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25.8.07

 

Im Prinzip hat das eine mit dem anderen kaum etwas zu tun: Hydraulische Hebebühnen hat das Erlenbacher Familienunternehmen J.A. Becker seit gut 75 Jahren im Programm, Kompressoren erst seit dem Kriegsende. Die Hubanlagen werden an Werkstätten, Wartungs- und Produktionsunternehmen geliefert, die Wert auf Qualität legen, während die Hochdruck-Kompressoren einen Nischenmarkt für Energieunternehmen, Erdgastankstellen oder Kunststoff-Spritzgießer abdecken.

Aber der Schein trügt: Dass J.A. Becker - die Initialen stehen für den Firmengründer Jakob August Becker - zwei grundverschiedene Produkte fertigt, hing mit der ursprünglichen Konstruktionsweise der Hebebühnen zusammen. „Wir wollten damals das komplette System anbieten“, erläutert Geschäftsführer Uwe Henn. Und seinerzeit, nach dem Zweiten Weltkrieg, sorgten noch Niederdruck-Kompressoren in Werkstätten dafür, dass Autos in die Höhe gehoben wurden.

Mittlerweile gibt es diese Technik nicht mehr, die Kompressoren stellt das Erlenbacher Unternehmen aber immer noch her - allerdings meistens mit wesentlich höherer Leistung. Bis zu 400 Bar können seine Maschinen erzeugen, sie werden unter anderem zum Befüllen von Atemschutzgeräten oder in Erdgastankstellen verwendet, sie laufen zum Beispiel in den Kernkraftwerken Philippsburg und Neckarwestheim. Weitere Anwendungsgebiete sind Lackierereien, Kläranlagen, Gießereien oder Stahlwerke.

Auch bei den Hebebühnen setzt J.A. Becker auf Sonderanlagen und Qualität. Als handwerkliche Schlosserei 1897 gestartet, kam die Firma über Obst- und Traubenpressen auf hydraulische Hebebühnen. Heute stattet sie vor allem Werkstätten und Betriebe aus, die Wert auf Qualität legen oder Sonderanfertigungen benötigen. So wurden die Bosch-Prüfstände im Abstatter Entwicklungszentrum beliefert, das Audi-Service-Center in Neckarsulm oder die Maybach-Manufaktur. Doch Becker-Anlagen stehen auch in Bus- und S-Bahn-Wartungswerken oder hieven Schwerlaster in die Höhe.

Für Uwe Henn haben die zwei Produktlinien einen deutlichen Vorteil: „Die konjunkturellen Zyklen verlaufen zum Glück nicht gleichzeitig.“ Auf beide Felder entfalle etwa je die Hälfte des Umsatzes von gut 16 Millionen Euro, jeweils 60 Prozent gehen in den Export. Zurzeit wächst das Geschäftsfeld Hebebühnen im Ausland, während es in Deutschland gerade bei Werkstattausrüstung stagniert; bei den Kompressoren zieht ebenfalls vor allem der Export an.

Die Mitarbeiterzahl ist innerhalb von zwei Jahren um 15 auf 145 gestiegen, auf diesem Niveau werde sie aber vorerst bleiben, sagt Henn. „Wir sind insgesamt gut ausgelastet.“ So gut, dass das mehrfach erweiterte, 1941 bezogene Werksgelände gerade wieder erweitert wird: Eine neue Lagerhalle wird angebaut.

Quelle Heilbronner Stimme vom 21. August 2007 von Heiko Fritze www.stimme.de

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