Heilbronn bleibt wie in den Jahren zuvor die sicherste Großstadt in Baden-Württemberg. In keiner anderen Stadt über 100 000 Einwohner geschahen 2006 weniger Straftaten pro Bürger und Jahr.
Auch der Landkreis Heilbronn erobert in der neuesten Kriminalstatistik einen vorderen Platz und verbessert sich auf den dritten Rang. Nur im Landkreis Calw und Alb-Donau-Kreis wurden noch weniger Straftaten verübt.
Unterlands Polizeichef Roland Eisele, der die Zahlen am Freitag in einer Pressekonferenz präsentierte, wertete diese „erfreuliche Entwicklung“ nicht allein als Erfolg der eigenen Präventionsarbeit. „Mitverantwortlich ist sicher auch die demographische Entwicklung.“ Die Bevölkerung werde im Schnitt immer älter, Straftaten werden im Vergleich aber öfter von jüngeren Personen begangen. Polizeisprecher Peter Lechner ergänzte, dass Heilbronn eine relativ kleine Großstadt ist. „Hier ist es noch überschaubar.“ Mit der Bevölkerungszahl würden auch die Straftaten zunehmen. Lechner weiß auch, dass Heilbronn den Ruf genieße, nicht das sicherste Pflaster zu sein. Doch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger lasse sich mit der Statistik nicht belegen. Auch im bundesweiten Vergleich sei Heilbronn eine der sichersten fünf Großstädte.
Bedenklich Lechner und Eisele freuten sich über den Rückgang gegenüber 2005 vor allem in den drei Bereichen, die den Ordnungshütern in der Vergangenheit große Probleme bereiteten: Die Fallzahlen bei Jungtätern (unter 21 Jahre), Gewalt- und Jugendkriminalität sinken durchweg. Dennoch gibt sich Roland Eisele keiner Illusion hin. „Die Zahlen bei den Gewaltdelikten sind immer noch Besorgnis erregend hoch.“ Hierauf wolle die Polizei ihr spezielles Augenmerk legen. Bedenklich stimme zudem, dass der Anteil der Spätaussiedler an der Zahl der gewalttätigen Täter unter 21 Jahren überproportional groß ist.
Minus 33 Prozent Einen uneinheitlichen Trend weist die Statistik bei der Rauschgiftkriminalität aus. Zwar sei für das gesamte Unterland im Vergleich zu 2005 ein Rückgang zu verzeichnen. Doch während im Landkreis die Fallzahlen um 33 Prozent fielen, nahmen sie im Stadtkreis um fünf Prozent zu. Eiseles Interpretation: „Von Heilbronn geht eine gewisse Sogwirkung aus.“
Der einzige Bereich, in dem die Polizei eine Zunahme verzeichnet, sind die Taschendiebstähle. Nach „nur“ 160 im Jahr 2005 stiegen sie 2006 deutlich auf 239 an. Eiseles Begründung: „Vor allem Diebe aus Rumänien tummelten sich auf dem Heilbronner Weihnachtsmarkt.“ Zufrieden ist die Polizei mit der Aufklärungsquote. Sie lag mit 64,3 Prozent für alle Straftaten leicht über dem Landesdurchschnitt. Die höchste Aufklärungsquote haben Mord und Totschlag, die Unterländer Ermittler fassten alle Täter.
Quelle Heilbronner Stimme vom 24. März 2007 von Helmut Buchholz www.stimme.de
Weitere Informationen unter
|