Im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken hält der kräftige konjunkturelle Aufschwung zu Jahresbeginn 2007 weiter an. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage durch die regionalen Unternehmen hat sich im Vergleich zum 3. Quartal 2006 weiter verbessert und ein neues absolutes Hoch erreicht. Vor allem auf die Industrie als Schrittmacher der heimischen Wirtschaft ist gegenwärtig Verlass.
Das Wachstumstempo im Verarbeitenden Gewerbe hat sich zuletzt nochmals erhöht. Auch bei der Auslandsnachfrage sind bisher noch keine Anzeichen einer Abkühlung der Weltkonjunktur zu erkennen. Erfreulich ist, dass trotz der hohen Zuwachsraten im Außenhandel gegenwärtig die Wachstumsimpulse vor allem aus dem Inland, insbesondere von der dynamischen Investitionsnachfrage kommen. Die Lage im heimischen Baugewerbe bleibt weiter günstig.
Während die Situation im Großhandel nach wie vor äußerst positiv ausfällt, ist auch bei den Einzelhändlern zumindest eine Verbesserung der aktuellen Geschäftslage festzustellen. Die regionalen Dienstleister sind mit großem Optimismus in das Jahr 2007 gestartet. Der anhaltende konjunkturelle Aufschwung macht sich zunehmend am Arbeitsmarkt bemerkbar. Dies zeigen die Ergebnisse der neuesten Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken, an der rund 370 Unternehmen mit zusammen ca. 52.800 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen haben.
Konjunktureller Aufschwung im IHK-Bezirk setzt sich fort
Die regionalen Betriebe schätzen ihre bisher schon gute wirtschaftliche Situation noch positiver als im 3. Quartal 2006 ein. 52 Prozent (Vorquartal 44 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage als gut, 7 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) der Betriebe sind mit dem Geschäftsverlauf nicht zufrieden. Beim Auslandsgeschäft ist positiv festzustellen, dass nicht nur aus Asien und Osteuropa mehr Exportaufträge kommen, sondern auch die Nachfrage aus den USA weiter stabil geblieben ist. Die aufgrund der kräftigeren Inlandsnachfrage v erbesserten Gewinnerwartungen und die gestiegene Kapazitätsauslastung haben die Unternehmen zu höheren Investitionsausgaben veranlasst. Achillesferse der Inlandskonjunktur bleibt dagegen nach wie vor der private Konsum. Der Anstieg der Realeinkommen der Verbraucher wird in diesem Jahr durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer gedämpft.
Die Personalplanungen der Unternehmen haben sich gegenüber dem 3. Quartal 2006 per saldo deutlich aufgehellt. Während 29 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) der Betriebe die Beschäftigtenzahl im Inland erhöhen wollen, zieht nur noch ein Zehntel (Vorquartal 15 Prozent) der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten einen Personalabbau in Betracht. Erfreulich ist, dass gegenwärtig in fast allen Wirtschaftsbereichen die Zahl der Unternehmen, die eine Erhöhung des Personalbestandes vorsehen, überwiegt.
Hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2007 äußern sich die regionalen Unternehmen nach den deutlich zurückgenommenen Erwartungen im vergangenen Quartal wieder zuversichtlicher. Während 41 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) der Unternehmen einen günstigeren Geschäftsverlauf in den kommenden zwölf Monaten erwarten, blicken lediglich 7 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) der Betriebe mit Skepsis auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung.
Wachstumstempo in der Industrie weiter erhöht
Rund 60 Prozent (Vorquartal 49 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Industriebetriebe bezeichnen die aktuelle Lage als gut, während lediglich 6 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) der Unternehmen mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen hat damit einen neuen absoluten Höchststand erreicht. Gegenüber dem Vorquartal hat sich die Zahl der ausländischen Auftragseingänge weiter erhöht. 46 Prozent (Vorquartal 44 Prozent) der Industriebetriebe konnten einen Zuwachs bei den Auftragseingängen aus dem Ausland realisieren. 8 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) der Unternehmen mussten hingegen rückläufige Auslandsorders hinnehmen. 41 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) der Betriebe berichten über einen Anstieg bei den Inlandsorders, während 8 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) der Industrieunternehmen Einbußen bei den Auftragseingängen aus dem Inland hinnehmen mussten.
Die nochmals verbesserten Exportaussichten und eine starke Inlandsnachfrage lassen die Industriebetriebe mit wieder großem Optimismus auf die nächsten zwölf Monate blicken. Während 43 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) der Betriebe mit einem günstigen weiteren Geschäftsverlauf rechnen, blicken nur 5 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) der Unternehmen mit Skepsis in die Zukunft. Rund 31 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) der Unternehmen planen in den nächsten zwölf Monaten die Schaffung neuer Arbeitsplätze. 14 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) der Betriebe ziehen dagegen einen Personalabbau in Betracht.
Baugewerbe profitiert von hoher Investitionsnachfrage
Nach Jahren der Krise geht es im heimischen Baugewerbe weiter aufwärts. Während 28 Prozent der Betriebe den aktuellen Geschäftsverlauf als gut bezeichnen, sind 16 Prozent der Bauunternehmen mit der Geschäftslage unzufrieden. Die Auftragseingänge haben im 4. Quartal 2006 deutlich zugelegt. Besonders gut hat sich die Lage im gewerblichen Hochbau entwickelt. Hier melden 92 Prozent der Unternehmen steigende Auftragseingänge. Die starke Belebung dürfte im Wesentlichen auf die hohe Investitionstätigkeit in den vergangenen Monaten zurückzuführen sein. Einen deutlichen Zuwachs der Auftragseingänge meldet auch der Straßen- und Tiefbau. Unbefriedigend bleibt dagegen die Situation im Bereich des Wohnungsbaus. Die Auftragseingänge gingen in diesem Teilbereich bei 57 Prozent der Betriebe zurück.
Aufgrund der verbesserten Auftragslage hat im Baugewerbe die Zuversicht hinsichtlich der weiteren Entwicklung im Jahresverlauf 2007 wieder deutlich die Oberhand gewonnen. 39 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) der Betriebe erwarten im 4. Quartal 2006 einen günstigeren Geschäftsverlauf in den nächsten zwölf Monaten. 21 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer schlechteren Geschäftsentwicklung. Etwas mehr als ein Fünftel der Unternehmen zieht Neueinstellungen in Betracht. 39 Prozent der Bauunternehmen bezeichnen ihre aktuelle Ertragslage als gut.
Großhandel weiter auf hohem Niveau
Der regionale Großhandel schätzt die wirtschaftliche Situation bei einer sehr lebhaften Umsatzentwicklung nach wie vor überaus optimistisch ein. 57 Prozent der heimischen Großhändler sprechen von einem guten Geschäftsverlauf. 71 Prozent der Unternehmen berichten von gestiegenen Umsätzen gegenüber dem Vorjahresquartal. 38 Prozent der Großhändler halten das Kaufverhalten der Kunden für kauffreudig. Hinsichtlich des zukünftigen Geschäftsverlaufs sind die Unternehmen im Vergleich zum Vorquartal wieder optimistischer geworden. 29 Prozent der Großhändler rechnen mit einer eher günstigen Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Während 28 Prozent der Betriebe eine Ausweitung der Beschäftigtenzahl beabsichtigen, planen lediglich 3 Prozent der Unternehmen des Großhandels einen Personalabbau.
Lage im Einzelhandel verbessert
Auch im heimischen Einzelhandel ist es bei einem positiv beurteilten Weihnachtsgeschäft per saldo zu einer weiteren Aufhellung gekommen. 48 Prozent der Einzelhandelsbetriebe sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während 17 Prozent der Unternehmen die aktuelle Lage als schlecht bezeichnen. Die Erholung am Arbeitsmarkt und die damit gestiegenen Einkommensperspektiven scheinen die Kaufzurückhaltung der Konsumenten etwas gelockert zu haben. Eine dauerhafte Belebung des Konsums durch ein kauffreudiges Verhalten wird jedoch erst mit einer deutlichen Reduzierung der Arbeitslosenzahlen zu erreichen sein. Die Einschätzung des Kaufverhaltens der Kunden durch die heimischen Einzelhändler hat sich gegenüber dem Vorquartal per saldo verschlechtert. 48 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) der Einzelhändler sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten. Dementsprechend erwarten 26 Prozent der Einzelhandelsbetriebe eine ungünstigere Geschäftsentwicklung, 19 Prozent der Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft. Die Einzelhändler rechnen damit, dass sich ihre Geschäfte durch die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn auch längerfristig verschlechtern werden. Während jedes fünfte Unternehmen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl in Betracht zieht, erwägt ein Zehntel der Betriebe einen Personalabbau. 28 Prozent der Einzelhandelsunternehmen sehen für das Jahr 2007 steigende, 49 Prozent der Betriebe gleich bleibende Investitionsausgaben im Inland vor.
Dienstleister beginnen neues Jahr optimistisch
Im Gleichklang mit der Industrie haben die heimischen Dienstleister das Jahr 2007 in guter Stimmung begonnen. Gegenüber dem 3. Quartal 2006 ist eine Aufhellung bei der Beurteilung der konjunkturellen Situation festzustellen. 42 Prozent der Dienstleistungsbetriebe melden eine gute Geschäftslage, während kein Unternehmen mit dem aktuellen Geschäftsverlauf unzufrieden ist. Diese positivere Einschätzung beruht auf einer dynamischen Umsatzentwicklung und stark gestiegenen Auftragsvolumina der Dienstleister. 69 Prozent der Betriebe kalkulieren mit einem Umsatzwachstum. Kein Betrieb blickt mit Skepsis in die Zukunft, 52 Prozent der Unternehmen rechnen dagegen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf. Auch die Beschäftigungsplanungen der Dienstleister geben weiterhin Anlass zu Optimismus. 35 Prozent der Betriebe planen eine Erhöhung des Personalbestandes, während nur 6 Prozent der Unternehmen Stellenstreichungen beabsichtigen. 36 Prozent der Dienstleister planen für das Jahr 2007 inländische Investitionen mit dem Ziel der Kapazitätserweiterung.
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