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GLASMUSEUM WERTHEIM

     
 
 

9.3.07

 

Die Sammlung Foest:
Studioglas von den 60ern bis heute
1. April – 14. Oktober 2007

„Studioglas als eine Bewegung der beginnenden 60er Jahre in Deutschland und den USA bezeichnet die Befreiung des Glaskörpers von seiner Zweckform, Glas wird freie Skulptur, l’art pour l’art und Eberhard Foest war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ (Iris Nestler im Katalog zur Ausstellung). 1973 besuchte Eberhard Foestden renommierten deutschen Glaskünstler Erwin Eisch in Frauenau im Bayerischen Wald, lernte auf Symposien der Eisch-Hütte die Künstler der sich dort entwickelnden jungen Glasszene kennen und begann ihre Werke zu sammeln.

Die ca. 100 Exponate umfassende Auswahl der Glassammlung von Eberhard Foest will keine „Belegsammlung“ sein, im Sinne, dass man von jedem Künstler ein Belegstück hat. Nein, Foest hat seine Studioglassammlung durch Werkblöcke zusammengetragen. „Im Glas“, so Foest, „gibt es immer wieder sichtbare Wiederholungen von Urformen, die durch Zufälligkeiten aufgelöst werden“. Solche Wiederholungen macht Foest bei der Präsentation seiner Sammlung augenfällig, indem er zum Beispiel die Form von Erwin Eischs Glasobjekt aus der Kopfserie „Buddha“ (1982) mit einer nigerianischen „EKOI“-Maske konfrontiert oder Jirí Suhájeks weibliche Glasfigur (1979) mit einer afrikanischen Ahnen-Figur aus Benin/Togo. Danach hat Foest gesucht und ist immer wieder fündig geworden, genau wie bei seiner Afrika-Sammlung, wobei die afrikanischen Gegenstände keine Kunstobjekte, sondern Kult-Figuren sind. Ein Augenmerk bei seiner Sammeltätigkeit legt Foest auf Symmetrien in den Werksblöcken und in der Zusammenstellung der Künstler.

Neben Glasobjekten von Studioglaskünstlern der „ersten Stunde“ wie Erwin Eisch, Harvey Littleton und Finn Lynggaard zeigt die Ausstellung vor allem auch deren weite Ausbreitung bis heute mit Werken u. a. von Stanislaw Borowski, Helmut Hundstorfer, Kristian Klepsch, Marvin Lipofsky, Pavel Molvar, Willi Pistor, Theodor Sellner, Jirí Suhárek, Alois Wudy, Jörg F. Zimmermann. Zur Sammlung Foest ist ein Katalog (deutsch/engl.) erschienen.

Eberhard Foest aus Leverkusen ist nicht nur Sammler von Studioglas. Er sammelt auch Malerei und afrikanische Skulpturen.Er ist: Architekt, Bildhauer, Maler und Initiator eines Industriemuseums.

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