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Terex-Schaeff legt kräftig zu

     
 
 

14.7.07

 

Unter dem Dach der börsennotierten Terex Corporation gehört die Terex-Schaeff-Gruppe zur deutschen Terex GmbH in der Sparte Terex Construction.

Die Baumaschinenproduktion steuert im Gesamtkonzern 30 Prozent des Umsatzes bei. Daran hat Terex-Schaeff einen mit 200 Millionen Euro wesentliche Anteil. Zur Terex GmbH gehören in Deutschland neben Terex- Schaeff die Unternehmen Terex Kaelble, Terex Atlas und O&K Mining. Der Gesamtabsatz der Terex- Schaeff-Maschinen entwickelte sich in fünf Jahren Terex-Zugehörigkeit auf 147 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2001. Im gleichen Zeitraum stieg der Umsatz auf 169 Prozent.

Am Terex-Schaeff-Stammsitz in Langenburg ist die Verwaltung konzentriert. Dort werden die erfolgreichen Tunnelmaschinen, Fräsen und "Zylinder en masse", so Geschäftsführer Andreas Wild, gefertigt. Die äußerst erfolgreiche Produktion der vier Midi-Raupenbagger-Typen (5,5 bis 13 Tonnen) sowie der drei Mobilbaggermodelle (6,8 bis 10,9 Tonnen) ist seit Anfang 2007 in Gerabronn konzentriert. Der Geschäftsführer kündigte an, dass Terex-Schaeff bei den Raupenbaggern bis 20 Tonnen gehen wird. In diesem Segment wurde 2001 Neuland betreten.

Verkaufsschlager sind die Radladermodelle aus dem Crailsheimer Werk, wo mittlerweile auch Kaelble-Leistungslader gebaut werden. Mit 268 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2001 ist an den Verkaufszahlen kaum etwas auszusetzen. Der auf der Bauma 2007 präsentierte Allradlenker TL80AS hat einen "unheimlichen Erfolg", so Wild: In München wurden 90 Prozent der Jahresproduktion direkt verkauft. Der Geschäftsführer kündigte an, dass mit dem TL360 ein weiterer Leistungslader aufgelegt wird. Gespannt sein darf man auch auf die Neuentwicklung bei den Leistungsladern, den TL510/520. "In zwei Jahren können wir der größte Radlader-Hersteller in Europa sein", sagte Wild.

Das Rothenburger Mini-Raupenbaggerwerk stellt neun Modelle her. Der Absatz der technisch hochwertigen, aber relativ teuren Maschinen hatte nach 2001 eine Talsohle durchschritten. Die am Weltmarkt und im Mietparkgeschäft besonders wettbewerbsfähigen Neuentwicklungen TC25, TC35 und TC50 (Nullheck) werden bald dafür sorgen, dass sich der Absatz von derzeit knapp 3000 Maschinen verdoppeln wird, ist Andreas Wild überzeugt. Sehr gut entwickelt haben sich auch die Terex-Schaeff-Firmen HFM (gegründet 1964) in Gerabronn, das Komponentenwerk in Clausnitz (Sachsen) und besonders die Terex Ersatzteile GmbH mit ihrem weltweit tätigen Zentrallager in Rothenburg.

"Es ging ums nackte Überleben"

Als Karl Schaeff 1937 eine Landmaschinen-Reparatur-Werkstätte aufbaute und 1947 mit der Konstruktion und Fertigung von Anbaugeräten für Baumaschinen begann, ahnte niemand, welch wechselvolle Geschichte das Unternehmen haben würde. "Klug und weitsichtig" sei die Entscheidung der Familie Schaeff gewesen, so Terex-Geschäftsführer Andreas Wild zum 70. Firmenjubiläum, frühzeitig einen starken Partner zu suchen, als erkennbar wurde, dass mit der Nischenproduktion am Weltmarkt der Bestand nicht gesichert war.

Mit einem Motormäher für Landwirte (1947), dem Überkopflader für Fiat- und John-Deere-Lanz-Raupen Anfang der 50er Jahre begann der Aufstieg zum bedeutenden Baumaschinenproduzenten. Die Söhne Karl und Hans Schaeff hatten maßgeblichen Anteil daran, dass das Unternehmen mit Innovationen Baumaschinen-Geschichte schrieb.

Schaeff definierte die Minibagger-Klasse und die Kompaktklasse bei den Raupenbaggern, stellte den ersten Schreitbagger Deutschlands her und stellte die Construction & Mining Technology auf eigene Beine. Doch das Unternehmen erwies als weder richtig groß noch als zu klein, sodass entschieden werden musste, wohin die Reise gehen sollte. Frühzeitig schaute sich die Unternehmerfamilie nach einem Partner um - und als 2001 Terex präsentiert wurde, war die Unsicherheit groß, welche Entwicklung das Unternehmen haben würde.

"Es ging ums nackte Überleben", sagte Andreas Wild. Dank der gemeinsamen Kraftanstrengung und Restrukturierung und mit einem Feuerwerk an Maschineninnovationen gelang der Turnaround. Seit dem ersten Quartal 2004 schreibt Terex-Schaeff schwarze Zahlen.

Entschieden verteidigte Wild den Standort Deutschland. Terex-Schaeff habe bewiesen, dass man hier wirtschaftlich produzieren könne. Gewerkschaften, Betriebsräte und Tariflöhne seien kein Hindernis. Vielmehr sah Wild im Lamentieren mancher Manager "blödsinnige, faule Ausreden für eigene Misswirtschaft und Fehlverhalten."

Quelle Südwest Aktiv vom 10. Juli 2007 www.suedwest-aktiv.de

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