Die Konjunktur in der Region ist auf einem Rekordhoch angekommen, das ergab eine Befragung von Unternehmen der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken. Wegen der guten Daten wurde die Wachstumsprognose für dieses Quartal noch einmal nach oben korrigiert. Statt mit 2,3 % Wachstum rechne man jetzt mit einem Wachstum von 2,8 %. Besonders die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe blicken positiv in die Zukunft. Der Einzelhandel leide dagegen unter der Mehrwertsteuererhöhung, so die IHK. Das Konsumklima in der Bevölkerung bleibe weiterhin hinter den guten Wirtschaftsdaten zurück.
Aufschwung setzt sich fort
Die Konjunktur im IHK-Bezirk hat im 2. Quartal 2007 nochmals an Schwung gewonnen. In der Industrie sind die Urteile zur Geschäftslage nach der kurzen Verschnaufpause im Vorquartal auf ein neues, bisher unerreichtes Hoch gestiegen. Auch das heimische Baugewerbe berichtet wieder von einer positiveren wirtschaftlichen Situation. Während sich im Großhandel die konjunkturelle Entwicklung etwas abgeschwächt hat, meldet auch der Einzelhandel eine Verbesserung der aktuellen Geschäftslage. Ein Durchbruch des privaten Konsums lässt allerdings weiter auf sich warten. Äußerst positiv bewerten die regionalen Dienstleister im 2. Quartal 2007 ihre wirtschaftliche Lage. Die anhaltend gute Konjunktur wirkt sich nach wie vor sehr günstig auf die Situation am Arbeitsmarkt aus. An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken haben sich mehr als 420 Unternehmen mit zusammen rund 69 200 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk beteiligt.
Konjunktur im IHK-Bezirk weiter auf sehr hohem Niveau
Die aktuelle Geschäftslage wird von der regionalen Wirtschaft besser als im 1. Quartal 2007 beurteilt. 49 Prozent (Vorquartal 47 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen sprechen von einer guten Geschäftslage, während nur 6 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) der Betriebe mit dem Geschäftsverlauf nicht zufrieden sind. Vor allem der deutliche Anstieg bei den Auftragseingängen in der Industrie hat zu der Fortsetzung des konjunkturellen Aufschwungs beigetragen. Insbesondere aus dem Ausland hat sich die Nachfrage nach heimischen Gütern erhöht. Die steigende Auslandsnachfrage zeigt, dass die regionalen Exportunternehmen angesichts der guten Weltkonjunktur die Aufwertung des Euro noch relativ gut verkraften. Aber auch bei der Inlandsnachfrage hält der positive Trend an. Die hohen Gewinne und die hohe Kapazitätsauslastung der Unternehmen regen die Investitionstätigkeit an. Die Chancen für einen starken und längerfristigen Aufschwung aus eigener Kraft sind gut.
Positive Auswirkungen hat die kräftige konjunkturelle Entwicklung auch auf den Arbeitsmarkt. Die Beschäftigungspläne der heimischen Unternehmen haben sich gegenüber dem Vorquartal nochmals verbessert. Im Einzelnen wollen rund 34 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) der Betriebe ihr Personal vor Ort in den kommenden zwölf Monaten erhöhen, während lediglich 9 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) der Unternehmen die Streichung von Stellen in Erwägung ziehen.
In Bezug auf die Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten ist der Optimismus der Betriebe leicht zurückgegangen. 41 Prozent (Vorquartal 43 Prozent) der Unternehmen erwarten einen günstigeren weiteren Geschäftsverlauf. Wie im Vorquartal blicken 8 Prozent der Betriebe skeptisch auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Mit einem nennenswerten Nachlassen der Konjunkturdynamik in der regionalen Wirtschaft ist aber derzeit nicht zu rechnen, da weiterhin deutlich die Zuversicht überwiegt.
Industrie erreicht neues Hoch
Die aktuelle Geschäftslage wird von der heimischen Industrie, dem Wirtschaftsbereich, der maßgeblich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung bestimmt, besser als im 1. Quartal 2007 beurteilt. Die Einschätzungen sind jetzt auf ein neues, bisher unerreichtes Hoch gestiegen. 59 Prozent (Vorquartal 56 Prozent) der Industrieunternehmen bezeichnen die aktuelle wirtschaftliche Situation als gut, während 3 Prozent (Vorquartal 5 Prozent) der Betriebe von einem schlechten Geschäftsverlauf berichten.
Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Zahl der ausländischen Auftragseingänge wieder erhöht. 47 Prozent (Vorquartal 42 Prozent) der Unternehmen melden steigende Auftragseingänge aus dem Ausland. 6 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) der Betriebe klagen hingegen über Einbußen bei den Auslandsorders. Weitere Impulse für die Exporte erwarten die Industrieunternehmen vor allem aus dem Euro-Raum, den Staaten Mittel- und Osteuropas sowie aus den boomenden Schwellenländern Asiens wie China und Indien. Auch im Bereich der inländischen Auftragseingänge ist per saldo eine leichte Verbesserung festzustellen. Wie im Vorquartal verweisen 41 Prozent der Betriebe auf einen Zuwachs bei den Inlandsorders, während 11 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) der Unternehmen über Einbußen bei den Auftragseingängen aus dem Inland klagen. Durchschnittlich melden die Industriebetriebe eine Kapazitätsauslastung von 88 Prozent (Vorquartal 86 Prozent).
Die sehr gute Beurteilung der aktuellen Geschäftslage spiegelt sich auch bei den Beschäftigungsplanungen wider. 37 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) der Unternehmen sehen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl vor, während 7 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) der Betriebe die Streichung von Stellen in Betracht ziehen.
In Bezug auf die Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten herrscht bei den heimischen Industrieunternehmen per saldo etwas weniger Optimismus als im 1. Quartal 2007. 42 Prozent (Vorquartal 46 Prozent) der Betriebe erwarten einen eher günstigen Geschäftsverlauf, wie im Vorquartal gehen 5 Prozent der Unternehmen von einer schlechteren Entwicklung aus. In den kommenden zwölf Monaten ist mit einem deutlichen Anstieg bei den inländischen Investitionen zu rechnen. Während 49 Prozent der Unternehmen ein höheres Investitionsniveau als in den vergangenen zwölf Monaten vorsehen, planen 39 Prozent der Betriebe mit gleichbleibenden Investitionsausgaben.
Lage im Baugewerbe aufgehellt
Das Stimmungsbild im heimischen Baugewerbe hat sich im 2. Quartal 2007 wieder etwas aufgehellt. Während 22 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) der Betriebe den Geschäftsverlauf als gut bezeichnen, sprechen 17 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) der Bauunternehmen von einer schlechten Geschäftslage. Damit überwiegt wieder die Zahl der positiven Stimmen. Im 2. Quartal 2007 haben sich die Auftragseingänge günstiger als im Vorquartal entwickelt. Im Einzelnen melden im Bereich des gewerblichen Hochbaus 47 Prozent der Betriebe steigende Auftragseingänge, weniger als 17 Prozent der Unternehmen mussten Auftragseinbußen hinnehmen. Die Verbesserung in diesem Teilbereich dürfte auf die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Unternehmen sowie die Zuversicht hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung zurückzuführen sein. Am besten von allen Teilbereichen fällt in diesem Quartal per saldo die Auftragslage im Straßen- und Tiefbau aus. Rund 43 Prozent der Betriebe melden steigende Auftragseingänge, lediglich 5 Prozent leiden unter einer sinkenden Ordertätigkeit. Im öffentlichen Hochbau klagen dagegen 39 Prozent der Betriebe über rückläufige Auftragseingänge. Das Schlusslicht bei den Auftragseingängen bildet weiter der Wohnungsbau. 62 Prozent der Betriebe mussten einen Rückgang verkraften.
Die Hoffnungen auf eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Situation im Baugewerbe sind fast verflogen. Die Beurteilung der zukünftigen Geschäftsentwicklung fällt im Vergleich zum Vorquartal deutlich schlechter aus. Während 24 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) der Betriebe mit einer ungünstigeren Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten kalkulieren, blicken nur noch 22 Prozent (Vorquartal 33 Prozent) der Unternehmen mit Optimismus in die Zukunft. Bei den Beschäftigungsplänen halten sich positive und negative Stimmen mit jeweils rund 15 Prozent die Waage.
Großhandel leicht abgeschwächt
Im Bereich des Großhandels fällt die gegenwärtige Lageeinschätzung per saldo etwas schlechter als im Vorquartal aus. Während 39 Prozent (Vorquartal 46 Prozent) der Betriebe eine gute Geschäftslage melden, ist jeder zehnte Großhändler (Vorquartal 13 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Im Vergleich zum vergangenen Quartal hat sich die Beurteilung des Kaufverhaltens lediglich per saldo leicht verbessert. 25 Prozent der Großhandelsbetriebe sprechen von einem kauffreudigen Kaufverhalten der Kunden. 42 Prozent der Unternehmen halten es für saisonüblich angemessen und ein Drittel der Großhändler bezeichnet das Kaufverhalten als zurückhaltend. Bei per saldo geringfügig verbesserten Beschäftigungsaussichten rechnen rund 40 Prozent der Großhandelsunternehmen mit einem eher günstigen Geschäftsverlauf.
Einzelhandel verbessert
Das Stimmungsbild im regionalen Einzelhandel hat sich gegenüber dem vergangenen Quartal per saldo etwas verbessert. 30 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) der Einzelhändler halten den Geschäftsverlauf für gut. 11 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) der Betriebe melden eine schlechte Lage. Die positivere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage wird vor allem durch höhere Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal getragen. Die Einschätzung des Kaufverhaltens der Kunden durch die heimischen Einzelhandelsunternehmen hat sich im Vergleich zum vergangenen Quartal dagegen per saldo verschlechtert. Rund 7 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) der Betriebe stufen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig ein und 44 Prozent (Vorquartal 42 Prozent) der Unternehmen sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten. 26 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Einzelhändler erwarten eine günstigere Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten, lediglich 9 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Betriebe blicken mit Skepsis in die Zukunft. Die Unternehmen hoffen nach wie vor, dass mit der Erholung am Arbeitsmarkt und den steigenden Einkommen die Konsumflaute überwunden wird. Die Beschäftigungspläne der heimischen Einzelhändler bleiben von vorsichtigem Optimismus geprägt. Ein Fünftel der Betriebe zieht eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl in Betracht, 11 Prozent der Unternehmen planen hingegen einen Personalabbau.
Dienstleister in Hochstimmung
Die Beurteilung der konjunkturellen Situation durch die Betriebe des Dienstleistungsgewerbes fällt im 2. Quartal 2007 erheblich besser als im Vorquartal aus und ist damit auf einen bisher nicht erreichten Höchststand gestiegen. 54 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) der Unternehmen bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als gut, während 6 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) der Dienstleister mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Bei 52 Prozent der Unternehmen sind die Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Ein Zehntel der Betriebe klagt über Umsatzeinbußen. 59 Prozent der Dienstleister melden steigende Auftragsvolumina, während nur 2 Prozent der Unternehmen von einem rückläufigen Auftragsvolumen berichten. Die Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung insgesamt in den nächsten zwölf Monaten fällt äußerst zuversichtlich aus. 57 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf, während 4 Prozent der Betriebe pessimistisch in die Zukunft blicken. Die Beschäftigungschancen im Dienstleistungssektor sind im 2. Quartal 2007 so positiv wie seit Beginn der Befragung dieses Wirtschaftsbereichs im Jahr 1996 nicht. Rund 52 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) der Betriebe wollen den Personalstand erhöhen, 5 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) der Unternehmen planen dagegen eine Reduzierung. 39 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten ihre Investitionsausgaben im Inland vor allem mit dem Ziel des Ersatzbedarfs und der Kapazitätserweiterung erhöhen.
Weitere Informationen zur aktuellen konjunkturellen Lage können im Internet unter dem Stichwort „Konjunktur“ unter www.heilbronn.ihk.de/Information/konjunktur.htm abgerufen werden.
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