Aufträge haben sie zurzeit reichlich - alleine der Fachkräftemangel erweist sich mittlerweile als „Wachstumsbremse“, wie es Wolf-Gerd Dieffenbacher formulierte: Das Eppinger Maschinenbauer-Unternehmen hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 28 auf 260 Millionen Euro gesteigert.
Am Stammsitz arbeiten inzwischen 575 Beschäftigte, in der gesamten Gruppe 905, davon 135 im Ausland. Alleine für die deutschen Standorte werden derzeit 25 Ingenieure gesucht. Das Unternehmen hofft, über noch mehr Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen die Lücken schließen zu können, und setzt außerdem auf mehr Ausbildung
Vor allem der Bereich Pressenanlagen für die Spanplattenherstellung hat sich abgelaufenen Jahr rasant weiterentwickelt. Zu einem wichtigen Markt seien Russland und Osteuropa geworden - von dort kommen 40 Prozent der aktuellen Aufträge. Auch China sei weiterhin stark, berichtete der geschäftsführende Gesellschafter. Einen Rückgang habe es lediglich in Nordamerika gegeben, wo rezessive Tendenzen in der Baubranche verzeichnet würden. Dafür werde Ländern in Südostasien wie Thailand und Indonesien einiges an Potenzial zugetraut.
Der Geschäftsbereich Umformtechnik, der etwa ein Fünftel des Umsatzes ausmacht, ist zwar ebenfalls gewachsen, aber nicht so stark wie erwartet. Dieffenbacher baut hier Pressen für Edelstahl sowie Kunststoff-Faser-Gemische und forscht an vielen Neuentwickelungen. Für das laufende Jahr sei aber eine „erfreuliche Entwicklung festzustellen“, sagte Dieffenbacher.
Bei den Standorten hat es im vergangenen Jahr einige Veränderungen gebene: So verkaufte die Gruppe ihr Werk im saarländischen Lebach - einzig aus dem Grund, weil der Transport der schweren Stahlprodukte zum Verschiffungshafen zu teuer gewesen sei. „Mittelfristig kommen wir um einen Standort an einem Hafen nicht herum“, sagte Wolf-Gerd Dieffenbacher. Wo solch ein Montage-Werk angesiedelt sein könnte, sei offen - „da ist nichts auszuschließen“.
Seinen Betrieb aufgenommen hat dafür ein Montagewerk in China. Und das tschechische Werk in Brünn wird gerade erweitert. Am Standort Eppingen werden ebenfalls neue Maschinen angeschafft, bei anhaltendem Wachstum müsse wohl auch das erst vor einem Jahr bezogene Werk Tiefental erweitert werden, sagte Dieffenbacher.
Unterdessen zeichnet sich ein neues Geschäftsfeld ab: Aus den eigentlich für die Holzplattenproduktion gedachten Trocknungsanlagen wurde ein Verfahren für die Weiterverarbeitung von Schlämmen entwickelt, die bei der Bioethanolherstellung anfallen. Sie werden zu Futtermittel weiterverarbeitet. Die Pilotanlage läuft gerade in den kleinen Treibstofffabrik in Eppingen-Richen.
Quelle Heilbronner Stimme vom 18. Juni 2007 von Heiko Fritze www.stimme.de / Foto Peter Boxheimer, Archiv
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