Das vergangene Jahr war das beste der Unternehmensgeschichte: Mit einem Plus von 17,4 Prozent wurde beim Akustik-Spezialisten Beyerdynamic erstmals ein Umsatz jenseits der 30 Millionen Euro erreicht - und zwar 30,8 Millionen.
Die Zahl der Mitarbeiter ist in ähnlichem Maß gewachsen um 40 auf nunmehr 300. Entsprechend zufrieden ist Geschäftsführer Wolfgang Luckhardt mit den nun vorliegenden Zahlen. Zumal, wie er erläutert, das Wachstum nicht bloß auf die allgemein gute Konjunktur zurückgeht. „Wir haben eine große Zahl innovativer Produkte in allen Geschäftsbereichen eingeführt“, nennt er einen für ihn wichtigeren Grund. „Und wir haben unseren weltweiten Vertrieb ausgebaut und nun eine Vertrauensposition erreicht.“ Außerdem habe das Heilbronner Familienunternehmen seinen Bekanntheitsgrad kräftig gesteigert.
Prestigeträchtig
Die Beschäftigten am Stammsitz an der Heilbronner Theresienstraße stellen Kopfhörer, Mikrofone und Konferenztechnik her. Hinzugekommen sind im vergangenen Jahr Produkte für die Luftfahrt. „Das ist eine Nische“, räumt Luckhardt ein. „Doch der Erfolg ist sehr gut. Es ist ein kleiner, aber prestigeträchtiger Markt.“
Herausragende Projekte gab es 2006 mehrere. Stadien der Fußball-WM wurden mit Konferenz- und Reportertechnik ausgestattet, das südafrikanische Parlament erhielt neue Konferenzsysteme, für den Vorstand von Daimler-Chrysler in Stuttgart wurde ein abhörsicheres System eingebaut. Auch der oberste Gerichtshof in Chile, der hessische Landtag und das chinesische Innenministerium zählten zu den Kunden.
Die Aussichten für das neue Jahr sind weiterhin gut. „Wir haben das Luxusproblem, dass wir alle Anfragen irgendwie bewältigen müssen“, sagt Luckhardt. Zweistelliges Wachstum sei geplant, und die ersten beiden Monate lägen bereits wieder über Plan.
Neue Produkte
„Wenn es so weiter geht, stoßen wir in drei Jahren in Heilbronn an unsere Grenzen.“ Daher werde nun schon über eine Vergrößerung des Gebäudekomplexes am Stammsitz nachgedacht. Fest stehe jedenfalls, dass die Produktion in Deutschland bleiben soll, kündigt der Geschäftsführer an. Zwar gibt es seit einigen Monaten auch ein Werk in Brasilien, doch dort werden nur Kernkomponenten aus Heilbronn mit in Brasilien produzierten Teilen wie Kabeln und Hüllen zusammengesetzt - und auch nur für den dortigen Markt, versichert Luckhardt. „Ähnliches planen wir auch in anderen Ländern“, deutet er an.
Unterdessen geht die Entwicklung neuer Produkte weiter. In diesem Jahr kommen unter anderem Kopfhörer auf den Markt, die den räumlichen Eindruck einer Konzerthalle wiedergeben sollen - wenn der Hörer den Kopf dreht, meint er, der Klang des Orchesters komme nun von der Seite. Möglich macht dies eine Art Antennensystem, das auf den Hörern montiert ist und wie Hörner aussieht. Geplant sind außerdem spezielle Kopfhörer oder Headsets für PC-Spieler. Und bereits auf den Markt ist ein Kopfhörer-Verstärker - „vor allem etwas für Hifi-Enthusiasten“, sagt der Geschäftsführer. Basis für diese Entwicklung war wiederum ein neuartiges Konferenzsystem, bei dem der Sprecher nun ohne das sichtbare Schwanenhals-Mikrofon auskommt. Und es wird immer weiter entwickelt und geforscht.
Beyerdynamic
Das Heilbronner Unternehmen wurde 1924 in Berlin von Eugen Beyer gegründet und stellte anfangs Kinolautsprecher her. 1937 wurde hier der erste dynamische Kopfhörer der Welt entwickelt, 1939 das erste studioreife dynamische Mikrofon der Welt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zog das Unternehmen 1948 nach Heilbronn um. Beyerdynamic befindet sich nach wie vor in Familienbesitz.
Höhepunkte
Die erste Beatles-Tournee durch Deutschland bedeutet auch den schlagartigen Durchbruch für Beyerdynamic: Die Pilzköpfe nutzen bei ihren Konzerten exklusiv das Mikrofon E\x0f1000. Fortan ist das Heilbronner Unternehmen Ausstatter von Rockbands auf der ganzen Welt. Später kommen unter anderem Kopfmikrofone für Sportreporter oder singende Schlagzeuger und Keyboarder hinzu. Frz
Quelle Heilbronner Stimme vom 3. April 2007 von Heiko Fritze www.stimme.de
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