Waschmaschinen der Heilbronner Lavatec GmbH + Co. KG laufen in Disneyland in Kalifornien, stehen in der größten Krankenhaus-Wäscherei der USA in Chicago und waschen die Wäsche der renommiertesten Hotels weltweit.
Nach den Problemjahren 2004 und 2005 mit Dollarschwäche und explosionsartig gestiegenen Stahlpreisen entwickelte sich 2006 nach den Worten von Firmenchef Samir Tadros (69) „sehr zufrieden stellend“.
Leistung In Europa erwirtschaftete sein Unternehmen, das seit Jahren den HEC sponsert, einen Umsatz von 50 Millionen Euro, im US-amerikanischen Raum von mehr als 48 Millionen Dollar: „Für unsere Verhältnisse sind das Zahlen, die sich sehen lassen können“, freut sich der Manager ägyptischer Abstammung über die Geschäftsentwicklung.
In diesem Jahr sollen die Bilanzzahlen erneut gesteigert werden: Lavatec erweitert die Produktpalette. Nach einer zweijährigen Entwicklungs- und Erprobungsphase steigt das Unternehmen aus den Böllinger Höfen jetzt in den so genannten Finishing-Markt ein. Die Wäsche von Krankenhäusern und Hotels wird künftig nicht mehr nur gewaschen und getrocknet, sondern kommt schrankfertig aus den Maschinen. Samir Tadros verspricht sich von diesem neuen Geschäftszweig ein zusätzliches Umsatzvolumen von 30 bis 35 Millionen Euro.
Die Waschmaschinen, die Lavatec auf dem insgesamt 14 000 Quadratmeter großen Firmenareal an der Wannenäckerstraße produziert, waschen bis zu zwei Tonnen Wäsche pro Stunde. Pro Kilo Wäsche werden rund fünf Liter Wasser benötigt. Bei 2000 Kilogramm Wäsche entspricht dies einem Wasserbedarf von 10 000 Liter. Der Preis einer dieser Waschmaschinen liegt bei rund einer Million Euro. Erst vor wenigen Wochen hat das Unternehmen die größte je für ein Hotel hergestellte Waschmaschine ausgeliefert: Sie reinigt pro Stunde 5,4 Tonnen Wäsche. Zum US-Standbein in Naugatuck geht jede Woche ein Luftfracht-Container und alle drei Monate verlässt ein Seecontainer einen der europäischen Überseehäfen.
Bekenntnis Standorte unterhält das 1986 gegründete Unternehmen in Sarstedt (BRD), Lyon (Frankreich) und Carinaro (Italien) sowie in Kentucky und Texas (USA). In Deutschland beschäftigt Lavatec 230 Mitarbeiter, weltweit sind es 450 Personen. Und obwohl Samir Tadros die „immer größer gewordenen bürokratischen Hürden“ in Deutschland beklagt, bekennt sich der Unternehmer unmissverständlich zu Heilbronn: „Die Zentrale bleibt hier.“
Diesen Treueschwur dokumentiert Samir Tadros nicht zuletzt mit seinem großen Engagement im Sponsoring. Wie berichtet, kaufte der Industrie-Waschmaschinen-Hersteller die Namensrechte der Heilbronner Eissporthalle. 100 000 Euro fließen dafür, dass künftig an der Arena, der Heimat der „Heilbronner Falken“, der Name „Lavatec“ aufleuchten wird. Für die Trikot-Werbung des Heilbronner Eishockey-Clubs (HEC) gibt das Unternehmen weitere 100 000 Euro.
Die Beweggründe für diese für Heilbronner Verhältnisse außergewöhnliche finanzielle Beteiligung sind in erster Linie emotionaler Natur: „Ich schulde Heilbronn eine Menge. Die Stadt hat mir nach den Wirren um Passat und Böwe die Chance gegeben zu zeigen, was ich kann“, bekennt Samir Tadros offen. Im Rathaus habe jeder offene Ohren für seine Ideen gehabt und auch die Industrie habe damals mitgezogen: „Das bindet. Das nimmt man nicht für selbstverständlich. Das war wie Abrahams Schoß.“
Erfolg Dieser Geist des Chefs begegnet einem allenthalben im Unternehmen. Und die Liebe zum HEC. Viele Arbeitsplätze gleichen einem Eishockey-Fanshop. Und in einem Gedanken sind sich Samir Tadros und seine Mitarbeiter einig: Dass die „Falken“ jetzt den nächsten Schritt machen.
Als Dank für die gewonnene Meisterschaft arbeitet Tadros an einer Überraschung: Zum Saisonauftakt soll am 18. August die Mannschaft der Düsseldorfer EG gegen eine Mannschaft „Falken“/“Mannheimer Adler“ spielen.
Quelle Heilbronner Stimme vom 19. Juni 2007 von Joachim Friedl www.stimme.de
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