Verpackungslinien von Bosch in Crailsheim gehen in die ganze Welt und garantieren stets sterile Bedingungen. Die Hohenloher Verpackungsexperten für sterile Flüssigkeiten und Pulver sind weltweit führend.
"Tokyo" steht auf der Türe zu einem Besprechungszimmer im Crailsheimer Bosch-Standort. Andere tragen die Namen Paris, London, Hangzhou (China) oder Funahashi. Die Schilder verweisen bescheiden darauf, dass die 578 Mitarbeiter Anlagen konstruieren, die in die ganze Welt geliefert werden. In den genannten und weiteren Städten hat Bosch Packaging Niederlassungen.
"Momentan platzen wir aus allen Nähten. So haben wir bereits eine Montagehalle in Rossfeld angemietet." Produktmanager Klaus Schreiber verweist nüchtern auf die aktuelle Auftragslage der heimischen Verpackungstechniker. Das Crailsheimer Werk gehört zum Bosch-Konzern, der 250.000 Mitarbeiter beschäftigt. Trotzdem sei das Crailsheimer Werk dem Charakter nach eher ein mittelständisches Unternehmen, erläutert Schreiber. Das diene der Kundennähe und sei gerade im Maschinenbau, der von Einzelaufträgen und Maßanfertigungen lebt, sehr wichtig.
Im Bereich der Bosch Packaging Technology sind die Hohenloher Verpackungsexperten für sterile Flüssigkeiten und Pulver zuständig, die in erster Linie von Pharmaziefirmen nachgefragt werden. "Wir konstruieren nach Kundenwünschen Verpackungslinien für Ampullen, Injektions- und Infusionsfläschchen, Karpulen oder Fertigspritzen", nennt Schreiber wichtige Kompetenzbereiche.
Verpackungslinien, das klingt so einfach. Doch dahinter stehen häufig mehr als zehn Meter lange und einige Meter hohe Anlagen, in denen die Primärpackmittel etwa gereinigt, mit mehr als 320 Grad heißer trockener Luft sterilisiert, befüllt, verschlossen und mit Farbmarkierungen gekennzeichnet werden. Das Verpacken pharmazeutischer Produkte für Injektion und Infusion erfordert bei ständig steigenden gesetzlichen Vorgaben primär Sterilität. Die Verpackungskonstrukteure bieten unterschiedlichste Möglichkeiten. Eine besondere Stärke des Crailsheimer Werkes nennt sich schlicht Isolatorsysteme: Das sind Barrieresystem auf der Maschine, die dafür sorgen, dass die Verpackung garantiert keimfrei erfolgt. Dabei kann etwa die sterile Luft in den Aufbereitungsanlagen durch Filter immer wieder gereinigt werden. Wenn die Produkte abgefüllt werden, ist allenfalls möglich, mit fest installierten Handschuhen in das geschlossene System einzugreifen. Diese wiederum werden nach jedem Füllablauf ihrerseits von Prüfmaschinen auf Dichtigkeit überprüft. Bosch ist weltweit der erste Anbieter, der eigene Füllmaschinen mit selbst konstruierten Isolatorsystemen angeboten hat.
Beim Blick in die Montagehallen wird deutlich, warum das Crailsheimer Werk" aus den Nähten platzt". Anlage steht neben Anlage. Davor platzierte Plakate verraten den Arbeitsstand, den Auslieferungstermin und das Bestimmungsland. "Große Anlagen belegen unsere Montagehalle durchaus einmal sechs Monate", sagt Schreiber. Dabei geht es längst nicht mehr nur um den reinen Anlagenbau. Die Anlagen werden erprobt und die Kunden erhalten mit der Auslieferung Prüfprotokolle. Weitere drei Wochen steht die neue Verpackungslinie in der Halle, wenn die Mitarbeiter der neuen Eigentümer die Werksabnahme machen und mit den Anlagen vertraut gemacht werden.
Das alles hat seinen Preis: "Einfache Linien konstruieren wir ab etwa 800000 Euro. Bei komplexen Linien mit ausgefeilter Isoliertechnik können durchaus Summen in zweistelliger Millionenhöhe anfallen", nennt Klaus Schreiber einen Rahmen. n in zweistelliger Millionenhöhe anfallen", nennt Klaus Schreiber einen Rahmen.
Quelle Hohenloher Tagblatt vom 11. April 2007 von Roland Schulz www.suedwest-aktiv.de
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