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Als wären es Bananen

     
 
 

14.7.07

 

Was braucht es, um im Heilbronner Stadtteil Neckargartach ein mittleres Verkehrschaos zu veranstalten? Einmal im Jahr organisiert der dort ansässige Mobilfunk-Händler Siga ein Spektakel, das genau das schafft. Mit kostenlosen Telefonen lockte Siga Telecom am Samstag tausende Kunden in ihr Geschäft.

Bis zu zwei Kilometer lang, so Geschäftsführer Ayhan Sentürk, war die Schlange an der Theke für Handys, die zwar eine Vertragsbindung mit sich bringen. „Die Kosten für Grund- und Anschlussgebühr übernehmen wir“, erklärt Sentürk. Bei den Telefonen mit Prepaid-Karte war die Schlange am Samstagnachmittag 1,5 Kilometer lang - das kannte man früher nur aus der DDR, wenn es mal Bananen gab. „Wir lassen uns die Aktion 150 000 Euro kosten“, sagt Ayhan Sentürk, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Caner Sentürk führt.

Videobilder der Schlangen werden in das Besprechungszimmer im ersten Stock übertragen. Dort geben sich Vertreter der Mobilfunkfirmen die Klinke in die Hand. Und staunen. Eine ganze Reihe von Unternehmen wie Base, O2, T-Mobile, Vodafone haben ihre eigenen Promomobile mitgebracht. Die Straße vor dem unscheinbaren Ladenlokal ist gesperrt. Die Stimmung ist gut - nebenbei wird noch ein Auto verlost. Die Bilanz am Ende des „Handy-Festtages“ ist stolz: Zwischen 5000 und 6000 Prepaid-Handys haben die Siga-Leute unters Volk gebracht - dazu 2500 Handys mit Vertrag. „Wir wollen zeigen, was in einem so gesättigten Markt wie dem Handymarkt noch möglich ist“, sagt Vertriebsleiter Matthias Platz. Und dafür sorgen, dass Siga die Absatzziele übertrifft und auf diese Weise günstigere Einkaufspreise erhält.

Ganz normaler Großhandel Kostenlose Handys - „ganz ohne Haken“, wie Sentürk betont - gibt es bei Siga nämlich nur einmal im Jahr. An den übrigen 364 Tage beschäftigen sich die 25 Siga-Mitarbeiter mit dem ganz normalen Großhandel mit Handys und mit Mobilfunk-Verträgen. Über etwa 1000 angeschlossene Handy-Läden in ganz Deutschland gehen die Telefone und Verträge über die Theke. Im Gegensatz zu Geschäften, die direkt mit den Mobilfunkern verbunden sind, können die Siga-Läden ihren Kunden Tarife aller Netze anbieten. Zur Abwicklung des Geschäfts haben die Heilbronner eigens ein Internetportal entwickelt, das die Freischaltung der Telefone über Siga ermöglicht. Die Händler müssen sich so nur in einem System auskennen.

Das klingt ganz banal und einfach? Immerhin 33 Millionen Euro hat die Siga Telecom GmbH 2006 umgesetzt. Und damit auch genügend Gewinn erwirtschaftet, dass in der Stadtkasse Gewerbesteuereuros in nennenswerter Größenordnung gelandet sind. Die Wachstumsziele sind ehrgeizig: Mittelfristig soll der Siga-Umsatz in den dreistelligen Millionenbereich angehoben werden. Dafür soll die Vertriebsmannschaft ausgebaut werden.

Hintergrund Siga-Geschichte

Gegründet wurde die Firma Siga (Sentürks internationale Geschenk Artikel) im Jahr 1988. „Feuerzeuge, Vasen, Spielzeug”, sagt Ayhan Sentürk, hätte die Firma damals eingekauft und sowohl im eigenen Geschäft in dem Heilbronner Stadtteil als auch über viele Partnergeschäfte verkauft. „Wir waren ein richtiger Gemischtwarenladen”, sagt der Geschäftsführer der Familienfirma. „Wir haben heute noch Partner, die seit den Anfangsjahren dabei sind.”

Mitte der 1990er Jahre haben die Brüder Sentürk die Firma umgebaut und ganz auf Mobilfunk getrimmt ­ mit Erfolg. Über die bestehende Großhandelserfahrung haben sie ihren Handy-Laden als Großhändler etabliert ­ und jedenfalls bisher die Konsolidierung der Branche mitgestaltet. Siga gehört jeweils zu den zehn größten Handelspartner der Mobilfunker.

Quelle Heilbronner Stimme vom 10. Juli 2007 von Manfred Stockburger www.stimme.de

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