Die jetzt 24 Mitgliedsunternehmen zählende Innovationsregion Kocher & Jagst ist ihrem Ziel, junge Menschen für eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung zu gewinnen, wieder ein entscheidendes Stück näher gekommen.
"Wir sind unserem Ziel, junge Menschen aus der Region für eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung zu gewinnen und damit das weitere Wachstum unserer Wirtschaft zu ermöglichen, wieder ein entscheidendes Stück näher gekommen", zog Vorsitzender Thomas Philippiak eine außerordentlich positive Bilanz auf der Mitgliederversammlung der Innovationsregion Kocher & Jagst in Künzelsau. Nach der offiziellen Aufnahme der Unternehmen PVS, müller co-ax, Sigloch, Stahkl Crane-Systems und der Anzwaltskanzlei von Klitzing-Kaiser-Frink zählt die Innovationsregion Kocher & Jagst jetzt 24 Mitgliedsfirmen.
Nahezu alle Mitglieder waren durch ihre Geschäfts- bzw. Amtsleitung vertreten. Für Thomas Philippiak ein Zeichen, dass "die Mitglieder von unserer Arbeit absolut überzeugt sind und voll dahinterstehen". Was die Innovationsregion 2006 geleistet hat, verdeutlichte der Vorsitzende in seinem Jahresbericht mit einigen Beispielen. So arbeite das Hohenloher Industrie-Netzwerk gemeinsam mit vom Ministerium für Kultus und Sport eigens dazu abgestellten Lehrern an der Produktion von zwölf Lern-CDs, die Lehrern wertvolle Tipps, Unterrichts- und Präsentationsmaterialien zu naturwissenschaftlich-technischen Themen wie Wasser oder Strom bereit stellen. Zwei CDs liegen bereits vor und wurden 65 Hohenloher Grundschullehrerinnen bei sieben Lehrerfortbildungen präsentiert. Dabei leiste die Ingenieurin für Mediendesign, Jana Schmidt-Otieno, die hauptamtlich für die Innovationsregion tätig ist, sehr gute Arbeit.
Sehr positiv habe sich aber auch das Forschungsprojekt in Kooperation mit der Fachschule für Sozialpädagogik in Öhringen und dem Zentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) an der Universität Ulm entwickelt. Dabei lassen sich über 80 Erzieherinnen im Bereich Naturwissenschaften und Technik weiterbilden und geben ihre neu erworbenen Kenntnisse gleich an über 500 Kinder in elf Modellkindergärten weiter. Das vom Land Baden-Württemberg geförderte Modellvorhaben werde am 17. November beim 3. Bildungsforum in der Neuensteiner Festhalle abgeschlossen.
83 Mitarbeiter der Mitgliedsunternehmen haben sich nebenberuflich seit 2000, koordiniert von der Innovationsregion, zur Teilezurichterin bzw. zum Teilezurichter weiterbilden lassen. Und seit 2006 läuft an der Gewerblichen Schule Künzelsau mit 29 Mitarbeitern die zweijährige Weiterqualifizierung zum Maschinen- und Anlagenführer. Ein voller Erfolg seien aber auch die "Erfinderwochen" für Kinder, die 2006 bei den Firmen Gemü, Stahl und in der Kundenhalle der Sparkasse Hohenlohekreis stattgefunden haben.
Zum "Erfolgsmodell" habe sich außerdem Gabi entwickelt. Dabei bilden die Firmen Bürkert, Kriwan, Rosenberg und Stahl die Azubis im ersten Lehrjahr in den Metall- und Elektroberufen gemeinsam aus, bündeln ihre Kräfte und nutzen Synergien. "Das ist eine hervorragende Sache", lobte Gerhard Hettinger, der den Mitgliedern das Gesamtkonzept der Innovationsregion mit großer Begeisterung präsentierte und detailliert auf die Zukunftspläne einging. Bei Gabi entstehe ein Wettbewerb unter den jungen Leuten: "Sie profitieren von den unterschiedlichen Unternehmenskulturen und erfahren eine breitere Ausbildung. Die Auszubildenden leben dabei richtig auf." Ab Herbst wird sich auch ebm-papst an Gabi beteiligen. Auszubildende hatten vor dem Sitzungssaal eine Ausstellung mit einer Vielzahl von Produkten aufgebaut, die bei der Arbeit der Innovationsregion bisher entstanden sind.
Außerdem habe die Innovationsregion bewiesen, dass Auszubildende beispielsweise in der Lage sind, Grund- und Hauptschülern zu erklären, wie ein Motor funktioniert - aber auch deren Lehrerinnen und Lehrern. Mit großem Engagement werde die Innovationsregion daran arbeiten, dass Hauptschüler "wieder in der Lage sind, einen handwerklich-technischen Beruf zu ergreifen." Diese Aktivitäten sind Teil eines Projekts, das im November Ministerpräsident Günter H. Oettinger vorgestellt werden soll.
Durch sein großes Engagement sei es Geschäftsführer Kurt Finkenberger gelungen, die Finanzierung dieses Modellprojekts sicherzustellen. Die Mitgliederversammlung quittierte das mit großem Beifall. Finkenberger erläuterte den Finanzplan 2007. Kriwan-Geschäftsführer Jens Huischen gelang es, mit seinem Vortrag auf Anhieb weitere vier Firmen als Partner für das "Führungskräftetraining" zu gewinnen. Elf Nachwuchskräfte der Firmen Bürkert, Sigloch, Kriwan und Würth hätten den ersten Durchlauf dieses Projekts im Januar erfolgreich abgeschlossen. "die jungen Leute waren begeistert und engagiert dabei", erklärte Huischen, "Ziel ist die Förderung einer Elite."
Die Vorstandsmitglieder wurden bei den Wahlen einstimmig für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt: ebm-papst-Geschäftsführer Thomas Philippiak als Vorsitzender, Gerhard Hettinger, bis 2005 Geschäftsführer bei der Firma Bürkert, als sein Stellvertreter, Kurt Finkenberger, bis 2002 Bürgermeister von Niederstetten, als Geschäftsführer und Werner Gassert, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hohenlohekreis, als Schatzmeister.
Quelle Fränkische Nachrichten vom 14. April 2007 www.fnweb.de
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