Das Geschäft mit China schafft Jobs. Der Hersteller von Verdichtern und Ventilatoren sowie Zentrifugentrocknern wagte vor drei Jahren den Fuß in das riesige ostasiatische Land. Mit Erfolg.
Vom Wirtschaftswachstum in China profitieren Unternehmen in der Region. Etliche Maschinenbauer aus dem Kreis Hall liefern Ware in das aufstrebende Land. Den ersten Erfolg meldet die Oberfischacher Fima. "Unser Einstieg in das China-Geschäft vor drei Jahren trägt erste Früchte", freut sich Geschäftsführer Stephan Jakob.
Mit der Eröffnung eines Büros in Shanghai setzte der Hersteller von Verdichtern und Ventilatoren sowie Zentrifugentrocknern vor drei Jahren den Fuß in das riesige ostasiatische Land. Die erste Referenzanlage wurde bereits im November 2006 geliefert und wird derzeit vor Ort in Betrieb genommen. Im Mai 2007 verließ nun der zweite Turboverdichter Oberfischach, allerdings für eine völlig andere Anwendung: Diese Anlage kommt in einem chemischen Werk in Lanzhou (Provinz Gansu in Zentralchina) zum Einsatz und fördert Prozessgase für die Herstellung von Acrylsäure - ein wesentlicher Bestandteil für Farben und Lacke.
Das gesamte Projekt wurde von einem Anlagenbauer konzipiert, der wiederum dem Betreiber Lieferanten für die einzelnen Komponenten vorschlägt oder gleich unter Vertrag nimmt. Bei diesem rund 1,5-Millionen-Dollar-Auftrag sollte das Verdichtersystem schlüsselfertig geliefert werden.
Das Werk in Lanzhou gehört zu Petro-China und beschäftigt rund 35000 Mitarbeiter - es ist einer der größten chemischen Komplexe im Land der Mitte. Fima Maschinenbau setzte sich bei diesem Projekt gegen große Wettbewerber durch, vor allem aus den USA, erklärt Jakob. Entscheidend waren nach seinen Worten die Erfahrung beim Bau der Verdichter (das Oberfischacher Unternehmen stellt die Anlagen seit 1983 her), der hohe technische Standard, die Qualität der Verarbeitung und nicht zuletzt das Engagement in China. "Für uns war es wichtig, große chinesische Unternehmen von uns zu überzeugen", fasst der Geschäftsführer den Stellenwert dieser Aufträge zusammen.
Der Bau-Boom für neue chemische Anlagen, insbesondere im Polymerbereich, sei in China ungebrochen und bei fast allen Projekten würden Turboverdichter benötigt. "Sicherlich kommen wir bei der einen oder anderen Anlage zum Zug. Mit den neuen Referenzen haben sich die Chancen für Fima deutlich verbessert."
Die vor rund drei Jahren eingeschlagene Strategie zu komplexeren Anlagen sei der richtige Weg gewesen, ist Stephan Jakob überzeugt. "Wir sind um den Ausbau unserer technischen Vertriebsabteilung bemüht", betont der Geschäftsführer, "dafür sind wir ständig auf der Suche nach erfahrenen Ingenieuren und Konstrukteuren". Die Wachstumspolitik, die zusammen mit den Gesellschaftern, der Schwäbisch Haller Schaeff-Gruppe von Alexander und Karl Schaeff, entwickelt wurde, sei erfolgreich gewesen. "Weitere Projekte stehen an, die Bereitschaft ist da, weiter zu investieren", unterstreicht Jakob. Die Zahl der Mitarbeiter ist von 2003 bis heute um 30 Prozent auf jetzt 150 angestiegen. Seit Anfang des Jahres hat Fima Maschinenbau mit Dr. Olaf Meister einen Technischen Leiter, der die Entwicklung weiter vorantreibt und die Produktion ausbaut.
Weitere Signale aus China sind zwischenzeitlich in Oberfischach angekommen: Eine größere Delegation informierte sich kürzlich in Mittelfischach. "Möglicherweise steht bald ein weiteres Projekt an", lässt Stephan Jakob durchblicken. Etwa 20 Prozent des Umsatzes macht die Fima derzeit mit China. Dieser Anteil soll mittelfristig auf 25 Prozent gesteigert werden.
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Quelle Hohenloher Tagblatt vom 6. Juni 2007 von Thorsten Hiller http://www.suedwest-aktiv.de/ |