Trotz Niedrigwasser zum Jahresauftakt war die deutsche Binnenschifffahrt 2006 im Aufwind. Im Heilbronner Hafen wurden mit 4,7 Millionen Tonnen sechs Prozent mehr Güter verladen als 2005. Der Bundesschnitt lag bei plus 2,5 Prozent.
Dies gaben jetzt Ataman Turanli und Hafendirektor Wolfgang Feger von der Heilbronner Versorgungs-GmbH bekannt. In der „Binnenhafen-Bundesliga“ liegt Heilbronn hinter Karlsruhe (sieben Millionen Tonnen) und vor Kehl (3,4 Millionen) auf Platz sieben. Erster ist hier Duisburg (14,7 Millionen Tonnen) vor Köln, Neuss/Düsseldorf, Mannheim und Ludwigshafen.
Der Gesamtumschlag auf dem Neckar ging 2006 um drei Prozent auf 8,4 Millionen Tonnen zurück. Schuld daran ist der Plochinger Hafen, der um 45 Prozent einbrach. Hier wechselte man beim Kohletransport vom Wasserweg auf die Schiene. Beobachter werten dies Alarmzeichen für die Neckarschifffahrt. Auch Stuttgart verlor acht Prozent. Allerdings wird hier bei Daimler gerade Platz für neue Verlademöglichkeiten geschaffen.
Gleichzeitig baute Heilbronn seinen Ruf als „Hauptstadt der Neckarschifffahrt“ aus. Auf den hiesigen Hafen entfallen jetzt 55 Prozent des Jahresumschlags. Die größten Zuwächse wurden 2006 bei folgenden Gütergruppen erzielt: Mineralstoffe, Baustoffe, Mineralöle, Eisen, Stahl, Schrott sowie Holz (siehe Grafiken).
Hafenbahn
Gesperrt werden musste die Bundeswasserstraße im Frühjahr 2006 an sechs Tagen: wegen Niedrigwasser auf dem Rhein, von dessen Auf und Ab der Neckar indirekt betroffen ist. Deshalb waren die Binnenschiffe in den ersten beiden Monaten nur zu 62 Prozent ausgelastet, Im Jahresmittel aber zu 76 Prozent. Unter deutscher Flagge fuhren 2236 Schiffe, 1183 unter niederländischer, 129 unter belgischer, 22 kamen aus Frankreich, Luxemburg und der Schweiz nach Heilbronn. 41 Prozent der Güter gingen über die Grenze.
Mit einer Ladung von 1,172 Millionen Tonnen erlebte die Hafenbahn ihr bestes Transportergebnis der letzten 25 Jahre. Das Schwergutkai am Osthafen konnte das Rekordergebnis von 2005 nicht ganz erreichen, stieß aber mit insgesamt 18 212 Tonnen immer wieder an seine Kapazitätsgrenze. Besonders spektakulär war hier die Verladung einiger Passagierschiffe.
Quelle Heilbronner Stimme vom 2. März 2007 von Kilian Krauth www.stimme.de
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