Die wirtschaftliche Entwicklung im Handwerk zeigt sich im ersten Quartal 2007 günstiger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Dies verdeutlicht die positive Beurteilung der Geschäftslage durch die Handwerksunternehmer in der Region Heilbronn-Franken. Die Einschätzung des konjunkturellen Trends bleibt – nicht zuletzt getragen von einer positiven Erwartungshaltung im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Geschäftslage – optimistisch. Dies hat die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unter ihren rund 11.700 Mitgliedsbetrieben ergeben.
„Der milde Winter ist der Auftragssituation zugute gekommen und die Einflüsse durch politische Entscheidungen, wie etwa die Erhöhung der Mehrwertsteuer, haben sich geringer ausgewirkt als erwartet“, erläutert Werner Dierolf, Vizepräsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Mit 40 Prozent schätzt ein Großteil der befragten Handwerker ihre aktuelle Geschäftslage positiv ein, während nicht einmal 20 Prozent der Unternehmen die Situation negativ bewerten. Im Vorjahr sprachen etwas weniger Betriebe (36 Prozent) von einer guten Lage. Für die kommenden Monate rechnen 58 Prozent der Unternehmer damit, dass sich ihre Geschäfte verbessern, nur sieben Prozent erwarten eine Verschlechterung. Die Betriebsauslastung hat sich im Vergleich zum Vorjahr spürbar erholt: 27 Prozent der Betriebe sind zu 90 Prozent und mehr ausgelastet, im Jahr zuvor hatten nur 17 Prozent diese Auslastung.
Trotz der positiven Grundstimmung der Handwerksunternehmer appelliert Werner Dierolf an die Politik: „Die gute Konjunktur sollte die Große Koalition ermutigen, nicht in den Reformanstrengungen nachzulassen. Der aktuelle Schwung muss genutzt werden, um die Rahmenbedingungen am Standort weiter zu verbessern und damit die Weichen für ein dauerhaft hohes Wachstum auch in Zukunft zu stellen.“
So sieht Dierolf die Politik nach wie vor in der Pflicht, den Mittelstand insbesondere steuerlich zu entlasten und für Erleichterungen zu sorgen. Viele Entlastungsvorschläge wurden vom Handwerk eingebracht und liegen der Bundesregierung vor.
Der Gesamtsozialversicherungsbeitrag müsse unter 40 Prozent gesenkt werden, um die Personalzusatzkosten zu reduzieren. Zudem müsse der Bürokratieabbau weiter vorangetrieben werden. Dies habe man auch kürzlich auf der 4. Europäischen Konferenz für Handwerk und Kleinunternehmen in Stuttgart noch einmal deutlich gemacht. „Wir vom Handwerk begrüßen die Initiative der Europäischen Kommission, die Bürokratielasten schnell um 25 Prozent zu reduzieren“, betont Dierolf. Denn: „Unsere Betriebe wollen nicht nur in Deutschland, sondern europaweit zum Motor der Konjunktur werden."
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