilligt.
Nach einer ersten Auswertung liegt der Schwerpunkt der Projekte in den Branchen Verarbeitendes Gewerbe, Hotel- und Gastgewerbe, Land- und Forstwirtschaft und im Handwerk. Haushaltsnahe Dienstleistungen und Reinigungsdienste sind nur in geringem Umfang betroffen.
KOLIPRI soll ganz pragmatisch dazu anregen, die vorhandenen Instrumente (wie z.B. Qualifikation, Einkommensaufstockungen und Lohnkostenzuschüsse) verstärkt beschäftigungsfördernd zum Einsatz zu bringen. Zielgruppen sind Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitslose ab 50 Jahre. Ziel ist die Schaffung / Besetzung von zusätzlichen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Gegenüber allen früheren und derzeit laufenden Kombilohnprojekten in Deutschland besteht die Besonderheit von KOLIPRI in einer sog. „Vorschaltphase“. Diese Vorschaltphase verfolgt zwei Zielsetzungen: Ermittlung des lokalen Bedarfs im Niedriglohnbereich, zum anderen Vorbereitung der Arbeitslosen auf ihr Beschäftigungsverhältnis.
Quelle: Arbeits- und Sozialministerium
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