Mit den Projekten der größten Solaranlage der Republik und der regionalen Klärschlammverwertungsanlage setzen die Stadtwerke Crailsheim GmbH die Ziele der EU und der Bundesregierung nach Energieeffizienz aktiv um. Das imponierte Staatssekretär Richard Drautz.
"Es ist höchste Zeit, die Sonnenenergie zu nutzen, um so die fossilen Rohstoffe zu schonen und zu ersetzen", bestätigte Richard Drautz (FDP) vom Landes-Wirtschaftsministerium bei seinem Besuch der Stadtwerke. Drautz war sichtlich beeindruckt, wie die Stadtwerke Crailsheim GmbH ihre Hoch innovativen Projekte umsetzen.
"Wohnen mit der Wärme der Sonne." Unter diesem Aspekt steht der stufenweise Aufbau der größten thermischen Solaranlage, die europaweit einmalig und seit Februar 2005 ein "Leuchtturmprojekt" der Bundesregierung ist. Die 1600 Quadratmeter großen Sonnenkollektorfelder auf den Dächern zweier Wohnblocks, des Lise-Meitner-Gymnasiums und der Hirtenwiesenhalle werden erheblich vergrößert: Auf der Südflanke des Lärmschutzwalls, der das Wohngebiet Hirtenwiesen II vom Gewerbegebiet Hardt abschottet, sind derzeit 3250 Quadratmeter Kollektorflächen installiert. Spätestens bis 2009 stehen 10 000 Quadratmeter zur Verfügung.
Im Endausbau werden mindestens drei Millionen Kilowattstunden Sonnenenergie in einem riesigen Langzeitspeicher "gebunkert". Damit steht ganzjährig gut die Hälfte der Energiemenge zur Verfügung, die 2000 Menschen für Warmwasser und Heizung im Wohngebiet Hirtenwiesen benötigen.
Weitere drei Millionen Kilowattstunden Wärmeenergie liefert ein erdgasbetriebenes Heizkraftwerk mit 90 Prozent Wirkungsgrad als Spitzenlast nur in sonnenarmen Zeiten.
Sonnenwärme zu ernten, ist seit Jahrzehnten kein Problem, aber sie muss sofort verbraucht werden. Erst die in Crailsheim eingesetzte Speichertechnologie ist der Schlüssel für eine ökologisch sinnvolle und bezahlbare Energiezukunft.
Die Planungen für den riesigen Erdsonden-Langzeitspeicher sind weitgehend konkret. In der ersten Ausbaustufe werden ab Juni 2007 in einem Radius von 30 Metern 80 Bohrungen bis auf 60 Meter Tiefe niedergebracht. In 15 Zentimetern starken Kunststoffrohren gelangt das 75 Grad Celsius heiße Wasser in den recht kompakten Oberen Muschelkalk. Das Gestein dient dabei als eigentliches Speichermedium.
Im Wohngebiet Hirtenwiesen "brummt" der Eigenheimbau. Die Stadtwerke freuen sich, dass sie so umfangreich und schnell Sonnenenergie ganzjährig ins Fernwärmenetz einspeisen können. Der Langzeitspeicher hat im Endausbau mit 250 Bohrungen in einem Kreis von 60 Metern die Wärmespeicherfähigkeit von 20 Millionen Liter Wasser. In vier bis fünf Jahren ist der mit einer Wärmepumpe ausgerüstete Erdsondenspeicher voll aufgeladen. "Wir lösen unser Versprechen ein, das Protokoll von Kyoto zu erfüllen", betont Josef Wagner.
Es gehe darum, so der Stadtwerke-Geschäftsführer, die endlichen Vorräte fossiler Brennstoffe ernsthaft zu schonen und die Sonne als nahezu unerschöpfliche Energiequelle zu nutzen. "Wir bringen Ökologie und Ökonomie unter einen Hut", unterstreicht er die Wirtschaftlichkeit der größten solarthermischen Anlage im Land. Wagner betont ausdrücklich, "dass nur durch die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums und dessen guter Zusammenarbeit, um das Projekt bestmöglich voranzubringen, die größte thermische Solaranlage Deutschlands umsetzbar ist."
Quelle Hohenloher Tagblatt Südwest aktiv von PM vom 6. Juni 2007 http://www.suedwest-aktiv.de/
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