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StandortDialog bot Reihe von Impulsen

     
 
 

19.3.07


  Damit Firmen wettbewerbsfähig bleiben: Kernkompetenzen stärken und Potenziale bündeln

Lauda-Königshofen. Die Premiere hatte es in sich: Zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe StandortDialog Heilbronn-Franken mit mehr als 160 Teilnehmern am Donnerstagnachmittag im i_Park Tauberfranken auf dem Ottenberg in Lauda (siehe weiteren Bericht) boten die Initiatoren zwei hochkarätige Referenten auf, die das aufmerksame Publikum in ihren Bann zogen.

Unter dem Thema Innovative Wachstumsbereiche deutscher Unternehmen befasste sich dabei zuerst Prof. Dr. Dr. Johann Löhn, der Ehrenkurator der Steinbeis-Stiftung und Präsident der Steinbeis-Hochschule Berlin, mit der vorhandenen Wettbewerbsfähigkeit, ehe er die derzeitige Lage ausführlich analysierte und dabei den Strukturwandel in das Blickfeld rückte. Die Technologie gewinnt, behauptete der Physiker, der allerdings anmerkte, dass man wesentlich mehr produziere als benötigt. Dabei brauchen wir immer weniger Mitarbeiter, stellte der Redner klar, der dann die Felder Technologie, Strategien und Finanzierung einzeln auflistete, bevor er für eine produktnahe Mischung votierte und sich für eine Förderung der Infrastruktur aussprach.

Die Parameter müssen stimmen, betonte Dr. Löhn, der dazu aufrief, die Kernkompetenzen zu stärken und die Potenziale zu bündeln, wobei es darauf ankomme, Keime zu setzen, also das Ganze gewissermaßen zu impfen. Der Professor, der in diesem Zusammenhang Wertheim Village als bei spielgebend heraushob, zählte insgesamt neun entscheidende Punkte auf, während er ausdrücklich festhielt, dass aber der Mensch als Individuum immer noch die entscheidende Rolle spiele.

Der Referent, der auch die Fehllenkungen in der Bürokratie geißelte, gab abschließend den Zuhörern sein Credo mit auf den Weg: Wichtig bleibt, dass der Kunde wiederkommt und nicht die Ware. Im zweiten Vortrag beschäftigte sich dann der Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes der baden- württembergischen Industrie, Dr. Hans- Eberhard Koch, mit den Erwartungen an die kommunale und regionale Wirtschaftsförderung aus unternehmerischer Perspektive, wobei er anfangs kurz auf die Situation der Wirtschaft, speziell der Industrie, einging, die er als Hauptmotor des gegenwärtigen in dieser Stärke unerwarteten Aufschwungs bezeichnete, zumal inzwischen auch die Investitionen stark anzögen.

Diese positive Entwicklung geht aber weiter einher mit hoher Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und zunehmend unbezahlbaren Sozialsystemen, bedauerte der Redner, der dann etliche Gründe für den stetigen Verlust von Arbeitsplätzen in Deutschland auflistete. Allerdings verfüge man gerade in Baden-Württemberg über gute Standortbedingungen, erkannte Dr. Koch, der sich nach einem Abstecher zur internationalen Ebene wieder der Bundesrepublik zuwandte, um dabei zu beklagen, dass Deutschland weiterhin zu den am stärksten regulierten Volkswirtschaften gehöre.

Dies führt zu einer Erlahmung der Wachstumskräfte und der Dynamik, konstatierte der Referent, der dazu aufforderte, endlich den Konsens der Reformen in Richtung weniger Staat umzusetzen. Nach Aussagen zur Wirtschaftsförderung generell, wobei auch die heutige Modewelle der Steigerung industrieller Cluster - Ansammlungen, Knubbel oder Trauben von Firmen einer Branche in einer Region - ausgiebig erklärt wurde, richtete Hans-Eberhard Koch sein Augenmerk auf die regionalen Rahmenbedingungen, die einfach stimmen müssten.

Der Vorsitzende des Vorstandes, der die Überzeugung vertrat, dass die Kommunen weitere Aufgaben an Private vergeben könnten, machte in den zukünftigen Aufgaben der Städte und Gemeinden noch viele Unklarheiten, Änderungsbedarf und Überschneidungen aus, ehe er nach einem Seitenblick zum ewigen Zankapfel Gewerbesteuer die Empfehlungen der Wirtschaft auf den Punkt brachte.

Die Problemfelder beim Namen nennend plädierte der Redner abschließend für ein langfristiges und abgestimmtes Konzept, bei dem nur Hilfe zur Selbsthilfe, und dies zeitlich begrenzt, dem Prinzip von Markt und Wettbewerb entspreche. Die Behörden sollten dabei kundenorientiert gestaltet werden, denn: Der Abbau von Bürokratie setzt wesentliche wirtschaftliche Kräfte frei und fördert damit Unternehmen indirekt.
bix © Fränkische Nachrichten - 17.03.2007

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