Mit dem neuen Verwaltungsgebäude der Würth International Trading verfügt Würth erstmals über ein eigenes Gebäude in China.
Stünde die neue Firma nicht in der Zhangdong Road und wäre die Hausnummer nicht vierstellig, dann könnte das neue Verwaltungsgebäude beinahe in Gaisbach stehen - rein äußerlich unterscheidet es sich kaum von deutschen Würth-Gebäuden. In Hohenlohe wären die Feierlichkeiten zur Einweihung aber sicherlich nicht so farbenfroh ausgefallen wie am Samstag in Shanghai. Nicht allein deswegen ist der Neubau am Rande des Stadtteils Pudong etwas Besonderes: Mit dem neuen Verwaltungsgebäude der Würth International Trading verfügt Würth erstmals über ein eigenes Gebäude in China.
„Ich hoffe, dass diese gefährlichen Drachen Glück und Wohlstand für die Zukunft bedeuten“, kommentierte Reinhold Würth die wild tanzenden Figuren, die in China bei keiner Einweihungszeremonie fehlen dürfen. „Ich wünsche mir, dass alle Menschen morgens mit einem Lächeln zur Arbeit kommen und abends die Firma mit einem großen Lächeln wieder verlassen“, sagte der Unternehmer, der am Rande der Festivitäten im kleinen Kreis seinen 72. Geburtstag feierte.
Ein Wunder
Lächelnde Arbeiter sind in China keine Selbstverständlichkeit. Aber auch dort verändert sich die Welt - und zwar in Schwindel erregendem Tempo: „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich jemals in der Volksrepublik China ein Gebäude eröffnen würde, das uns gehört. Das ist ein Wunder.“ Auch bei seiner ersten China-Reise kurz nach der Kulturrevolution hatte Würth die Stadt Shanghai besucht, die damals noch vollkommen anders ausgesehen hat. „Da waren wir die bösen Kapitalisten“, erzählt er von seiner ersten Einkaufsreise. „Heute sind wir sehr willkommen.“
Zentraleinkauf
Ein Stück weit schließt sich der Kreis zur ersten Reise mit dem Neubau: In ihm sitzt unter anderem der Zentraleinkauf für Asien, der auch die Qualität der in China beschafften Würth-Produkte überprüft, bevor sie in alle Welt ausgeliefert werden.
Eine gute halbe Stunde außerhalb des Zentrums von Shanghai steht die neue Firma, direkt am Rand der Neubebauung. Wenige hundert Meter weiter schaffen die Bagger Platz für die nächsten Neubauten. Abgehängt fühlt sich ihr Geschäftsführer Knud Clausen aber keineswegs. „Die Stadt kommt zu uns“, sagt der Däne, der schon seit Ende der 90er Jahre für Würth in China ist.
Ende des vergangenen Jahres beschäftigte der Konzern in China knapp 1000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 47 Millionen Euro erwirtschafteten. 10 000 Verkäufer werde Würth in zehn Jahren in China haben, erklärt Konzernchef Robert Friedmann beim Galaabend im Shanghaier Stadtplanungs-Museum. Die Ziele bleiben hoch gesteckt: „In den nächsten zehn bis 20 Jahren sollten wir jeweils um etwa 50 Prozent wachsen“, gibt Reinhold Würth den Takt vor.
Aber große Zahlen sind in Shanghai ja nichts Besonderes. „Alle Einwohner meiner Heimatstadt Künzels-au würden in 14 Hochhäuser passen“, verblüfft Würth seine Zuhörer in der 18-Millionen-Stadt. So ist das eben mit den Wolkenkratzern.
Hintergrund
Würth in China Seit 1994 ist die Würth-Gruppe in China aktiv. Auf die erste Gesellschaft in Hongkong folgten bald die ersten in Shanghai. Inzwischen sind zwei Dutzend Gesellschaften in verschiedenen Städten in China aktiv.
Midcom Mit der US-Firma Midcom übernahm Würth-Elektronik auch zwei Werke in China mit 4000 Mitarbeitern. Auf dem Flug nach Shanghai legte Reinhold Würth einen Zwischenstopp bei Midcom in der Südchinesischen Stadt Shenzhen ein.
Über 60.000 Mitarbeiter Die 4000 Midcom-Mitarbeiter in China machen sich bemerkbar: In diesem Monat hat der Würth-Konzern weltweit erstmals mehr als 60.000 Menschen.
SWG baut an Quasi als Übungsfirma für das große Projekt in Shenyang betreibt die Tochterfirma SWG eine kleine Schraubenfabrik in Shanghai. Aber nicht nur in China investieren die Hohenloher in ihre Produktion: Auch in Waldenburg wird bei der SWG zurzeit angebaut.
Quelle Heilbronner Stimme vom 24. April 2007 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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