Angehende Ingenieure der Fachhochschule Coburg waren jetzt auf Schnuppertour in der Region Heilbronn-Franken. Neben dem IT-Unternehmen Bechtle besuchten Sie den Spanntechnik- und Automationsspezialisten Schunk, die Audi AG, das BTZ der Handwerkskammer Heilbronn-Franken und das Kraftwerk der EnBW in Heilbronn.
„Wir müssen heute richtig was tun, um junge, qualifizierte Fachkräfte auf die Chancen in unserer Region aufmerksam zu machen“, betont WHF-Geschäftsführer Steffen Schoch, der inzwischen mit zahlreichen Region europaweit auch auf diesem Feld im Wettbewerb steht. Mit insgesamt acht Hochschulen im gesamten Bundesgebiet sind im ersten Halbjahr Unternehmenspräsentationen, Exkursionen und Seminartage geplant, um die Möglichkeiten in einer der wachstumsstärksten Region Deutschlands aufzuzeigen. „Man kennt zwar viele unserer Unternehmen, ordnet diese aber nicht der Region Heilbronn-Franken“, weiß Steffen Schoch, der seit gut sechs Jahren ein Netzwerk zu Hochschulen im gesamten deutschsprachigen Raum aufgebaut hat. Gut 1.400 Hochschullehrer an über 50 Hochschulen werden regelmäßig über die offenen Stellen und die Entwicklung in der Region Heilbronn-Franken informiert.
Jetzt waren 20 Studenten der FH Coburg aus dem Fachbereich Elektrotechnik/Informatik mit ihrem Professor Jürgen Kollmann zu Gast in der Region. Sie besuchten Unternehmen wie Audi, Bechtle und Schunk und informierten sich aber auch über die Entwicklungen der Solartechnik im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Heilbronn-Franken und die Gewinnung von Strom durch Kohleverfeuerung im Heilbronner Kraftwerk der EnBW.
„Wir sind ständig auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften um unser Wachstum zu halten“, betonte Juliane Bonnekessel, Personalreferentin beim Neckarsulmer IT-Unternehmen Bechtle. Derzeit seien an mehreren Standorten Hochschulabsolventen als vertriebsorientierte Mitarbeiter, so genannte „Junior Account Manager“, gesucht. „Kaufmännisches Wissen und technisches Verständnis müssten Sie mitbringen. Alles andere bringt Bechtle ihnen schnell bei“, so die für das Recruiting zuständige Personalreferentin.
Beim Lauffener Spezialisten für Spanntechnik und Automation stellt Wolf-Rainer Müller die einzigartige Unternehmensentwicklung von Schunk vor. Nach dem 2. Weltkrieg unter einfachsten Verhältnissen als mechanische Werkstatt gegründet ist SCHUNK heute ein weltweit operierender Technologieführer, weltgrößter Anbieter von Spannbacken, weltgrößter Anbieter im Bereich Dehnspanntechnik und Marktführer in der Greiftechnik.
Schunk ist mit eigenen Niederlassungen und Vertriebspartnern auf allen Kontinenten und in mehr als 50 Ländern mit rund 1.500 Mitarbeitern vertreten. Derzeit biete das Unternehmen auch einige Themen für Diplom- und Semesterarbeiten an. Die offenen Stellen bei Schunk seien überwiegend verkaufsbezogen. Da man aktuell stark im Bereich der Entwicklung des Zubehörs von Robotern arbeite, nehme der Bedarf sowohl nach Maschinenbau- wie auch Elektrotechnik-Ingenieuren und Technikern sowie IT-Fachleuten stetig zu.
Zusammen mit dem Hauptgeschäftsführer Gerhard Pfander stellte Johannes Richter das Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Heilbronn-Franken (BTZ) als das modernste seiner Art in Deutschland vor. Die angehenden Ingenieure zeigten sich überrascht, was das regionale Handwerk hier auf die Beine gestellt hat. „Man vermutet das nicht hinter einer Handwerkskammer“, sagte auch Professor Jürgen Kollmann. „Was von Ingenieure an neuen Technologien entwickelt wird, muss vom Handwerk in die Endkundenanwendung gebracht werden“, so der BTZ-Leiter Johannes Richter der auf das Engagement seines Zentrum von der Brennstoffzelle bis zur Regenwassernutzung verweist.
Auch der Vortrag von Würth Solergy-Geschäftsführer Bernhard Dimmler aus Schwäbisch Hall begeisterte die Studenten. Inzwischen ist Würth Elektronik, ein Unernehmen der weltweit agierenden Würth-Gruppe, der drittgrößte Leiterplattenhersteller in Europa. „Würth Solergy produziert grundsätzlich zwei verschiedene Modultypen. Module auf Siliziumbasis oder aber CIS-Module“, beschreibt Dimmler und schwärmt von der homogenen schwarzen Oberfläche des CIS-Moduls in „Nadelstreifenoptik“. Dazu kämen eine sehr positive Energiebilanz , eine hohe Zuverlässigkeit und die Möglichkeit, auch bei ungünstigen Wetterverhältnissen noch maximalen Stromausstoß zu haben.
Da die Solartechnik einen stark wachsenden Markt darstellt, werden die Produktionskapazitäten in absehbarer Zeit verdoppelt oder gar verdreifacht. Daher ermutigt Bernhard Dimmler die Studenten initiativ zu werden und sich in diesem Unternehmen der Würth-Gruppe zu bewerben. Elektro- und Regelungstechniker und Maschinenbauer wie auch Informationstechniker seien Immer wieder gesuchte Fachkräfte. Und zudem böte die Region um Schwäbisch Hall beste Voraussetzungen um selbst oder mit der Familie Fuß zu fassen.
Die Studenten besuchten auch das heute von der EnBW betriebene Steinkohlekraftwerk Heilbronn mit sieben Kraftwerksblöcken mit einer elektrischen Gesamtleistung von rund 1.150 MW. Die mit ihrem 250 m hohen Kamin weithin sichtbare Anlage am nördlichen Ende des Kanalhafens im Heilbronner Industriegebiet versorgt über eine Kraft-Wärme-Kopplung Industriebetriebe in Heilbronn und Neckarsulm mit Fernwärme.
Den Abschluss der 3-tägigen Exkursion bildete schließlich ein Besuch des Audi-Werks in Neckarsulm. „Es war eine faszinierende Möglichkeit sowohl die Marke Audi als auch Produkt, Dienstleistung und Historie an einem bedeutenden Produktionsstandort des Unternehmens authentisch zu erleben und die unverwechselbare Philosophie des Unternehmens förmlich zu spüren“, so die Gäste aus Coburg unisono.
Bereits in der kommenden Woche ist eine Gruppe der FH Gießen-Friedberg zu Gast in der Region. „Das Interesse dieser Gruppe liegt speziell beim Kennenlernen der Motorenentwicklung“, so Schoch. Deshalb führt er diese zu Getrag, Mahle, Kolbenschmidt-Pierburg und wiederum zum größten Arbeitgeber der Region – zu Audi.
Haben Sie auch Interesse an einer Exkursion? Bitte wenden Sie sich an unsere Frau Manuela Hammer m.hammer@heilbronn-franken.com
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