Aus der Garagenfirma ist in 50 Jahren ein internationales Unternehmen mit über 7000 Mitarbeitern geworden. Die Albert Berner KG ist europaweit mit 28 Firmen in 22 Ländern unterwegs.
Seine Motivation: Er wollte sein eigener Herr sein. Albert Berners Startkapital: 3000 Mark und ein altes Auto. Fünf Jahrzehnte später ist aus der Künzelsauer Garagengründung ein formidables Unternehmen geworden, zu dessen Geburtstagsfeier heute als Ehrengast Bundeswirtschaftsminister Michael Glos nach Garnberg kommt.
21 Jahre alt ist der Künzelsauer Metzgerssohn Albert Berner, als er die Firma gründet. An seine Metzgerlehre schließt er von 1952 an eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann an - bei Würth. Gemeinsam mit seinem Klassenkameraden Reinhold Würth zieht er als Schraubenverkäufer durch die Lande, bis er 1957 beschließt, auf eigene Rechnung weiterzumachen.
Einfachste Anfänge
Obwohl die Albert Berner KG schnell wächst - dass sich der Umsatz verdreifachte, war in den Anfangsjahren eher die Regel als die Ausnahme -, waren die Anfangsjahre nicht einfach „Das war finanziell oft sehr eng“, erinnert sich der Gründer an die kargen Jahre. Aber der bodenständige Schaffer beißt sich durch. Mit Fleiß und großem Einsatz entwickelt der unermüdliche Schaffer seine Schraubenhandlung weiter.
Schon nach zwei Jahren wurde der Raum für die inzwischen 15-köpfige Berner-Mannschaft zu knapp. Eine neue Fläche wurde angemietet. Zwei Jahre später entschied sich Albert Berner für den Bau eines ersten eigenen Firmengebäudes, doch schon nach einem Jahr wurde auch diese Lagerkapazität zu knapp. Bis zur Wahl des heutigen Standorts in Künzelsau-Garnberg folgten noch mehrere Umzüge und Erweiterungsbauten: Pünktlich zum Jubiläum haben die Hohenloher ihr Logistikzentrum erweitert und auch mehr Platz für die Verwaltung der immer internationaler werdenden Gruppe geschaffen.
Stark in Europa
Schon zwölf Jahre nach dem Start gründete Albert Berner in Belgien, Österreich, Frankreich und in der Schweiz die ersten Auslandstöchter. Heute ist die Gruppe europaweit mit 28 Firmen in 22 Ländern unterwegs. Bei aller - teils rustikalen - Bodenständigkeit hat Albert Berner schon vergleichsweise früh internationales Blut ins Kochertäler Management geholt. So ist Konzernchef Jörn Werner ein Deutsch-Schwede, ist in Dänemark aufgewachsen und lebte vor seiner Hohenloher Zeit in Belgien.
Nicht nur geografisch breitete sich das Unternehmen im Lauf des Jahrzehnte immer weiter aus. Zunächst hatte sich Albert Berner auf den Vertrieb von Schrauben und Befestigungsmaterialien in die Kfz-Werkstätten spezialisiert. Anfang der 70er Jahre erweiterte er sein Angebot um Produkte für das Bauhandwerk. Unter dem Dach der Ingelfinger BTI entsteht das zweite Marke der Gruppe.
Neue Kunden kommen aus immer neuen Segmenten: Der Bau-Bereich ist aufgeteilt in Stein, Metall und Holz, die Kfz-Sparte in Pkw und Lkw. Auch erste Industrie-Kunden setzten bei der Belieferung ihrer Werkstätten mit Kleinteilen auf Berner. Diese Sparte soll jetzt europaweit ausgebaut werden.
„Es gibt noch viele Möglichkeiten für Wachstum in unserer Branche“, sagt Konzernchef Jörn Werner - im eben abgelaufenen Geschäftsjahr hat er seine Wachstumsziele auf alle Fälle erreicht. Nachdem die meisten zuvor weißen Flecken auf der Europakarte inzwischen Berner-blau eingefärbt sind, soll der nächste Wachstumsschub aus den Ländern kommen, in denen die Firma bereits aktiv ist. Wie das gehen soll? „Wir müssen uns in allen Bereichen weiter professionalisieren“, verrät Jörn Werner seine Erfolgsstrategie.
Hintergrund
Die Berner-Gruppe
In mehr als 20 europäischen Ländern sind heute 7000 Mitarbeiter davon über 4500 im Außendienst für die Berner-Gruppe unterwegs.
Im laufenden Geschäftsjahr, das mit diesem Monat begonnen hat, plant die Firmengruppe einen Umsatz von 820 Millionen Euro. Als Mittelfristziel haben Albert Berner und sein Konzernchef Jörn Werner die Umsatz-Milliarde im Visier.
Daten und Fakten
Die älteste Gesellschaft der Gruppe ist die deutsche Albert Berner GmbH. Beim Umsatz hat die französische Berner-Vertriebsfirma die deutsche Schwester inzwischen aber überholt. Weil die Künzelsauer in Deutschland aber auch mit der Firma BTI (Befestigungstechnik Ingelfingen) am Markt sind, steuert der Heimatmarkt dennoch den größten Umsatzanteil bei.
Marken und Produkte
Mit dem Nylon-Dübel hat sich Berner 1966 als Produktentwickler einen Namen gemacht. Neben Berner und BTI gehört zur Berner-Gruppe auch die Chemie-Mar
Quelle Heilbronner Stimme vom 17. April 2007 von Manfred Stockburger www.stimme.de
Mit Leidenschaft zur Milliarde
Wenn es nach Vater Berner gegangen wäre, hätten die 270 Gäste in Garnberg gestern nicht viel zu feiern gehabt. Vielleicht hätte sich mancher bei Albert Berner einen Leberkäsweck zum Mittagessen gekauft. Aber Albert Berner hatte anderes vor als Metzger zu werden wie sein Vater. Er verkaufte lieber Schrauben. Aus der Garagenfirma ist in 50 Jahren ein internationales Unternehmen mit über 7000 Mitarbeitern geworden.

Anlass genug für ein großes Fest mit opulenter Speisekarte und manch augenzwinkerndem Rückblick auf die 50er Jahre inklusive Musik, Pantomime und HB-Männchen.
„Wenn so ein großartiges Unternehmen Jubiläum feiert, ist es für den Bundeswirtschaftsminister eine Ehre, dabei zu sein“, sagt Michael Glos und beantwortet auch gleich die Frage, ob er denn nicht zur Hannover Messe müsse. Muss er, aber erst danach - mit dem Hubschrauber.
Dass die Hohenloher zu den Franken zählen, ist Glos nicht verborgen geblieben. Folglich spart der Minister nicht mit (Eigen-)Lob: „Wir Franken sind ein zäher Volksstamm, der sich sowohl in Baden-Württemberg als auch in Bayern eigenständig bewährt.“ Durchaus auch zum Wohl der Allgemeinheit, betont Glos: „Sie haben mit ihren unternehmerischen Talenten tausende Arbeitsplätze geschaffen. Deshalb möchte ich Ihnen auch im Namen der Bundeskanzlerin Angela Merkel herzlich gratulieren.“
Im Hintergrund „Sie haben mir aus der Seele gesprochen“, bedankt sich der Firmengründer, der Bühnenauftritte normalerweise lieber meidet. „Meiner Familie bekommt es besser, wenn wir uns im Hintergrund halten“, verrät Albert Berner, und gerade dort, im Hintergrund, sei die Familie immer besonders wirksam und wichtig gewesen. „Ich möchte Dir liebe Ulla und den Kindern herzlich danken, dass ihr immer hinter mir steht“, sagt Albert Berner mit brüchiger Stimme. Weil Albert Berner aber aber stets der Arbeit den Vorzug vor der Rührseligkeit gab, hat er sich schnell wieder im Griff und stellt klar, dass „Passion for the future“, also Leidenschaft für die Zukunft, mehr ist als nur ein Jubiläumsmotto: „Wir werden im nächsten Jahr die erste Umsatzmilliarde überschreiten und im Jahr 2015 die zweite.“ Berner will wachsen. In über 20 europäischen Ländern gibt es Tochterunternehmen, ebenso in der Türkei und in Taiwan. „Vor kurzem kam auch die Volksrepublik China dazu, und eine Übernahme in Rumänien haben wir heute unterzeichnet“, sagt Jörn Werner, Vorsitzender der Berner-Geschäftsführung. Insgesamt 15 000 Mitarbeiter seien für das Jahr 2015 angepeilt.
Verbundenheit Dass Albert Berner nie die Verbundenheit zur Heimat verloren habe, gefällt Helmut M. Jahn, dem Landrat des Hohenlohekreises. „Sie haben mit dazu beigetragen, dass aus dem Notstandsgebiet Hohenlohe eine Wachstumsregion geworden ist, die bundesweit auf dem zehnten Platz liegt.“
Langjährige Mitarbeiter wie Kurt Baust, Jaques Olbinski aus Frankreich oder Giampaolo Giora aus Italien erinnern an vergangene Zeiten und bringen das inoffizielle Mitarbeiter-Motto zum Ausdruck: „Proud to be Berner - stolz, Berner zu sein“.
Ursula Berner freut sich, dass ihr Mann nach schwerer Krankheit lernt, mit dem (Un-) Ruhestand zu leben: „Wenn er jetzt nach Hause kommt, legt er doch die Hände in den Schoß.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 18. April 2007 von Matthias Stolla www.stimme.de
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