Der Unternehmer Gerhard Sturm hat sich in den "Ruhestand" verabschiedet. Er gehört mit zu den bedeutendsten Personen der regionalen Wirtschaftsgeschichte. Sein Name ist ein Synonym für den Ventilatorenbau in der Region.
Im Dezember wurde Gerhard Sturm 72 Jahre alt und hat noch immer nichts von seiner Vitalität verloren. Der "Rückzug" fällt ihm sichtlich schwer. Doch wie es sich für einen weitblickenden Unternehmer gehört, hat er das Feld bestellt.
Sein Nachfolger Hans-Jochen Beilke ist eingeführt. Der "Chef" von 9100 Beschäftigten kann es nun als Beiratsvorsitzender ein wenig ruhiger angehen lassen. Dass er sich ganz aus dem Geschehen bei dem renommierten Ventilatoren- und Motorenbauer heraushält, hat ohnehin niemand, dafür ist die Historie des Unternehmens einfach zu enge mit seinem Namen verbunden.
Eine Geschichte, die 1963 bei Elektrobau Mulfingen beginnt. Sein damaliger Chef und Freund Heinz Ziehl verhalf dem technischen Leiter zur eigenen Firma. Kleine Ventilatoren passen nicht ins Produktprogramm von Ziehl. Ein Glück für Gerhard Sturm. Was laut einer Anordnung des Landwirtschaftsministeriums eigentlich nicht mehr als 83 Mitarbeiter haben darf, ist heute ein weltumspannender Konzern mit rund einer Milliarde Euro Umsatz. Gerhard Sturm gehört zu jenen Unternehmerpersönlichkeiten, die den Strukturwandel in ihrer Heimatregion stets aktiv begleiteten, ihn als persönliche Aufgabe verstanden. Bei ebm- papst fanden die Menschen die Arbeit, die sie in der Landwirtschaft verloren. An seiner Verbundenheit zur Region ließ Sturm nie einen Zweifel. Lange Jahre war er für die CDU Mitglied im Kreisrat des Hohenlohekreises. "Etwas aufbauen" war immer seine Devise, der er als Firmenchef treu blieb. "Wir wollen nicht in China für Europa produzieren, schließlich leben wir hier", fasst er seine Philosophie in einen Satz.
Die Zukunft zu gestalten, versteht Gerhard Sturm als unternehmerische Pflicht. Ein Grund, warum er sich an der Heilbronner Hochschule als Beirat engagiert, einen Lehrstuhl am Standort Künzelsau finanziert und jetzt das Geld für einen weiteren bereitstellt. In den nächsten Tagen gibt es eine offizielle Abschiedsfeier. Dann geht ein ganz Großer. Aber einer wie Gerhard Sturm, geht ja eigentlich nie ganz.
Quelle Hohenloher Tagblatt Südwest aktiv vom 9. Februar 2007 von Heribert Lohr www.suedwest-aktiv.de
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