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Standort ist besser als sein Ruf

     
 
 

13.8.07

 

Fast jede zweite Heilbronner Firma möchte in den nächsten fünf Jahren ihr Personal aufstocken, nur jede zehnte sieht einen Personalabbau voraus. Auch bei den Investitionen hat sich die Wirtschaft der Regionsmetropole eine Menge vorgenommen: 45 Prozent der Unternehmen möchten mehr Geld in ihre Anlagen stecken.

Diese Werte sind keine wilde Schätzung, sondern das Ergebnis der Unternehmensbefragung Gewerbe-Monitor, an der sich die Stadt zum ersten Mal beteiligt hat. Und sie sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was sich aus den Antworten von 100 Firmen ergibt, die von einer Mainzer Unternehmensberatung in diesem Frühjahr systematisch befragt wurden. Alle großen Gewerbesteuerzahler wurden interviewt, erklärte der städtische Wirtschaftsförderer Bernd Billek bei der Vorstellung der Studie. Außerdem seien alle Großfirmen, aber auch viele kleine und mittlere Betriebe, dabei gewesen. In Zensuren ausgedrückt schnitt Heilbronn bei der Untersuchung mit der Schulnote 2,06 überdurchschnittlich gut ab.

Die neue Studie entzieht der oft geübten Schwarzmalerei bezüglich der Heilbronner Wirtschaft die Grundlage: Im Vergleich zu den anderen Kommunen, die sich an dieser standardisierten Umfrage beteiligt haben, sind die Heilbronner Betriebe überdurchschnittlich zuversichtlich, was die Entwicklung der Beschäftigung angeht. Keine der anderen elf Kommunen - die von der Größe und der Lage her allerdings nicht alle mit Heilbronn vergleichbar sind - hat so viele Betriebe, die Mitarbeiter suchen.

Schlechtes Stadtbild Wenn sie das Image ihres Standorts bewerten sollen, dann liegt Heilbronn nur in Sachen Weltoffenheit und Stadtbild deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt. Dafür bewerten die Heilbronner Unternehmer ihre Stadt als überdurchschnittlich sicher und wirtschaftskräftig. Allerdings: Wenn es drum geht, Heilbronn weiterzuempfehlen, dann sind die befragten Betriebe nicht unbedingt bereit, Werbung für ihre Heimatstadt zu machen. Auch bei der Bereitschaft, sich für den Standort Heilbronn zu engagieren, sind die Firmen zurückhaltender als der Durchschnitt.

Verkehrsanbindung Im überregionalen Vergleich liegen die Werte der Stadt bei der Frage nach vielen konkreten Standortfaktoren im Durchschnitt. Bei zwei Themen gibt es aber Ausreißer nach unten: Bei der Verkehrsanbindung und bei der Gewerbesteuer. Staus auf der Autobahn und der nicht vorhandene ICE-Bahnhof sind bekannt - eine Überraschung erlebte die Stadt Heilbronn beim Thema Gewerbesteuer. Hier gaben die Betriebe ihrer Stadt mit 3,39 die schlechteste Einzelnote. Dabei sei der Hebesatz nicht so hoch wie bei anderen Kommunen, die hier besser abgeschnitten hätten, sagt Wirtschaftsförderer Billek.

Wenn eine Stadt ihre Firmen befragen lässt, dann möchte sie natürlich auch wissen, wie die Arbeit der Verwaltung eingeschätzt wird. Dabei gibt es durchaus noch Handlungsbedarf: Nur in Sachen Außendarstellung liegt Heilbronn im Durchschnitt der befragten Kommunen. Ob Erreichbarkeit, Kompetenz, Geschwindigkeit oder Transparenz von Genehmigungsverfahren: Überall sind es Noten zwischen 2,5 und 3,2. „Da müssen wir noch ansetzen“, sagte die Erste Bürgermeisterin Margarete Krug bei der Vorstellung der Studie.

Freuen dürfen sich die IHK und die Handwerkskammer. Ihre Wirtschaftsförderaktivitäten wurden mit Abstand am besten bewertet. Margarete Krug: „Hut ab. Das ist wirklich ein sehr gutes Ergebnis.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 8. August 2007 von Manfred Stockburger www.stimme.de

Foto Guido Sawatzki

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