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Der Boom im Wald hält an

     
 
 

19.2.07


 

Beim Umsatz können sie nicht mit Würth mithalten - beim Wachstum hingegen schon: Um satte 20 Prozent auf 480 Millionen Euro hat die Oberroter Klenk Holz AG 2006 zugelegt.

Das berichtete Unternehmenssprecher Klaus Böltz beim vierten „Innova Holzboard” in der Zentrale des Würth-Konzerns in Künzelsau-Gaisbach. Zusammen mit dem oberpfälzischen Holzverarbeiter Pfleiderer AG stellte Klenk Neuheiten und Trends des Holzsektors vor allem für Wohnbau- und Handwerksunternehmen vor.

Der wichtigste Trend aus Sicht des Oberroter Unternehmens, das zu den fünf größten Sägewerkskonzernen Europas gehört, lautet: „Die Rohstoffversorgung in Deutschland ist gesichert.” Das habe die Bundeswaldinventur im Jahr 2005 ergeben. Danach betrage die Waldfläche in Deutschland 11,1 Millionen Hektar, der Holzvorrat belaufe sich auf 3,4 Milliarden Kubikmeter. Davon werden 50 Millionen jährlich eingeschlagen, während 79 Millionen nachwachsen.

Dabei hat die Holzindustrie auf die wachsende Nachfrage nach dem Baustoff Holz längst reagiert: Wurden 1996 noch 10,4 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz verarbeitet, so waren es 2004 schon 20,88 und vergangenes Jahr 23,6 Millionen. Wobei sich die Bundesländer wieder unterscheiden: In Brandenburg sind die Vorräte noch gewaltig, in Baden-Württemberg gibt es nur noch Erntereserven auf den Flächen kleinerer und mittlerer Privatwaldbesitzer (s. Grafik).

Dennoch bleibt Klenk dem Heimatland treu. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten für ein neues Sägewerk in Leutkirch im schwäbischen Allgäu beginnen, kündigte Böltz an. Für 90 Millionen errichtet der Konzern dort ein Ersatz-Werk für den Standort Wolfegg, der im Jahr 2000 übernommen wurde - und verdreifacht dabei die Verarbeitungkapazität: In Wolfegg werden von etwa 120 Mitarbeitern jährlich 350 000 Festmeter verarbeitet, in Leutkirich sollen es bei 350 Mitarbeitern mehr als eine Million Festmeter sein. Ferner baut Klenk sein jüngstes Sägewerk in Volgelsheim im Elsass aus. Weitere Standorte sind neben Oberrot das Bauholzwerk in Gaildorf sowie das Sägewerk in Baruth in Brandenburg.

Der Trend zur erneuerbaren Energie hat Klenk 2006 ein prächtiges Zusatzgeschäft beschert: Sägespäne und Holzhackschnitzel sind als Rohstoff für Pelletsheizungen immer begehrter. „Die Preise sind im Frühjahr geradezu explodiert”, erzählt Böltz. „Beim derzeitigen warmen Winter werden sie aber wieder anfangen zu bröckeln.” Derzeit gebe es mehr Pellets-Produktionskapazitäten, als Material verheizt werde. Klenk will ohnehin nicht alle Sägeabfälle verkaufen: Zurzeit wird in Oberrot eine Span-Palettenklotz-Produktion aufgebaut. Künftig könne das Werk dann alle Holz-Bauteile für Euro-Paletten liefern. Die Bretter werden bei Klenk ja schon lange hergestellt.

Quelle Heilbronner Stimme vom 16. Februar 2007 von Heiko Fritze www.stimme.de

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