Weitsichtiger Unternehmer schafft 160 Arbeitsplätze in Creglingen. Die Unternehmensgruppe will in diesem Jahr einen Umsatz von 210 Millionen Euro erzielen.
"Erfahrung ist das halbe Leben", davon ist Udo Wirthwein überzeugt. Wenn dann noch Energie und strategisches Denken dazukommt, dann zahlt sich das aus - für den Chef wie für die Mannschaft. Der erfolgreiche Unternehmer ist das beste Beispiel dafür.
Derzeit beschäftigt Udo Wirthwein in seinem Stammwerk in Creglingen 160 Mitarbeiter, weltweit sind es an zwölf Standorten 1500 Personen. Die Wirthwein-Gruppe will in diesem Jahr einen Umsatz von 210 Millionen Euro erzielen und 2008 sollen es schon 250 Millionen sein.
Dabei hat alles ganz klein angefangen: Statt Fußball zu spielen (wie er es gerne getan hätte) musste Udo Wirthwein schon als Schulkind dem Vater helfen. Der hatte 1949 in Keller seines Hauses an der Schirmbacher Steige begonnen, hölzerne Achtkantpflöcke zum Verdübeln von Bahnschwellen zu produzieren.
Als Maschinenbau-Ingenieur trat der Sohn 1970 in die Firma ein. Die war längst in eine Halle neben der Tauber umgezogen und hatte 1967 damit begonnen, Kunststoffteile herzustellen. Nach dem Tod des Vaters 1978 übernahm Udo Wirthwein den Betrieb mit knapp 100 Mitarbeitern. Er erwies sich als ideenreicher Techniker, der Produkte ständig verbesserte und neue entwickelte, und "das Betriebswirtschaftliche hat man eben so dazugelernt". Auch dass er "eine Frau hat, die mitmacht", nennt er als mit entscheidend für seinen Erfolg.
Voll des Lobs ist Udo Wirthwein über seine Mitarbeiter. "Hier findet man noch bodenständige Leute", stellt er fest, "die nach alter Väter Sitte arbeiten". Das gelte auch für die jungen. Die bildet er am liebsten selbst aus, weil sie dann in die "Wirthwein-Richtung" passen - und das heißt, Leistung zu bringen und Einsatz für die Firma. Wer hier ausgelernt hat, hat beste Chancen. "Wir übernehmen alle, die gut sind" - und das seien 95 Prozent. Udo Wirthwein denkt auch sozial: Eine betriebliche Altersversorgung hat er schon vor 25 Jahren eingeführt.
Für den Unternehmer war es wichtig, nicht nur auf die Bahn als Abnehmer angewiesen zu sein. So werden heute auch komplexe Kunststoffteile für die Kraftfahrzeugindustrie hergestellt und Laugenbehälter für Waschmaschinen. Zweigbetriebe in Deutschland, Polen und USA entstanden - und in drei Wochen beginnt die Produktion von Teilen für Hochgeschwindigkeitsstrecken in Kunshan/China. "Wir müssen präsent sein, wo unsere Kunden sind", so Wirthwein. Die wissen Qualität und Liefersicherheit zu schätzen. Sorgen um die hiesigen Arbeitsplätze habe es anfangs gegeben - doch "jeder ausländische Standort bringt den einheimischen Werken Aufträge", etwa in der Entwicklung (Schwerpunkt in Creglingen) und im Werkzeugbau. Der Gruppe angegliedert wurden die Firmen Winkler Design Röttingen (Küchen-/Thekenanlagen), und Riegler Medizintechnik Mühltal. Auch Bembé Parkett Bad Mergentheim gehört zur Wirthwein-Gruppe.
Die Zentrale bleibt hier
Dass er mit der Firmenzentrale in Creglingen bleibt, ist für Wirthwein klar: Er ist gerne hier und mit der modernen Kommunikationstechnik sei es "gar kein Problem, alle Werke von Creglingen aus zu verwalten". Inzwischen arbeiten die Söhne Marcus und Frank in verantwortlicher Position in der Firma mit und der Vater könnte im nächsten Jahr den Ruhestand antreten. Doch "solange man gesund ist, wird man immer etwas arbeiten" - und, darf man wohl ergänzen, dazu beitragen, eine stattliche Zahl von Arbeitsplätzen in Creglingen zu sichern.
Quelle Tauber-Zeitung vom 20. August 2007 von Peter Kessler www.tauber-zeitung.de
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