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Regierungsbezirk Stuttgart unter den Top-EU-Regionen

     
 
 

11.4.07

 

Der Südwesten ist in der Spitzengruppe der wirtschaftsstärksten Regionen der Europäischen Union (EU) gut vertreten. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg zählen mit Stuttgart und Karlsruhe zwei Regierungsbezirke im Land zu den Regionen Europas mit der höchsten Wirtschaftskraft.

Hierzu rechnet das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) jene Regionen, deren Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner kaufkraftbereinigt den EU-Durchschnitt um mindestens 25 Prozent überschreitet. Nach dem vor Kurzem von Eurostat veröffentlichten regionalen BIP 2004 für die insgesamt 268 so genannten NUTS-2-Regionen (in Baden-Württemberg sind dies die vier Regierungsbezirke) belief sich das BIP je Einwohner im Durchschnitt der seit dem EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien zum 1. Januar 2007 nunmehr 27 EU-Mitgliedstaaten auf gut 21 500 Euro. Die Spannweite reicht von knapp 24 Prozent des Durchschnittswertes der EU 27 in der Region Nord-Est in Rumänien bis zu 303 Prozent in der britischen Hauptstadtregion »Inner London«, dem Finanz- und Dienstleistungszentrum des Vereinigten Königreichs. In Inner London lag das BIP pro Kopf im Jahr 2004 kaufkraftbereinigt fast 13-mal höher als in der wirtschaftsschwächsten EU-Region in Rumänien - nicht kaufkraftbereinigt sogar 37-mal.

Der Regierungsbezirk Stuttgart erzielte 2004 mit einem kaufkraftbereinigten BIP je Einwohner in Höhe von gut 30 300 KKS, den so genannten Kaufkraftstandards, bzw. 141 Prozent des EU-Durchschnitts den höchsten Pro-Kopf-Wert im Land, gefolgt von Karlsruhe mit rund 134 Prozent. Wie Dr. Gisela Meister-Scheufelen, Präsidentin des Statistischen Landesamtes, weiter feststellt, haben sich alle vier Regierungsbezirke Baden-Württembergs im EU-Ranking der Regionen beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner 2004 deutlich verbessert: Stuttgart ist im Vergleich zum Vorjahr von Rang 25 auf Platz 23 vorgerückt, Karlsruhe hat sich um 6 Positionen nach vorne auf Platz 28 geschoben und die Regierungsbezirke Tübingen und Freiburg, die ein Pro-Kopf-BIP von gut 120 bzw. rund 115 Prozent des EU-Durchschnitts erreichten, lagen sogar jeweils um 7 Rangplätze weiter vorn.



Das Bruttoinlandsprodukt misst die insgesamt erbrachte wirtschaftliche Leistung eines Landes bzw. eines Wirtschaftsgebietes. Für den Vergleich des Entwicklungsstandes unterschiedlich großer Regionen wird das auf die Einwohnerzahl bezogene BIP verwendet. Dabei wird das in nationalen Währungen berechnete BIP zum Ausgleich von Preisniveauunterschieden zwischen den Regionen mittels der entsprechenden Kaufkraftparitäten in Kaufkraftstandards umgerechnet und ermöglicht so aussagekräftige Volumenvergleiche der regionalen Wirtschaftskraft.

Dabei ist in wirtschaftlichen Zentren wie London, Luxemburg, Hamburg oder auch Stuttgart zu beachten, dass hier das hohe Bruttoinlandsprodukt pro Kopf zum Teil auf den hohen Anteil von Berufseinpendlern zurückzuführen ist. Sie tragen zwar zur regionalen Wirtschaftsleistung bei, sind aber nicht bei der Wohnbevölkerung der Region berücksichtigt, die zur Ermittlung des BIP je Einwohner herangezogen wird. Dies führt dazu, dass das BIP je Einwohner in diesen Regionen tendenziell überschätzt und in Regionen mit einem negativen Pendlersaldo unterschätzt wird.

Jede sechste NUTS-2-Region lag 2004 über der 125 Prozent-Marke des EU 27-Durchschnitts. Von diesen insgesamt 46 wirtschaftsstärkeren Regionen lagen acht in Deutschland. Unter den 10 Bestplazierten belegten Hamburg mit 195 Prozent Rang 4 vor Wien (180 Prozent) und der französischen Hauptstadtregion Île-de-France (175 Prozent) sowie der Regierungsbezirk Oberbayern (169 Prozent) mit der bayerischen Landeshauptstadt München den achten Rang vor Stockholm.

Quelle: Statistsiches Landesamt

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