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Bettina Würth: Seit einem Jahr an der Spitze

     
 
 

14.5.07

 

Nach einem Jahr an der Spitze des Beirats der Würth-Gruppe hat die Tochter von Reinhold Würth die Übernahme der Führungsaufgaben längst nicht bereut.

"Es macht Spaß", sagt Bettina Würth (45) am Rande der Bilanzpresskonferenz in Stuttgart. Als Vorsitzende des Beirats kontrolliert sie die strategischen Entscheidungen, wie große Investitionen oder die Besetzung von Geschäftsführerstellen.

Bei fast 400 Gesellschaften unter dem Dach der Würth-Gruppe, kommt man da nicht leicht durcheinander? "Durch unsere gegliederte Organisationsstruktur behalten wir immer den Überblick", sagt sie. Zudem kämen immer im Herbst die Geschäftsführer der einzelnen Gesellschaften nach Künzelsau zu Strategiegesprächen. "Da lernt man die einzelnen persönlich kennen." Ihr Vater Reinhold Würth hat das Unternehmen von einem Kleinstbetrieb mit 80000 Euro Umsatz zu einem Weltkonzern mit einem Umsatz von 7,75 Milliarden Euro hochgezogen. Ein schweres Erbe? Bettina Würth: "Ich habe eine sehr gute Beziehung zu meinem Vater. Es ist gut, dass er im Hintergrund noch da ist: Ich kann viel von ihm lernen."

Mehr Mitarbeiter, mehr Gewinn, mehr Investitionen

Der Handels-Konzern ist jetzt auch in Kolumbien, Pakistan und der Mongolei Vertreten. Matti Muuriaisniemi heißt er und ist Außendienstmitarbeiter bei Würth in Finnland. Warum ist dieser Name von Bedeutung? Muuriaisniemi ist der 60000. Mitarbeiter der Würth-Gruppe. Der Finne steht für das Aufstreben des Unternehmens aus Künzelsau. Bei der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart konnte Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung, gestern wieder Rekorde vermelden (siehe Artikel auf der Seite "Wirtschaft"). Noch nie in der 62-jährigen Firmengeschichte wurden so viele Mitarbeiter beschäftigt, wurde so viel Umsatz gemacht (7,75 Milliarden Euro), so viel Gewinn erzielt (515 Millionen Euro) und so viele Kunden bedient - die Marke von drei Millionen Kunden werde bald überschritten.

Zudem wurde noch nie in so vielen Ländern operiert. 370 Gesellschaften sind in 83 Ländern tätig (Stand: Ende 2006). Die jüngsten eroberten weißen Flecken auf der Würth-Landkarte sind Kolumbien, die Mongolei und Pakistan.

Und noch nie wurden so große Investitionen geplant. Mehr als eine halbe Milliarde Euro will Würth im kommenden Jahr ausgeben. Die Region um den Firmensitz in Künzelsau bekommt davon mehr als nur Brotkrumen ab: 17 Millionen Euro werden in die Solarfabrik im Solpark investiert (siehe nebenstehenden Kasten), 6 Millionen in eine Erweiterung der Firma Reisser in Ingelfingen und mehrere Millionen in den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes von ISOS (Teil der Würth Elektronik) in Waldenburg.

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