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Der Neckar wird für den Wettbewerb fit gemacht

     
 
 

5.4.07

 

Die 27 Schleusen, die den Neckar auf einer Strecke von 203 Kilometer zwischen Mannheim und Plochingen schiffbar machen, werden ausgebaut. Mitte März fand im Innenministerium Baden-Württemberg ein Gespräch mit den zuständigen Vertretern des Bundes statt, bei dem der Zeitplan abgesteckt wurde. Danach soll die Planung in den Jahren 2008 bis 2011 erarbeitet werden. Die Verlängerung der Schleusenkammern von derzeit rund 110 Meter auf mindestens 140 Meter soll in den Jahren 2012 bis 2021 erfolgen.

Notwendig ist diese Baumaßnahme, weil die modernen Motorgüterschiffe eine Länge von bis zu 135 Meter haben und nur in dieser Größe wirtschaftlich fahren können. Die Schleusen an Main, Mosel und Saar erfüllen diese Längenvoraussetzungen schon seit langem.

Dass über vier Jahre geplant wird, liegt im Wesentlichen daran, dass für jede Schleuse aufgrund der Statik, der Stauhöhe und des Untergrunds individuell vorgegangen werden muss. Keiner Schleuse kann deshalb ein Baukastensystem übergestülpt werden. Gebaut wurden die Schleusen im Abschnitt Mannheim bis Heilbronn vor 1940, von Heilbronn bis Plochingen im Zeitraum von 1950 bis 1968.

Personalmangel

Vorgesehen ist, vier Ingenieur-Teams zu bilden. Jede Arbeitsgruppe wiederum ist für den Bau von sechs, sieben Schleusen verantwortlich. „Das bedeutet, dass einmal vier Baustellen gleichzeitig laufen“, erklärt der Heilbronner Hafendirektor Wolfgang Feger. Der Baustart orientiert sich am aktuellen Sanierungsbedarf der Schleusen. Ziel der Planer ist, die Schleusenkammern unter Aufrechterhaltung der Schifffahrt zu verlängern. „Das funktioniert, weil die meisten der 27 Neckarschleusen Doppelschleusen sind“, so Feger. Die Oberbauleitung hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg. Zurzeit stellt der Bund pro Jahr rund 30 Millionen Euro für Investitionen in die 27 Neckarschleusen bereit. „Dieses Geld wird jedoch in den seltensten Fällen abgerufen“, weiß Ataman Turanli, Geschäftsführer der Heilbronner Versorgungs GmbH (HVG), in deren Verantwortungsbereich der Hafen liegt. Der Grund dafür ist, dass der Bund in den vergangenen Jahren Planungspersonal abgebaut hat und somit selbst dringliche Baumaßnahmen nicht angegangen werden konnten.

Dieser Fachkräftemangel in den Planungsbüros der Behördenstuben führt jetzt dazu, dass der Bund zwar 150 Millionen Euro für den Ausbau der Schleusen bewilligt hat, jedoch bei der Planungsabwicklung in der Bredouille steckt. Baden-Württemberg hat deshalb unlängst erklärt, fünf Planer dem Bund zur Verfügung zu stellen. An den Ausbaukosten will sich das Land nicht beteiligen, da es sich hierbei um eine originäre Aufgabe des Bundes handelt.

Naturschutz

Allerdings will die baden-württembergische Landesregierung Stand heute Natur- und Umweltschutzmaßnahmen, die unmittelbar mit der Verlängerung der Schleusen zusammen hängen, finanzieren. Aktuell ist die Rede von einem Betrag von 150 Millionen Euro, sodass für das Gesamtprojekt „Schleusen am Neckar“ 300 Millionen Euro zur Verfügung stünden. Noch aber hat das Land die 150 Millionen Euro nicht genehmigt.

Dass die 150 Millionen Euro des Bundes für die Kammernverlängerung ausreichen, davon geht Turanli aus, auch „wenn sich 5,5 Millionen für jede der 27 Schleusen wenig anhört“. Doch was muss gemacht werden? Es müssen 35 Meter neue Schleusenwände betoniert und es muss ein neues Tor eingesetzt werden.

Vom Tisch sind Überlegungen, die Neckarbrücken zu erhöhen, damit die Binnenschiffe Container dreilagig transportieren könnten. „Allein schon wegen der unter Denkmalschutz stehenden historischen Brücke bei Heidelberg geht keiner dieses Thema an“, sagt Hafendirektor Feger. Der Neckar ist deshalb immer nur zweilagig zu befahren: „Damit hat sich zwischenzeitlich jeder abgefunden.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 5. April 2007 von Joachim Friedl www.stimme.de

Weitere Informationen unter

Investors' Link / Infrastruktur / Schifffahrt

 
         
         
 
 

 
 
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