Ab Oktober gibt es in Bad Mergentheim "Food Management & Kulinaristik". Mittlerweile haben sich elf Studenten für den neuen Studiengang "Food Management & Kulinaristik" angemeldet, der ab Oktober erstmals an der Berufsakademie (BA) Bad Mergentheim angeboten wird - und in Deutschland seinesgleichen sucht.
20 Studenten peilt Professorin Dr. Sabine Woydt, die Organisatorin des neuen Studienganges, an und gibt sich im Gespräch mit den FN zuversichtlich, dass sich noch Ausbildungsbetriebe finden, um im dualen BA-Ausbildungssystem mitzumachen. "Pro ausgeschriebener Stelle gibt es im Schnitt 40 bis 80 Bewerbungen - das Interesse an dem Studiengang ist riesig", freut sich Prof. Woydt, die ebenso glücklich ist, dass das erste Semester komplett steht und sich zuversichtlich gibt, dass die restlichen fünf Halbjahre "sicher auch gut ausgefüllt werden können".
Zum Hochgenuss werden soll Auftakt. Kulinaristik-Experte Otto Geisel, der laut Woydt einer der größten Förderer des neuen BA-Studienganges ist, lädt alle Studienanfänger in sein Hotel "Victoria" ein - dort soll die praktische Einführung in die Kulinarik und Tischkultur bei einem Abendessen thematisiert werden.
"Ziel des Studienganges ist", betont Prof. Woydt, "die Qualifikation von Betriebswirten für die Gastronomie und ihre Zulieferbetriebe". Es sollen fachliche und soziale Fähigkeiten vermittelt werden, um ein erfolgreiches betriebswirtschaftliches Handeln rund um kulinarische Genüsse in Verantwortung für Mensch und Umwelt zu ermöglichen.
Nach intensiver Entwicklungsarbeit, Abstimmung mit Entscheidungsträgern und Meinungsmachern aus Agrarwirtschaft, Lebensmittelindustrie und Gastronomie sowie Experten der Slow Food-Bewegung und nicht zuletzt der deutschen Akademie für Kulinaristik (ein bundesweiter Zusammenschluss von Gastronomen und Wissenschaftlern) ist der Bachelor-Studiengang "Food Management & Kulinaristik" schließlich entstanden.
Stolz ist die Organisatorin der neuen "Fachrichtung" auf die bunte Mischung an Betrieben, die jetzt schon mit im Boot sitzen. Vom Erzeuger über den Vertrieb bis hin zur Gastronomie und damit dem Endverbraucher könne man den so genannten "Farm-to-Fork"-Prozess nachvollziehen.
Geklärt werden soll mit den Studenten beispielsweise auch der Weg des Weizenkorns ins Bier - und wie viele betriebswirtschaftliche Entscheidungen dazwischen stehen. Oder aber der Weg des Rindes von der Weide über den Schlachthof auf den Teller - versucht Prof. Woydt es vereinfacht zu erklären.
Gut sei in diesem Zusammenhang, dass die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft in Schwäbisch Hall auch zwei Referenten für den Studiengang stelle. Aktiv dabei sei aber auch die Bad Mergentheimer Diabetes-Klinik mit der Leiterin Ernährungsmedizin, Dr. Astrid Tombek.
Weiterhin kennenlernen werden die Studenten noch eine Brauerei mit ihren vielfältigen Betriebsabläufen sowie einen großen Warenumschlagplatz bei Düsseldorf, so wie viele weitere interessante Orte, die sich mit "Food Management & Kulinaristik" beschäftigen.
Quelle Fränkische Nachrichten vom 16. Juli 2007 von Sascha Bickel www.fnweb.de
Weitere Informationen unter
|