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Vom Kochertal zum Silicon Valley

     
 
 

5.5.07

 

Die Zukunft ist blau. Zumindest die von Ziehl-Abegg. Das neue Technologiezentrum des Künzelsauer Ventilatoren- und Motorenherstellers wird aber auch die Optik der Kreisstadt prägen mit großen blauen Flächen am knapp 100 Meter langen Neubau.

Für Norbert Schuster ist der Traum fast schon Wirklichkeit geworden; der Traum vom neuen „Technikum“, in dem rund 100 Ingenieure die Ventilatoren von morgen entwickeln werden. Der Ziehl-Abegg-Vorständler nahm die zahlreichen Gäste am Mittwoch mit auf einen gedanklichen Rundgang durch den Neubau.

Herkules

Vom Ziehl-Abegg-Park war da die Rede, vom Milchglas-Kubus, dem neuen Eingangsbereich, einem Campus, einem Atrium und einem Top-Secret-Bereich, dem kreativen Kern der künftigen Ideenschmiede. Und natürlich von „Herkules“. So nennen die „Ziehlianer“ die gigantische Prüfkammer, in der große Rotoren auf Herz und Nieren getestet werden: 40 Meter lang, 30 Meter breit, zehn Meter hoch, 1250 Tonnen schwer und komplett auf Federn gelagert, um störende Schwingungen von der nahen Straße zu minimieren.

Zukunftsmusik, die im Hause Ziehl-Abegg lange zu hören war, räumt der Vorstandsvorsitzende Peter Fenkl ein: „Das Projekt ist bereits seit sieben Jahren fertig geplant. Es wurde immer wieder verschoben.“ Wegen des Neubaus der Produktion im Gewerbepark Hohenlohe und wegen des Ausbaus des Werkes in Bieringen.

Mit dem ersten Spatenstich nahm das Projekt gestern seinen symbolischen Anfang. „Ein wesentlicher Meilenstein in unserer Zukunft“, sagt Fenkl. Zwischen zehn und 20 Millionen Euro - Genaueres wird nicht verraten - kostet der riesige Neubau direkt neben der Firmenzentrale. Die Gesellschafter, so Fenkl, bewiesen damit Vertrauen in die Kreativität der Mitarbeiter: „Damit sollte es unseren Ingenieuren gelingen, die Marktführerschaft, die wir in viele Bereichen haben, auszubauen.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten freute sich über den aktuellen Rückgang der Arbeitslosenzahlen, räumte aber angesichts des Bauvorhabens vor Ort ein: „Mittlerweile hat auch der Letzte kapiert, dass nicht die Politik, sondern die Wirtschaft die Arbeitsplätze schafft.“ Das Kochertal sah er „auf dem Weg zum Silicon Valley von Baden-Württemberg“. Das griff der Landrat gerne auf. Helmut M. Jahn wünscht sich gerade in der Innovation Impulse vom neuen Technologiezentrum: „Da sind wir noch etwas Schlusslicht in Baden-Württemberg.“

Vollbeschäftigung

Bürgermeister Volker Lenz freut sich natürlich, dass „der seit vielen Jahren zweitgrößte Gewebesteuerzahler und Arbeigeber im Herzen der Stadt baut“. Das schaffe und sichere Arbeitsplätze in Künzelsau. Lenz geht im Altkreis Künzelsau von einer Arbeitslosenquote knapp unter drei Prozent aus: „Im Prinzip Vollbeschäftigung.“

Ehe am Projekt Beteiligte und Gäste die Spaten in die Hand nahmen, versprach Planer Erich Schwarz: „Noch in dieser Woche werden die ersten Bohrpfähle gesetzt.“ Schon im März/April 2008 soll das „Technikum“ bezugsfertig sein.

Quelle Heilbronner Stimme vom 3. Mai 2007 von Matthias Stolla www.stimme.de

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