Umsatzwachstum, die Schaffung neuer Stellen, Investitionen in die Fabrikanlagen und Firmenzukäufe – das zeichnet derzeit die Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken aus.
Die Elektronik-Sparte des Künzelsauer Würth-Konzerns entwickelt sich rasant: Im vergangenen Jahr hat die Würth-Elektronik-Gruppe ihren Umsatz um 22,5 Prozent auf 291 Millionen Euro gesteigert - und zwar ohne wesentliche Zukäufe. „Wir sind bescheiden zufrieden“, sagt Geschäftsführer Jürgen Klohe, der gemeinsam mit seinem Kollegen Jörg Murawski zum Jahreswechsel 2450 Mitarbeiter unter sich hatte. Etwa 400 Stellen sind im vergangenen Jahr dazugekommen.
Mit einem Investitionsprogramm baut Würth Elektronik zurzeit auch Standorte in der Region aus, denn die Zeichen stehen weiter auf Wachstum: Ins laufende Jahr sind die Hohenloher mit einem Umsatzplus von knapp 20 Prozent gestartet Zusätzlich muss der Zukauf der US-Firma Midcom verdaut werden, die im vergangenen Jahr 30 Millionen Euro umgesetzt hat und - zumeist in China - 4000 Mitarbeiter beschäftigt.
Niedernhall 15 bis 17 Millionen Euro investiert das Unternehmen bis ins nächste Jahr in Niedernhall. Auf dem Gelände der früheren Baufirma Stumpp entstehen einerseits neue Hallen für die Leiterplattenfertigung - die Produktionsfläche soll verdoppelt werden. Die Verwaltung der WE-Gruppe zieht in das ehemalige Stumpp-Verwaltungsgebäude, das komplett saniert wird - dadurch bekommt die Leiterplattensparte mehr Platz. Zurzeit sind einige Bereiche in angemietete Gebäude ausgelagert. Die Baumaßnahmen werden sich bis ins nächste Jahr ziehen. Derzeit wird an der Gestaltung der Gebäude gearbeitet. „Man kann in Deutschland noch Leiterplatten produzieren“, sagt Klohe. „Die Investition ist ein klares Bekenntnis zum Standort Niedernhall.“ Mit der Investition mache die Firma technologisch einen großen Schritt hin zur Fertigung von starr-flexiblen Leiterplatten. „Da sehen wir einen sehr großen Wachstumsmarkt.“
Ein neues Zu- und Abfahrtskonzept für die 400 Beschäftigten in Niedernhall soll den Lärm zu reduzieren - schließlich grenzt die Fabrik direkt an ein Wohngebiet an. „Wir legen großen Wert darauf, dass es keine zusätzlichen Belastungen für die Nachbarn gibt. Da nehmen wir auch richtig Geld in die Hand“, sagt Klohe.
Rot am See Um Leiterplatten mit feineren Strukturen durch Lasertechnologie und um die Verkürzung der Lieferzeiten geht es am Standort Rot am See im Kreis Schwäbisch Hall. Rund 13 Millionen investiert das Unternehmen dort zurzeit in die Modernisierung der Fertigung. Hier soll der Umbau im Wesentlichen in diesem Jahr fertig werden.
Waldenburg Die Waldenburger Sparte Eisos, die von Norbert Heckmann und Oliver Konz geführt wird, hat im vergangenen Jahr fünf Millionen Euro in Lager und Logistik investiert. Durch das rasante Umsatzwachstum sind auch hier 40 neue Stellen geschaffen worden: Im vergangenen Jahr ist der Umsatz des Bauteile-Bereichs um etwa 30 Prozent auf 92 Millionen Euro gestiegen. „Zum Bauteil gibt es bei uns ein Servicepaket“, erklärt Heckmann den Erfolg. Damit unterscheide sich das Unternehmen von seinen oftmals asiatischen Wettbewerbern: „Um in Deutschland und Europa bestehen zu können, braucht man einfach ein wenig Hohenloher Schlitzohrigkeit.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 20. März 2007 von Manfred Stockburger www.stimme.de - Foto Würth Elektronik
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