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Weber Hydraulik expandiert

     
 
 

9.5.07

 

Hydraulikzylinder vor allem für Nutzfahrzeuge waren bislang das Geschäft. Künftig will die Familienfirma Weber Hydraulik aber noch mehr bieten.

Mit Systemtechnik will Geschäftsführer Bernhard Herzig die Firma fit für die Zukunft machen. Denn derzeit gelte: „Wir wachsen nur, wenn unsere Kunden wachsen - und neue bekommen wir kaum hinzu.“

Gemeint ist damit vor allem der Preisdruck auf der einen Seite - und die Umsatzentwicklung auf der anderen: Im vergangenen Jahr ging es um 14,1 Prozent aufwärts auf mehr als 131 Millionen Euro. Das Ergebnis sei insgesamt „zufrieden stellend“, sagt Herzig. Seit Juni gibt es im Stammwerk Güglingen eine Mitarbeiterbeteiligung - und sie konnte gleich zum ersten Mal ausgeschüttet werden.

Bis zum Jahresende zählten vier Standorte zu Weber: Neben dem Stammwerk mit seinen 500 Mitarbeitern das Werk in Losenstein (Österreich), in dem mit 180 Beschäftigten Rettungsgeräte und Spezialzylinder hergestellt werden, ein kleiner Jointventure-Standort in Brasilien sowie das neue Werk in Polen. Dort ist die Belegschaft inzwischen auf 57 angewachsen - das Werk Pirna, das im Gegenzug geschlossen wurde, hatte lediglich 38. „Wir verlagern auch die Lenk- und Neigezylinderfertigung von Güglingen aus dorthin“, begründet Herzig die Entwicklung. „Damit sind wir hierzulande nicht mehr wettbewerbsfähig.“ In Güglingen sollen dadurch aber keine Stellen wegfallen: „Dank der guten Konjunktur können wir eine gute Auslastung sicherstellen“, sagt der Geschäftsführer.

Enorme Nachfrage Am stärksten gewachsen sind im vergangenen Jahr die Sparten Nutzfahrzeuge - mit ihr wird etwa die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet - sowie Spezialzylinder, die im Maschinenbau eingesetzt werden. Auch die Rettungsgeräte haben sich enorm entwickelt, erzählt Herzig. „Wir hatten lange vermutet, dass das mit der Mehrwertsteuererhöhung zusammenhängt, aber das Wachstum geht in diesem Jahr so weiter.“ Das österreichische Werk ist vor einem Jahr nochmals erweitert worden.

Angesichts der guten Weltkonjunktur stehen die Zeichen weiter auf Wachstum: Wenigstens zweistellig soll der Umsatz auch in diesem Jahr wieder steigen. Ziel ist die Marke von 170 Millionen, die aber auch durch Zukäufe erreicht werde: Neu hinzugekommen sind im Frühjahr zwei Unternehmen, die bei der Umstellung von Weber auf Systemtechnik helfen sollen. Mit LOG, einem Hydraulik-Aggregat-Hersteller aus Oberbayern, und dem Ventiltechnik-Entwickler Fluid Control aus Konstanz habe sich das Unternehmen sinnvoll erweitert, glaubt Herzig. Die Weber-Gruppe ist damit auf 950 Mitarbeiter angewachsen. Künftig ist sie in drei Bereiche aufgeteilt: Rettungsgeräte, Serienzylinder und Systemtechnik. „Das ist ein Paradigmenwechsel“, ist Herzig bewusst. Doch damit bewege sich das Unternehmen weg von der reinen Serienproduktion, die immer mehr billiger Konkurrenz ausgesetzt sei.

Weitere Auslandsstandorte sind ebenfalls in der Diskussion, berichtet Herzig. „Unsere Strategie wird aber sein, dort für den heimischen Markt zu produzieren. Wir werden nicht reimportieren.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 8. Mai 2007 von Heiko Fritze www.stimme.de

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